300 besuchten Marienhausschule Informationstag zu Pflegeberufen in Meppen

Von Petra Heidemann


MEPPEN. „Was möchtest Du später mal beruflich machen?“ Häufige Antwort: „Irgendwas mit Menschen ...“ Um dieses zu konkretisieren, hat die Meppener Marienhausschule regionalen Kooperationspartnern ein Forum geboten, Schülern die Attraktivität und die beruflichen Perspektiven im pflegerischen und sozialpflegerischen Bereich nahezubringen.

In ihrer Begrüßung knüpfte Schulleiterin Eva-Maria Meyer an die aktuellen Zahlen an, dass zwar 75 Prozent der Menschen zuhause sterben möchten, aber eben 75 Prozent der Menschen tatsächlich in Pflegeeinrichtungen sterben. Um die zukünftige Versorgung mit Fachkräften in pflegerischen und sozialpflegerischen Berufen sicherzustellen, müsse die Ausbildung für junge Menschen attraktiv sein.

„Pflege“ sei im Rahmen der berufsbildenden Schulen der Marienhausschule mit seinen zurzeit sechs Klassen Altenpflege, fünf Klassen Heilerziehungspflege und zwei Klassen Pflegeassistenz ein wichtiger Fachbereich, um dem drohenden Pflegenotstand entgegenzuwirken. Die „Attraktivität dieser Berufe hervorzuheben und berufliche Perspektiven deutlich machen“, sei Zweck und Ziel dieses Forums, unterstrich auch Kerstin Siebert- Müller (Fachbereichsleitung Heilerziehungspflege).

14 Kooperationspartner

So präsentierten sich aus den Fachbereichen Pflege und Heilerziehungspflege 14 emsländische Kooperationspartner und eine der Marienhausschule verbundene Einrichtung aus Münster mit Infoständen und stellten sich den Fragen der 300 Schüler, in der Hoffnung, etliche von ihnen als zukünftige Auszubildende wiederzusehen, um dem Pflegenotstand, der in Großstädten bereits an der Tagesordnung ist, zuvorzukommen. Die Institutionen betonten gegenüber der MT-Redaktion den dringenden Handlungsbedarf, gehe es doch nicht nur um medizinische Grundversorgung von kranken, alten oder sterbenden Menschen. So unterscheide die Heilerziehung den geschützten Demenzbereich, die Betreuung und Begleitung von Menschen mit Behinderung sowie  die Pflege junger Menschen.

Persönliche Erfahrungen

Zahlreiche Schüler der Marienhausschule und ihre Lehrkräfte ermöglichten Besuchern auch gleich wertvolle persönliche Erfahrungen zu sammeln. So erstreckte sich das Angebot von anschaulicher Darstellung der Tätigkeitsfelder über einen von Schülern gedrehten Film zur Thematik des selbstbestimmten Lebens eines Menschen mit Behinderung bis hin zur  Möglichkeit, in einem Alterssimulationsanzug hautnah die möglichen Einschränkungen, die das Altern mit sich bringt, hautnah zu erleben. Tief beeindruckt kommentierte eine Schülerin, als sie Körper-, Arm- und Bein-Gewichtsmanschetten, Gelenkversteifungen, die sichteinschränkende Brille und den Gehörschutz abgelegt hatte: „Ich fühlte mich völlig hilflos und auf andere angewiesen, ich konnte ja plötzlich gar nichts mehr! Da braucht man einfach jemanden, der einen an die Hand nimmt und mitgeht!“

All dies und nicht zuletzt die praktischen Demonstrationen der Auszubildenden zeigten nicht nur die demografische Notwendigkeit für unsere Gesellschaft, sich offen und innovativ mit der Pflegesituation in unserm Land zu beschäftigen, sondern sprachen motivierend die Klientel direkt an, auf deren Schultern die Bewältigung dieser gesellschaftlichen Aufgabe liegen wird.

Berufsbild stärken

Wolle man dem Pflegenotstand entgegenwirken,  müsse man dazu beizutragen, dass die Einrichtungen unserer Region mit Fachkräften professionell versorgt seien. Das setze voraus, „das Berufsbild der Pflege zu stärken, das wiederum bedürfe einer „guten pädagogischen Ausbildungsbegleitung, einer sinnvollen Verzahnung der Lernorte Theorie und Praxis und ende mit guten beruflichen Rahmenbedingungen“, so die Schulleiterin. 

Deshalb tagten parallel zur Informationsveranstaltung die Heim- und Pflegedienstleiter; Kathrin Hirchert vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben referierte zum Thema „Generalistische Pflegeausbildung“ - die Entwicklung eines neuen Berufsbildes aus der Zusammenführung aller Bereiche der Krankenpflege- und der Altenpflegeausbildung.  „Bezüglich dieser neuen zukünftigen  Qualifizierungsmöglichkeiten ist es uns ganz wichtig, auf dem neusten Stand zu sein, um angemessene Ausbildungskonzepte mit den Ausbildungseinrichtungen zeitnah zu erarbeiten“, erläuterte Anke Olthaus (Fachbereichsleitung Altenpflege).


Viele Schul- und Ausbildungsmöglichkeiten: Zum pflegerischen Bereich gehört eine Vielzahl unterschiedlicher Berufe. Pflege, Versorgung, Betreuung, Begleitung, pädagogisches Wirken und Fördern differenzieren sich zudem nach Altersgruppen. Das erfordert umfassende und differenzierte Ausbildung in Kooperation mit den entsprechenden Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Krippen, Krankenhäusern, Senioreneinrichtungen, Behindertenwohnanlagen und -werkstätten sowie Pflegeeinrichtungen.

In der Region Emsland  können an der Marienhausschule und an den BBS Meppen schulische Abschlüsse vom Sekundarabschluss I in Berufsfachschulklassen über die Fachhochschulreife in den entsprechenden Fachoberschulen bis zur Allgemeinen Hochschulreife in der Berufsoberschule (Marienhausschule) und den Beruflichen Gymnasien (BBS Meppen) erlangt werden. An beruflichen Abschlüssen bieten die Schulen in Berufsfachschulklassen und in der Fachoberschule die zumeist zwei- und dreijährigen Ausbildungsgänge Pflegeassistent/in, Altenpfleger/in , Ergotherapeut/in, Sozialpädagogische/r Assistent/in, Erzieher/in, Heilerziehungspfleger/in an. Des weiteren ist ein Dualer Studiengang Pflege (BA) möglich.

Genauere Informationen bekommt man bei den Meppener Schulen direkt oder sind den Homepages der Schulen zu entnehmen: Marienhausschule, Friedrichstr. 11 - www.marienhausschule.de BBS Meppen, Nagelshof 83 - www.bbs-meppen.de

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