Straßenreiniger Falko Wirtz Mein Job und ich: Saubermann vom Dienst in Meppen


Meppen. Straßenreiniger üben einen ekelhaften Beruf aus, sind nicht besonders sauber, zählen nicht gerade zu den Menschen, die die hellsten im Kopf sind –stimmt das? In unserer Serie „Mein Job und ich“ gehen wir Vorurteilen gegenüber Berufen auf den Grund und räumen damit auf. Dieses Mal haben wir mit dem Meppener Straßenreiniger Falko Wirtz gesprochen.

Der 35-Jährige ist seit Januar 2008 bei den Stadtwerken Meppen beschäftigt und hier für die Reinigung der Innenstadt verantwortlich. Sein Einsatzgebiet erstreckt sich über die Bereiche der Sparkassen-Geschäftsstelle Am Neuen Markt, Sport Höfer, Parkplatz Nikolaus-Augustin-Straße, Hinterstraße, Domhof, Im Sack, Innenstadt und Bahnhof. Wirtz sieht in seinem Job „das gesündeste und schönste Fitnessprogramm, das man sich vorstellen kann“.

Herr Wirtz, Sie üben einen Job aus, dem vermutlich mancher mit Vorurteilen begegnet. Mit welchen?

Hier und da fallen mal flapsige Bemerkungen, das hält sich jedoch in Grenzen. Und der Freude an meiner Arbeit tut dies sowieso keinen Abbruch.

Gibt es Passanten, die vor Ihrer Nase absichtlich etwas fallen lassen, während Sie gerade reinigen?

Leider muss ich ein solches Verhalten immer mal wieder feststellen. Insbesondere junge Menschen sind da sehr nachlässig.

Andersherum: Gibt es Passanten, die Ihnen für Ihre Arbeit danken? Haben Sie vielleicht mal Geschenke oder eine nette Überraschung für Ihren Job als „Saubermann vom Dienst“ bekommen?

Viele Menschen kommen mit einem dankenden Wort auf mich zu. Insbesondere von den Geschäftsleuten höre ich des Öfteren „Schön, dass wir Sie haben“. Aber auch Touristen, die mit Reisebussen unsere Stadt besuchen, bestätigen meine Arbeit. Hier höre ich immer wieder, dass Meppen eine schöne und saubere Stadt ist. Das ist der schönste Lohn, den ich für meine Arbeit bekommen kann. Und wenn mich die Passanten dann noch mit einem Lächeln beschenken, weiß ich, dass ich mich für den richtigen Beruf entschieden habe.

Welches ist der am meisten verschmutzte Bereich Meppens nach dem Bermudadreieck?

In meinem Einsatzgebiet ist nach dem Bermudadreieck der Bahnhofsbereich, insbesondere die Unterführung, der am meisten verschmutzte Bereich. Auffällig ist dies insbesondere nach größeren Veranstaltungen, durch die An- und Abreise der Besucher.

Sie üben einen Beruf aus, der auch mit Unrat zu tun hat. Kostet Sie das manches Mal Überwindung?

Ich mache meine Arbeit gern. Weniger schön wird es allerdings, wenn Essensreste beseitigt werden müssen. Auch das Entfernen von Glasscherben ist sehr aufwendig.

Bei Wind und Wetter sorgen Sie für die Sauberkeit in Meppens Innenstadt. Ein „zu nass“ oder „zu kalt“ gibt es für Sie nicht. Was schätzen Sie insbesondere an Ihrem Beruf?

Ich liebe die Arbeit unter Menschen und an der frischen Luft – das wohl gesündeste und schönste Fitnessprogramm, das man sich vorstellen kann.

Die Weihnachtszeit kommt näher. Für viele oder die meisten ist sie die schönste Zeit des Jahres. Sind die Geschenksuchenden und Weihnachtsmarktbesucher besonders nachlässig und sorgen für mehr Arbeit?

Das stelle ich nicht fest. Die Passanten werden nicht nachlässiger, dennoch gibt es aufgrund des Weihnachtsmarktes und steigender Besucherzahlen in der Innenstadt mehr für mich zu tun. Zugleich genieße ich diese Zeit aber auch ganz besonders. In den Wochen vor Weihnachten wächst man mit den Beschickern des Weihnachtsmarktes fast schon wie eine Familie zusammen. Man kennt sich, man grüßt sich, kommt mitunter ins Gespräch und ist letztendlich gemeinsam dafür verantwortlich, dass Bürger und Gäste einen schönen Aufenthalt in unserer Stadt genießen dürfen.

Tagsüber sind Sie damit beschäftigt, Schmutz und Unrat, der durch die Passanten verursacht wurde, zu beseitigen. Haben Sie da zu Hause noch Lust, sauber zu machen?

Ich denke, gerade durch meinen Beruf bin ich auch zu Hause in puncto Sauberkeit sehr motiviert.

Was war Ihr außergewöhnlichster „Fund“?

Einen außergewöhnlichen Fund habe ich (noch) nicht gemacht. Natürlich finde ich auch immer wieder einmal Schlüssel, Handys oder Geldbörsen, die ich dann an meine Kollegen vom Fundbüro weiterleite.


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