Sauberes Wasser für Kilueka Meppener Verein aqua creactive hilft in Afrika

Von Heiner Harnack

Helmut Pante berichtete dem zahlreich erschienenen Publikum von der teilweise sehr aufwendigen Arbeit in Afrika. Foto Heiner HarnackHelmut Pante berichtete dem zahlreich erschienenen Publikum von der teilweise sehr aufwendigen Arbeit in Afrika. Foto Heiner Harnack

Meppen. Die Meppener Abteilung des weltweit tätigen Vereins aqua creactive hilft derzeit den Menschen in der Dörfergemeinschaft von Kilueka in der Demokratischen Republik Kongo bei der Verbesserung der Lebensbedingungen. In Meppen-Helte berichteten die Vereinsmitglieder über diese Arbeit.

„Wir versuchen, den Menschen mit sauberem Wasser und gesunder Ernährung zu helfen“, sagte der Erste Vorsitzende Helmut Pante. „Das Hauptproblem liegt darin, dass es sehr schwer ist, in diese Region zu gelangen.“ Wolle man nach Kilueka gelangen, müsse man, von der Hauptstadt Kinshasa kommend, auf einem Lastwagen Platz nehmen und werde dann für einen Tag oder auch länger circa 150 Kilometer durch die Gegend geschaukelt.

„Die Ernährung der Menschen bestand hauptsächlich aus der nährstoffarmen Maniok-Pflanze, die zwei bis drei Tage gewässert werden muss, damit diese überhaupt genießbar ist“, erklärte Pante. Es habe genug Wasser gegeben, das aber verschmutzt gewesen sei, da dort alles von Abwässern bis Fäkalien in die Bäche hineinlief, so Pante weiter. „Wen wunderte es dann, dass wir dort eine sehr hohe Kindersterblichkeit vorfanden.“

Zunächst sei es wichtig gewesen, ein Gebäude als Mittelpunkt des Ortes zu erstellen, wo sich unter anderem die Häuptlinge der Gegend versammeln können. „Unsere Arbeit funktioniert nur dann, wenn sie zustimmen“, machte er auf die ein oder andere Hürde aufmerksam. Als wertvolle Ernährungsquelle sieht Pante den Moringa-Baum an, der reich an Proteinen, essentiellen Fettsäuren und Vitaminen sei. Er enthalte antibiotische Substanzen und man könne Extrakte für die Zubereitung von Salatölen, Tees, Wachs für Salben, Kerzen und Seifen nutzen.

Tief bewegt zeigten sich die Zuhörer, als Gerhard Debbrecht, zweiter Vorsitzender von aqua creactive, von der Arbeit des im vergangenen Jahr verstorbenen Meppeners Martin Wobken in Afrika berichtete. „Er war mein Schüler am Windthorst-Gymnasium und ich war sehr beeindruckt, als er kam und erzählte, dass er seinen gut dotierten Job als Wasserbauingenieur an den Nagel gehängt hätte, um in Afrika zu helfen.“ Wobkens Idee habe ihn begeistert, der einst gesagt hätte, er wolle nicht als Europäer kommen, der alles wisse, sagte Debbrecht. „Martin hatte den Menschen beigebracht, mit einheimischen Materialien, die Brunnen zu bauen.“ Wobken habe ihm einst von riesigen Wagenparks großer Organisationen erzählt, die nie gebraucht worden seien.

„Martin hatte einen Versuch gestartet, um etwas mit denen auf die Beine zu stellen“, was aber gescheitert sei, berichtete Debbrecht. Als sein ehemaliger Schüler in Deutschland gewesen sei, habe er einem der Pumpenhersteller die Frage gestellt, warum man Leute vor Ort nicht ausbilde, damit sie die Technik selbst reparieren könnten, an der häufig nur ein paar Schrauben gefehlt hätten. „Dort unten gibt es ganze Pumpenfriedhöfe.“ Wobken hat den Vorschlag gemacht, mit den Firmen einen Vertrag über die Wartung des technischen Geräts zu schließen. „Nichts!“, erzählte ein sichtbar enttäuschter Redner. Martin Wobken starb im Mai 2015 und wurde in seiner Wahlheimat Guinea-Bissau in Westafrika beigesetzt. Sein Verein acqua creactive besteht fort. Debbrecht bekräftigte, dass die gespendeten Gelder direkt in Kilueka ankämen. „Das ist echte Hilfe zur Selbsthilfe.“


Der Weltwasserbericht der UNESCO beschreibt, dass auf dem afrikanischen Kontinent lediglich fünf Prozent der zu Genüge vorhandenen Ressourcen eingesetzt werden können. Das Problem, so die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur, ist der örtliche Zugang und nicht, wie fälschlicherweise geglaubt, der Mangel am lebenswichtigen Nass.