40 Jahre Kinderarzt aus Meppen feiert Praxisjubiläum

Von Helmut Diers

Am Samstag, 29. Oktober, feiert Hans-Ragnar Weber sein 40-jähriges Praxisjubiläum als Kinderarzt und Allgemeinmediziner.

            
Foto: DiersAm Samstag, 29. Oktober, feiert Hans-Ragnar Weber sein 40-jähriges Praxisjubiläum als Kinderarzt und Allgemeinmediziner. Foto: Diers

Meppen. Der Meppener Kinderarzt Hans-Ragnar Weber feiert an diesem Wochenende das 40-jährige Bestehen seiner Praxis. In dieser Zeit begleitete er zahlreich Meppener Familien generationsübergreifend. Das nun anstehende Jubiläum geht mit einem Wermutstropfen einher - zum Jahresende schließt Weber seine Praxis.

Der Facharzt für Kinderheilkunde, Allgemeinmedizin und Homöopathie feiert 29. Oktober in der Herzog-Arenberg-Straße gemeinsam mit seiner Frau Gudrun und seinen medizinischen Angestellten 40-jährigs Praxisjubiläum. Der Wermutstropfen dabei: Weber wird zum Jahresende seine Praxis schließen. Einen Nachfolger konnte er trotz zweier Jahre intensiver Suche bis heute nicht finden. Der 1942 in Leipzig geborene und in Wiesbaden aufgewachsene Mediziner, der mit seiner aus Lüneburg stammenden Ehefrau Gudrun fünf gemeinsame Kinder hat, ließ sich als Facharzt für Kinderheilkunde 1976 in einer Praxis in der Kolpingstraße nieder. Zehn Jahre später erwarb Weber das Haus in der Herzog-Arenberg-Straße und verlegte seine Praxis dorthin.

Patent für medizinische Forschungen

Schon ein Jahr nach seiner Niederlassung als Kinderarzt wurde Weber für zwei Jahre Vorsitzender des Ärztevereins Meppen. Zuvor hatte Weber bereits viele medizinische Stationen durchlaufen. Nach dem erfolgreichen Medizinstudium an der Goethe-Universität in Frankfurt mit Staatsexamen und Promotion im Jahr 1969 arbeitete er Assistenzarzt in Bottrop, Lüneburg und Hannover. Die Facharztausbildung Kinderheilkunde erfolgte von 1971 bis 1976 in der Universitäts-Kinderklinik Heidelberg. Während dieser Zeit wurde dort auf Initiative Webers eine Ethikkommission für Organtransplantationen bei Kindern ins Leben gerufen. Während seiner Stabsarzttätigkeit in den Jahren 1973 und 1974 in Lüneburg betreute er ehrenamtlich die Reiter der Internationalen Vielseitigkeitsmeisterschaften in Luhmühlen. 1991 erhielt Dr. Weber die Zusatzbezeichnung Homöopath. Intensive medizinische Forschungen brachten Weber für ein Verfahren zur Mikroblutkörperchensenkung ein medizinisches Patent ein. (Weiterlesen: Apotheker aus Meppen kritisieren Ende der Preisbindung)

Meppen als Ende einer Pilgerreise

Auch wenn Weber keinen Praxisnachfolger präsentieren kann, mag man ihm recht geben, wenn er sagt: „Mit 75 Jahren dürfte es erlaubt sein, sich zur Ruhe zu setzen“. Weber blickt mit Genugtuung auf seine jahrzehntelange Tätigkeit zurück. „Es ist wundervoll, wenn man feststellt, wie viele Familien man durch drei Generationen medizinisch begleitet hat“. Dass es Weber nach Meppen verschlug, war in gewisser Weise göttliche Fügung. Während der Suche nach einem Niederlassungsort trat Weber eine Pilgerreise nach Rom an. Das Emsland war ihm von einer Praxisvertretung in Papenburg bekannt. Auf der Rückfahrt von Rom fuhr er per Bahn durch Meppen. Als er bei seiner Frau Gurdrun eintraf, hatte diese schon Prospekte der Kreisstadt organisiert. Weber, der schon länger mit Meppen liebäugelte, brauchte nur kurz die Prospekte studieren, da stand für ihn fest: Es wird Meppen. „Damals war das Emsland mit Kinderärzten total unterversorgt“, erinnert sich Weber. Mit der Schließung seiner Praxis zum Jahresende geht in Meppen eine Ära zu Ende, an die sich viele Emsländer gern erinnern werden.