Neues Angebot der Diakonie 27-Jährige hilft Suchtkranken im Emsland

Von Harry de Winter

Lara Suntrup ist beim Diakonischen Werk Emsland-Bentheim beschäftigt und kümmert sich um die ambulante Wohnbetreuung für suchtkranke Menschen. Foto: de WinterLara Suntrup ist beim Diakonischen Werk Emsland-Bentheim beschäftigt und kümmert sich um die ambulante Wohnbetreuung für suchtkranke Menschen. Foto: de Winter

Meppen. Suchtkranken Menschen, die ihr Leben wieder in den Griff bekommen wollen, betreut Lara Suntrup vom Diakonischen Werk Emsland-Bentheim mit dem Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe.

Seit Anfang Oktober hat das Diakonische Werk Emsland-Bentheim sein Angebot um eine ambulante Wohnbetreuung für suchtkranke Menschen erweitert. Um diese Aufgabe kümmert sich seit dem Lara Suntrup. Die 27-jährige Sozialpädagogin sprach mit unserer Redaktion über ihre Aufgaben, wie ihre Arbeit aussieht und welche Angebote die ambulante Wohnbetreuung bietet.

Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen

„Die ambulante Wohnbetreuung unterstützt Menschen, die an einer Sucht erkrankt sind, bei ihrem Wunsch selbstbestimmt und abstinent zu leben“, erklärt Suntrup. „Dafür werden seitens des Diakonischen Werkes unterschiedliche Angebote bereitgehalten, um jedem Einzelnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.“

Dafür fährt Suntrup zu den Menschen nach Hause, oder die Betroffenen kommen zu ihr in die Dienststelle in des Diakonischen Werkes in Meppen. Sie durchleuchtet die Tagesstruktur, die Lebensführung, die Wohnung, die Angehörigen sowie das soziale Umfeld des Suchtkranken. „Natürlich erwarten wir von den Klienten, dass sie ihre Situation aktiv verändern möchten und zur Mitarbeit bereit sind“, erklärt Suntrup. Das Spektrum geht dabei von Alkohol- über Drogen- bis zur Spielsucht - sprich alles, was eine Sucht hervorrufen kann. Nach „Schema F“ kann die Sozialpädagogin nicht vorgehen, weil jeder Mensch individuell ist.

Hilfe zur Selbsthilfe

Einen typischen Fall gibt es für die 27-Jährige nicht, da jeder Mensch ein anderes Suchtverhalten zeige. Doch es gibt Gemeinsamkeiten. Die meisten ihrer bisherigen Klienten waren vorher stationär in Behandlung. „Nach diesem Aufenthalt fallen viele in ein Loch, weil sie wieder alleine sind“, sagt Suntrup. „So kommen oftmals wieder unerwünschte Verhaltensmuster an den Tag. Das wollen wir mit unserem Angebot verhindern. Ich spreche mit den Klienten über ihren Alltag und ihre Wochenplanung, wie sie sich fühlen und mit welchen Problemen sie konfrontiert sind. So wollen wir Hilfe zur Selbsthilfe geben, damit ein geregeltes Leben ohne Sucht funktionieren kann.“

„Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich“

Die einzelnen Schicksale ihrer Klienten versucht Suntrup nicht zu sehr an sich heran zulassen. „Ich bemühe mich, keine Arbeit mit nach Hause zu nehmen“, sagt sie. „Natürlich ist immer mal was dabei, das einem Nahe geht. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass jeder Mensch für sich selbst verantwortlich ist. Ich tausche mich oft mit meinen Kollegen über schwierige Situationen aus. Sie haben immer ein offenes Ohr für mich. Außerdem findet in regelmäßigen Abständen eine Supervision statt.

Wichtig ist für die Sozialpädagogin die Vor- und Nachbereitung auf die Besuche bei den Klienten. „Jeder Mensch ist individuell, hat seine ganz eigenen Ängste und Sorgen“, erklärt Suntrup. „Darauf möchte ich mich vorbereiten, um für jeden Klienten passgenaue Hilfe und Unterstützung bieten zu können. Suntrup findet ihre Arbeit sehr interessant und sie hat das Gefühl, etwas zu bewirken.

Das Angebot der ambulanten Wohnbetreuung richtet sich an chronisch mehrfach Abhängige. Der Umfang der Hilfe wird nach Bedarf des Betreuten festgelegt und findet in der eigenen Wohnung oder in der Dienststelle der Diakonie statt. Die Finanzierung erfolgt nach Leistungen des Sozialgesetzbuches. Bei der Antragstellung hilft die Diakonie.

Interessierte können sich mit dem Diakonischen Werk Meppen unter Tel. 05931-98150, 0152 – 56752234 oder per E-Mail an l.suntrup@diakonie-emsland.de in Verbindung setzen.