Lange Wartezeiten für Kunden Handwerker sind im Emsland Mangelware

Handwerker sind im Emsland Mangelware. In Lingen, Meppen und Papenburg müssen Kunden lange auf einen Termin warten – besonders im Bau- und Baunebengewerbe. Foto: dpaHandwerker sind im Emsland Mangelware. In Lingen, Meppen und Papenburg müssen Kunden lange auf einen Termin warten – besonders im Bau- und Baunebengewerbe. Foto: dpa

Meppen. Wer zurzeit im Emsland Handwerker ins Haus bestellen will, muss sich gedulden. Die Auftragsbücher der Betriebe sind randvoll.

In der Baubranche boomt es, auch im Emsland. Besonders im Bau- und Baunebengewerbe müssen sich Kunden auf lange Wartezeiten einstellen. Eine Änderung ist vorerst nicht in Sicht.

Fachkräfte sind Mangelware

„Die Betriebe im Altkreis Meppen haben alle gut zu tun“, sagte Harald Hüsers, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Emsland Mitte-Süd in Meppen auf Anfrage unserer Redaktion. „Der Konjunkturindex liegt bei 94 von 100. Das ist ein Rekordwert.“ Das es durch die hohe Auslastung zu langen Wartezeiten bei Terminen komme, liegt laut Hüsers aber nicht nur an den vielen Aufträgen. „Wir bekommen die Folgen des Fachkräftemangels jetzt direkt zu spüren. Es fehlt an Nachwuchs und der Bedarf an Facharbeitern ist hoch.“ Weiter prognostiziert Hüser, dass dieser Trend weitergehen wird. Trotz vieler Aktionen und Werbung seitens der Innung seien allein im Altkreis Meppen 60 Ausbildungsstellen unbesetzt geblieben. „Wir hoffen, dass der Trend bei den jungen Menschen wieder zur Berufsausbildung geht.“

Kunden müssen Geduld haben

Ähnlich sieht es Horst Hagemann, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Emsland Mitte-Süd, für die Lingener Region. Er sieht aber auch die Kunden in der Pflicht. „Die Betriebe arbeiten momentan unter Vollauslastung. Da muss man als Auftraggeber ein wenig Geduld mitbringen“, sagte Hagemann. „Unter Umständen sollte man beim Einholen der Angebote nicht nur auf den günstigsten Anbieter setzen, sondern auf den, der am ehesten mit den Arbeiten beginnen kann. Weiter kann ich nur zu einem persönlichen Gespräch mit der jeweiligen Firma raten, um alle Punkte genau abklären zu können.“

Der Arbeitsmarkt sei, was Fachkräfte betrifft, abgegrast. „Viele Betriebe würden noch weitere Mitarbeiter einstellen, es sind aber keine da“, so der Hauptgeschäftsführer weiter. „Auch Flüchtlinge und Migranten einzusetzen, ist nur bedingt möglich.“ Oftmals sind die sprachlichen Kenntnisse einfach nicht ausreichend. Auch die Ausbildungsqualität, die die ausländischen Bewerber mitbringen, entsprechen in der Regel nicht unseren Anforderungen, sodass ein sofortiger voller Einsatz nicht möglich ist.

Ob das Allzeithoch bei den Aufträgen für die Betriebe weiterhin anhält, ist laut Hagemann nicht sicher. „Das hängt mit der Vergabe von Krediten und der Niedrigzinsphase zusammen. Das liegt natürlich in der Hand der Banken.“

Kein Ersatz

Hermann Schmitz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Aschendorf-Hümmling, ist im Grunde genommen sehr zufrieden mit der hohen Auslastung der Handwerksbetriebe in seinem Bezirk. „Auch der Handwerksmeister hat erkannt, dass er gut mit seinen Leuten umgehen und haushalten muss. Denn Ersatz wird er nur sehr schwer finden“, sagte Schmitz.


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