Tierkadaver an Varloher Schleuse Aufregung wegen vermeintlicher toter Affen auf der B70 in Geeste

Irrtum: Die Affen im Käfig am Café „Zur alten Schleuse“ erfreuen sich bester Gesundheit. Foto: Archiv/ Ann Christin FischerIrrtum: Die Affen im Käfig am Café „Zur alten Schleuse“ erfreuen sich bester Gesundheit. Foto: Archiv/ Ann Christin Fischer

Geeste. Auf der B70 lagen im Bereich der Varloher Schleuse zuletzt mehrere große Tierkadaver. Möglicherweise Affen, dachten einige Verkehrsteilnehmer, immerhin befindet sich nur ein paar Meter weiter ein Affengehege auf einem Privatgrundstück. Obschon dort alles in Ordnung war, fanden die Beamten auf dem Asphalt tatsächlich tote Exoten.

Große, stark behaarte Tierkadaver auf Bundesstraßen sind nicht besonders appetitlich. Vor allem sind sie dort aber eher ungewöhnlich. Kein Wunder, dass mehreren Autofahrern der Anblick der toten Tiere auf der B70 nahe der Kreuzung an der Varloher Schleuse im Gedächtnis haften blieb. Ein Facebook-User etwa informierte unsere Zeitung Donnerstagmorgen über die verendeten Tiere: Am Mittwoch habe er an der Stelle einen angefahrenen Affen gesehen, am Tag darauf habe er an gleicher Stelle direkt das nächste verendete Tier entdeckt. Er stellt die Frage in den Raum, ob diese aus dem unweit gelegenen Affengehege auf dem Grundstück eines Cafés geflohen sein könnten.

Affengehege unweit der Stelle

Das Café, von dem er spricht, ist das Café zur Alten Schleuse . In dessen Garten befindet sich ein großer Käfig. Und tatsächlich leben darin Affen . „Wir haben einige Paviane und Gibbons“, erklärt Anke Hahn, die das Café betreibt, in der darüber liegenden Wohnung lebt und Herrin der Affen ist. Die Tiere charakterisiert sie als eher straßenscheu: „Unsere Affen würden niemals bis zur Fahrbahn laufen.“ Sie seien so sehr auf das Leben im Käfig und mit ihren Artgenossen konditioniert, dass sie „völlig verdattert“ wären, würden sie sich plötzlich jenseits der Grundstücksgrenze wiederfinden. Der ungewohnte Straßenverkehr täte dann sein übriges: „Die Affen würden einfach nur versuchen, so schnell wie möglich wieder zurück in ihr Gehege zu kommen“, ist sich Hahn sicher.

„Vermissen keine Affen“

Es ist nicht das erste Mal, dass beim Anblick toter Tiere in der Nähe von Hahns Grundstück vermutet wurde, dass diese dort herkommen. In der Vergangenheit gab es bereits Meldungen über tote Affen nahe ihres Grundstücks. Hahn glaubt, dass die Vorstellung den Leuten manchmal merkwürdige Streiche spielt: „Früher hatten wir auch mal Hängebauchschweine. Wenn irgendwo in der Nähe eine tote Nutria am Straßenrand lag, haben die Leute darin eines unserer Schweine erkannt.“ Unserer Redaktion gegenüber versichert sie: „Mit dem Gehege ist alles in Ordnung und wir vermissen definitiv keinen Affen.“

Behörden informiert

Ihre Zusicherung kann den Lauf der Dinge allerdings nicht aufhalten: Die Behörden sind bereits informiert. Während das Veterinäramt des Landkreises ausrückt, um den Käfig zu prüfen, suchen Polizisten auf der B70 die Kadaver toter Affen. In gewisser Hinsicht ist ihre Suche erfolgreich: Tatsächlich liegen unweit der Varloher Schleuse vergleichsweise große Tierkörper mit starkem Fellbewuchs. Und tatsächlich handelt es sich bei den Tieren um eine gebietsfremde Gattung, wie sich aus einer Anfrage bei der Polizei ergibt: Nutrias, ursprünglich aus Südamerika eingewandert, sind dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen.

Kein ungewöhnlicher Anblick

Ihr Erscheinungsbild erinnert eigentlich eher an Biber – immerhin sind Nutrias aber vergleichsweise groß und haben ein dichtes Fell, was bei manchen Zeitgenossen möglicherweise die Fantasie anregt. Das zumindest vermutet Affen-Besitzerin Anke Hahn: „Im Zweifelsfall sollten die Leute lieber zweimal hinsehen, bevor sie sich wegen eines toten Affen verrückt machen.“ Mit dem Anblick toter Nutrias ist indes häufiger zu rechnen: Das zu den invasiven Arten zählende Tier verbreitet sich im Emsland seit Jahren sehr stark – dementsprechend dürften auch entsprechende Unfallzahlen steigen.


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