Baureife frühestens Ende 2017 Baugebiet Meppener Kuhweide wird erweitert

Von Tobias Böckermann

Um diesen immergrünen Mammutbaum geht es: Eventuell muss er einer Hochwasserschutzeinrichtung weichen. Foto: Tobias BöckermannUm diesen immergrünen Mammutbaum geht es: Eventuell muss er einer Hochwasserschutzeinrichtung weichen. Foto: Tobias Böckermann

Meppen. An der Kuhweide in Meppen entsteht ein neues Baugebiet. Die Vergabe der Plätze könnte Ende 2017 beginnen. Beratungsbedarf gibt es um einige Bäume im Stadtgebiet.

Unter anderem diese beiden Vorhaben hat der Bauausschuss der Stadt Meppen in seiner ersten Sitzung seit der Kommunalwahl vorangebracht. Erstmals hatte die CDU dabei aufgrund des Wahlergebnisses nicht die Mehrheit.

Breiten Raum nahm die Diskussion über Bäume ein. So stoppte der Ausschuss auf Antrag der Grünen die in Kürze anstehende Fällung eines 50 Jahre alten Mammutbaumes im Sanierungsgebiet am Hafen vorerst. Ratsherr Carsten Keetz nahm Bezug auf ein im nicht öffentlichen Verwaltungsausschuss besprochenes Vorhaben der Stadtverwaltung, den aus China stammenden Baum zu fällen, um Platz für einen Hochwasserschutz zu schaffen.

Keetz forderte, das Vorhaben zurückzustellen und eine Ortsbesichtigung anzusetzen. Er vermutete, den künftigen Hausbesitzern in dem neuen Viertel sei der Baum ein Dorn im Auge, weil er die Sicht aufs Wasser versperre. Dem widersprach Baudezernent Dieter Müller entschieden. Der Baum müsse weichen, weil genau dort ein Hochwasserschutz errichtet werden müsse. Der Ausschuss folgte dem Antrag der Grünen mit großer Mehrheit. Die Fällaktion muss nun warten oder fällt vielleicht ganz aus.

Ein deutliches Stück vorangekommen ist die Ausweisung eines neuen Baugebietes in der Kuhweide. Die Planungen für die Ausweisung eines der letzten in Stadtlage möglichen Quartiere laufen schon seit Jahren . Allerdings waren umfangreiche Vorplanungen und Untersuchungen notwendig, so dass vermutlich erst Ende 2017 die Vergabe der Plätze beginnen kann.

56 Bauplätze für Ein- und Zweifamilienhäuser sollen auf dem Areal südlich der Nödiker Straße entstehen. Sie sind 500 bis 650 Quadratmeter groß, unmittelbar an der Nödiker Straße dürfen drei Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Bernd Kaiser (SPD) schlug vor, angesichts des großen Bedarfes an Bauplätzen und Wohnungen in Meppen eine weitergehende Verdichtung zu überlegen, was Hubert Höning (UWG) angesichts der am Hafen entstehenden 600 Wohneinheiten bezweifelte.

Bodenaustausch

Stadtplaner Jürgen Giese erläuterte auf Nachfrage von Bernd Kaiser und Marlies Gruber (CDU), das Areal werde durch die Stadt Meppen vor dem Verkauf komplett ausgekoffert und mit neuem Boden etwas erhöht. So wolle man Probleme mit Grundwasser vermeiden. Gleichzeitig erfolge ein Hinweis an Bauwillige, dass Keller nur mit besonderen Abdichtungen zu errichten seien.

Richard Dickmann (UWG) forderte den Erhalt möglichst aller Bäume in dem Gebiet. Es gelte, nicht den Baumbestand der Straßenführung anzupassen, sondern umgekehrt. Nach Aussage Jürgen Gieses stehen nur an einige Entwässerungsgräben Bäume. Der Rest sei Wiese.

Darauf hatte auch der Naturschutzbund in seiner Stellungnahme zum Verfahren hingewiesen und vorgeschlagen, zum Ausgleich das notwendige Regenwasserrückhaltebecken ökologisch zu gestalten. Dem will die Stadt so weit möglich nachkommen. Ansonsten ergäben sich keine ökologischen Probleme, das habe die Artenschutzrechtliche Überprüfung ergeben.

Bei zwei Enthaltungen hat der Ausschuss Flächennutzungsplan und Bebauungsplan beschlossen. Sie müssen noch öffentlich ausgelegt und später vom Stadtrat beschlossen werden.