Armut erkennen und lindern Informationen beim Stadtrundgang in Meppen


Meppen. Armut ist im Alltag in Meppen kaum sichtbar, dennoch gibt es hier viele Menschen, deren Einkommen zum Überleben kaum ausreichet. Darauf wurde beim Alternativen Stadtrundgang aufmerksam gemacht.

Gut 30 Teilnehmer aus der Politik und den Kirchen waren der Einladung des Caritasverbands für den Landkreis Emsland, der Sozialdiensts katholischer Frauen (SkF) Meppen und des Sozialdiensts katholischer Männer (SKM) Emsland-Mitte gefolgt. „Auch wenn in unserer Region die Arbeitslosenquote und die Armutszahlen niedrig sind: Wir merken in unseren Beratungsdiensten der verbandlichen Caritas, dass es auch bei uns Menschen gibt, denen es nicht gut geht, und dass die gesellschaftlichen Herausforderungen auch vor unserer Haustür nicht haltmachen“, sagte Marcus Drees, Geschäftsführer des Caritasverbands für den Landkreis Emsland. „Zugleich ist unsere Region geprägt von einem starken Engagement Ehrenamtlicher für die Bedürfnisse sozial Schwacher.“

Beim Start an der Caritas-Geschäftsstelle am Domhof wurde gesagt, dass die Bemühungen der professionellen und ehrenamtlichen Helfer nicht nur den Menschen gelten, die amtlich anerkannt bedürftig sind, sondern auch denen, die so geringe Einkommen haben, dass unvorhergesehene finanzielle Notlagen sie existenzbedrohend treffen. Am Krankenhaus Ludmillenstift wurde die Schwangerenkonfliktberatung durch die SkF-Vorsitzende Walburga Nürenberg vorgestellt. Danach beschrieb Gabi Fehnker vom Pflegedienst Meppen die Arbeit der Caritas-Sozialstation an der Straße Im Sack. Besucht wurde das Café International, wo sich der SKM, die Arbeiterwohlfahrt und das Deutsche Rote Kreuz unterstützt von der Stadt Meppen um die Integration von Flüchtlingen bemühen. Am Stadthaus Meppen war die besondere Situation von Frauen Thema. Denn noch immer ist für sie das Armutsrisiko höher als für Männer. Ursachen seien unterbrochene Erwerbstätigkeit, geringe Einkommen und die Folgen von scheiternden Partnerschaften, wurde aus der Arbeit des SkF berichtet.

Auf dem Neuen Markt wurde von Alexander Menke die Tätigkeit der Wohnungslosenhilfe der Caritas vorgestellt. Diese stoße an Grenzen, weil bezahlbarer Wohnraum ständig knapp ist. Das Soziale Kaufhaus in Meppen in der Regie des SKM versorgt einerseits behördlich anerkannt Arme mit Waren zu einem vergünstigten Preis. Andererseits tragen Warenspender und zahlungskräftigere Kunden dazu bei, dass dieses Angebot bestehen kann, sagte der SKM-Vorsitzende Günter Göken.

Am Amtsgericht, das für private Insolvenzverfahren zuständig ist, erfuhren die Teilnehmer von Mitarbeitern der Caritas-Schuldnerberatung mehr über die Ursachen und Folgen von Überschuldung. Wie Spielsucht nicht selten in den finanziellen Ruin führt, wurde beim Rundgang bei einem Stopp vor einer Spielhalle erklärt. Leider seien Glücksspielautomaten relativ leicht zugänglich, nicht nur in Spielhallen.

Bei der Schlussrunde in der Beratungsstelle des SKM an der Kolpingstraße kamen die Vertreter der Kirchen, der Politik und der sozialen Verbände ins Gespräch. Dabei gab es für die Politiker Vorschläge für die Verbesserung der Rahmenbedingungen im Kampf gegen Armut.


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