Umbau für zehn Schwerverbrecher JVA Meppen erhält Plätze zur Sicherungsverwahrung

Die Justizvollzugsanstalt in Meppen-Versen soll auf ihrem Gelände um den Bereich der Sicherheitsverwahrung erweitert werden. Archivfoto: Tobias BöckermannDie Justizvollzugsanstalt in Meppen-Versen soll auf ihrem Gelände um den Bereich der Sicherheitsverwahrung erweitert werden. Archivfoto: Tobias Böckermann

Meppen/Hannover. Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Meppen-Versen erhält eine eigene Abteilung zur Sicherungsverwahrung. Das hat die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz am Mittwoch in Hannover mitgeteilt.

JVA-Leiter Per Zeller führte weitere Details aus. „Bislang gibt es in Niedersachsen nur in der JVA Rosdorf bei Göttingen eine Sicherungsverwahrung für ganz Niedersachsen.“ Diese sei gerade im Sommer neu eröffnet worden und biete 45 Verbrechern Platz. Der Bedarf sei aber größer. „Meppen wird jetzt der zweite Standort in Niedersachsen.“ Zeller sagte, dass hier ab 2018 zehn Plätze vorgehalten werden. Auch wenn es schon in Göttingen „behindertengerechte Bereiche“ gibt, würden speziell die zehn Plätze in Meppen für „ältere und mobilitätseingeschränkte“ Verbrecher errichtet. Eine Zelle werde sogar rollstuhlgerecht gebaut.

350 Gefangene

In Meppen sei gerade ein neuer Gefängnisbau im Rahmen der Sozialtherapie entstanden. Damit gebe es auf dem Areal mit seien 350 männlichen Gefangenen freie Kapazitäten. „Das frei gewordene Gebäude wird im kommenden Jahr saniert“, so der JVA-Leiter. Der leitende Regierungsdirektor bezifferte die Baukosten auf „knapp zwei Millionen Euro“. In der JVA Meppen arbeiten 230 Beschäftigte. „Wir werden das Personal aufstocken“, so der 41-Jährige. Die Entscheidung der Landesregierung sei somit eine „Standortsicherung und eine gute Nachricht für die JVA Meppen-Versen“.

Er erinnerte daran, dass die Justizvollzugsanstalt in Celle bereits geschlossen wurde und in Braunschweig die Schließung bevorstünde.

Keine Mörder inhaftiert

Zeller bestätigte, dass bislang in Meppen keine „lebenslangen und ganz gefährlichen Straftäter“ inhaftiert seien. So gebe es weder „Mörder noch organisierte Kriminellen“.

Sicherungsverwahrung bedeute, dass die Verurteilten ihre Strafe bereits abgesessen hätten. Ein Gericht habe aber eine Sicherheitsverwahrung über das Haftende hinaus angeordnet. So erwarte er in Meppen auch Straftäter von „Tötungs- und Sexualdelikten“.

Lebensabend im Gefängnis

„Oft verbringen diese Männer dann ihren Lebensabend im Gefängnis.“ Gleichwohl sei es auch eine Aufgabe der Justizvollzugsanstalt, diese Menschen zu resozialisieren und gegebenenfalls auf ein Leben außerhalb des Gefängnisses vorzubereiten. „Das ist schon eine echte Herausforderung für uns“, so der JVA-Leiter .

Im Gespräch mit unserer Zeitung wies Zeller auf das Recht dieser Inhaftierten hin, dass sie trotz Sicherungsverwahrung „einmal im Monat die Anstalt verlassen dürfen“. „Dies passiert dann aber nur unter Aufsicht“, ergänzte er. Dabei hätten die Gefangenen oft den Wunsch, ihre Verwandten irgendwo in Niedersachsen zu besuchen. Gleichwohl könne es vorkommen, dass „sie einfach nur in der Meppener Innenstadt spazieren gehen wollen“.


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