Schilder abgeholzt Wogen im Liederwald in Meppen glätten sich

Abgesägt: der Stiel einer Liedertafel im Meppener Liederwald. Der Vorfall hatte für Unmut bei der Seniorenwerkstatt über das Vorgehen städtischer Mitarbeiter gesorgt. Foto: Tim GallandiAbgesägt: der Stiel einer Liedertafel im Meppener Liederwald. Der Vorfall hatte für Unmut bei der Seniorenwerkstatt über das Vorgehen städtischer Mitarbeiter gesorgt. Foto: Tim Gallandi

Meppen. Im Fall des Liederwaldes im Esterfelder Forst werden mittlerweile mildere Töne angeschlagen. In der letzten Woche waren die Schilder auf Betreiben der Tourist Information Meppen (TIM) für Renovierungsarbeiten entfernt worden. Dies hatte für Verstimmung bei der Seniorenwerkstatt gesorgt.

Bei den Mitgliedern der Seniorenwerkstatt herrschte am Freitag immer noch ein gewisser Unmut über das Vorgehen städtischer Mitarbeiter im Esterfelder Forst. Am Rande eines Treffens wurde die Aktion als „völlig unnötig“ bezeichnet. Mutmaßlich am letzten Samstag hatte ein Trupp des Werkhofes die Liedertafeln abgesägt. Das Vorgehen wurde später damit begründet, die Pfähle seien morsch gewesen. Aus Bildern, die unserer Redaktion vorliegen, geht das zumindest nicht hervor.

Seitens der Seniorenwerkstatt wurde nach dem Verschwinden der Schilder eine Anzeige bei der Polizei aufgegeben – den Mitgliedern der Gruppe war vom Einsatz des Arbeitstrupps vom Bauhof nichts bekannt. Auch die Pläne, einige der Liedtexte auszutauschen, war den Senioren neu.

Steckenpferd der Seniorenwerkstatt

Man habe sich zumindest eine bessere Information seitens der TIM oder entsprechender Stellen bei der Stadt gewünscht, erklärte Heinz Rehse unserer Zeitung in der vergangenen Woche. Die Seniorenwerkstatt hatte den Liederwald vor Jahren gemeinsam mit der TIM gestaltet, er war eine Art Steckenpferd der Gruppe. Renovierungsbedarf gab es aus ihrer Sicht aktuell kaum, lediglich einige Imprägnierarbeiten seien demnächst nötig gewesen – diese durchzuführen, hatte man bereits ins Auge gefasst.

Kompromiss in Sicht

Anfang vergangener Woche kochte der Zorn in der Seniorenwerkstatt daher zunächst hoch. Mittlerweile glätten sich die Wogen. In der Woche hat es mehrmals Gespräche zwischen der TIM und den Senioren gegeben, ein Kompromiss zeichnet sich ab. „Uns ist vor allem wichtig, dass der Liederwald von der Seite wieder hergestellt wird, die den jetzigen Zustand herbeigeführt hat“, betonte Heinz Rehse den Standpunkt seiner Gruppe.

Über neue Liedtafeln und -texte könne man reden. Wünschenswert sei zudem die Klärung, wer künftig für den Liederwald zuständig sein soll. „Eigentlich haben wir uns immer darum gekümmert“, erklärte Rehse. Bisweilen hätten freilich auch Mitarbeiter der TIM Reinigungs- und Instandshaltungsarbeiten durchgeführt.

Kein Alleingang geplant

Manfred Büter, Geschäftsführer der TIM, bezeichnete den Vorfall als „unglückliches Missverständnis“. Die Ausbesserungsarbeiten an den Liedtafeln seien seit längerer Zeit geplant gewesen. Man habe die Seniorenwerkstatt möglicherweise im Vorfeld nicht ausreichend darüber informiert: „Das tut uns natürlich leid, wir hatten zu keinem Zeitpunkt die Absicht, hier einen Alleingang zu starten.“

Tafeln in wenigen Wochen zurück

Warum die Schilder abgesägt statt abmontiert wurden, bleibt indes weiterhin unklar. „Fakt ist aber, dass in wenigen Wochen alle Tafeln wieder am alten Standort stehen werden“, versicherte Büter. Zudem verkündete er, man werde sämtliche weiteren Schritte der Ausbesserungs- und Gestaltungsarbeiten gemeinsam mit der Seniorenwerkstatt besprechen. Falls tatsächlich, wie ursprünglich von Büter angekündigt, einige Liedtexte ausgetauscht würden, werde man gemeinsam eine entsprechende Auswahl treffen.


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