Infomesse für Insassen JVA Meppen öffnet Perspektiven für die Zeit nach der Haft

Von Heiner Harnack


Meppen. In der Justizvollzugsanstalt (JVA) an der Grünfeldstraße fand eine Infomesse statt, die den Gefangenen Hilfestellung geben soll, sich in ihrem Leben nach der Haft besser zurecht zu finden. Vertreter der JVA machten deutlich, das Resozialisierung bereits hinter Gittern beginne.

Dagmar Bloemen, Entlassungskoordinatorin der JVA, und Bernhard Saalfeld, stellvertretender Anstaltsleiter, erzählen beim Gespräch in der Anstalt, dass das vorrangige Ziel der Veranstaltung sei, die Insassen auf die Entlassung vorzubereiten. „Die Gefangenen können sich viele Informationen über verschiedene Behörden und Institutionen holen, die nach der Entlassung wichtig werden“, so Bloemen. Viele Kontakte zu den Einrichtungen würden schon im Vorfeld aufgebaut, erklärt die Sozialarbeiterin. Man könne sich zum Beispiel für ein Probewohnen im Leben nach dem Gefängnis melden.

Positive Rückmeldungen

Bernhard Saalfeld erzählt, dass es nach einer längeren Haftstrafe schwieriger werde, sich draußen zurecht zu finden. „Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche sind die Grundpfeiler für eine gelungene Resozialisierung“, macht er deutlich. „Wenn der ehemalige Gefangene den Kontakt zu den verschiedenen Stellen hält, dann wird auch geschaut, was gut und weniger gut funktioniert hat“, erklärt Bloemen. Höre man irgendwann nichts mehr von einem ehemaligen Gefangenen, könne man das zunächst als Zeichen werten, dass alles gut funktioniere „Es kommt aber auch vor, dass sich ein Mensch meldet und mitteilt, dass es geklappt hat, da er gut auf das neue Leben vorbereitet wurde“,verweist Saalfeld auf positive Rückmeldungen.

Spezifischer Beratungsbedarf

Hermann Winter von der Bezugstherapie der auf der Messe vertretenen Fachklinik Hase-Ems in Haselünne , erklärt, man wolle vor Ort auf den spezifischen Beratungsbedarf von Strafgefangenen eingehen. „Es geht bei uns immer wieder um das Thema Alkohol, Medikamente, Drogen und Spielsucht“, macht er auf das Spektrum der Therapie aufmerksam. Entsprechende Behandlung werden auch von den Krankenkassen oder der Deutschen Rentenversicherung finanziert, erzählt der Fachmann. „Bei der Aufnahme in unsere Klinik bekommt der Rehabilitant auch sofort seinen Bezugstherapeuten, der mit ihm durch die gesamte Therapie geht.“ Über Suchtprobleme kämen Menschen eher in die Straffälligkeit, kann er aus langjähriger Erfahrung mit seinem Klientel berichten. (Weiterlesen: Plätze zur Sicherungsverwahrung in Meppen entstehen)

Resozialisierungsgedanke im Vordergrund

Saalfeld und Bloemen von der JVA verweisen darauf, dass nach Gesetz ein Gefangener einen Mindestanspruch von einer Stunde Besuch im Monat hat. „Wir haben aber ein sehr ausgeweitetes Besuchsangebot, sodass die Inhaftierten montags, donnerstags, freitags und auch am Wochenende Besuch empfangen können“ - in der Regel entspräche das drei Besuchen im Monat. Damit versuche man, den Resozialisierungsgedanken im Vordergrund zu stellen. Saalfeld fügt hinzu, wie wichtig es sei, die Kontakte nach draußen aufrecht zu erhalten, damit ein Leben in Freiheit gelingen könne.