Viel Geschick auf vier Rädern Individuelle Herausforderungen beim ADAC-Turnier in Emlichheim

Milimeterarbeit: Auf Genauigkeit kommt es im Parcours an. Foto: Sebastian HamelMilimeterarbeit: Auf Genauigkeit kommt es im Parcours an. Foto: Sebastian Hamel

Emlichheim. Ob Slalom, Einparken oder Wenden – beim Bundesfinale der ADAC-Turnierfahrer mussten die Teilnehmer beweisen, dass sie ihr Fahrzeug unter Kontrolle haben. Zum 63. Mal ist die Endrunde der ADAC-Turnierfahrer über die Bühne gegangen. In diesem Jahr zeichnete der Regionalclub Weser-Ems für die Austragung verantwortlich, umgesetzt durch die Ortsclubs MSF Meppen und MSC Emlichheim.

57 Fahrer aus dem gesamten Bundesgebiet traten an, um die Deutschen Meister und das beste Team zu küren. Die Teilnehmer setzten sich zusammen aus den Punktbesten der Landesvorrunden. Das Kriterium für das Fahrzeug: Es muss straßenzugelassen sein. So stellten sich die verschiedensten Modelle, vom Kleinwagen bis zum Kombi, dem kniffligen Parcours mit seinen zehn Hindernissen. Diesen galt es, so schnell wie möglich zu durchfahren. Unterliefen den Fahrern Fehler, hagelte es Strafsekunden. Dreimal durchfuhr jeder Teilnehmer den Kurs, zwei Durchgänge wurden gewertet.

Individueller Parcours

Los ging das Turnier bereits am Vortag mit dem Fahrertreff – und damit begann auch ein großer Teil der Vorbereitungsarbeit, wie Turnierleiter Dietmar Silbernagel von den Motorsportfreunden (MSF) Meppen berichtete: Jedes der Fahrzeuge musste einzeln vermessen werden, um die Hindernisse des Parcours pro Auto individuell einstellen zu können – sonst hätte der Polo wohl weitaus weniger Schwierigkeiten, in die Parklücke zu kommen, als der Passat.

„Bezahlbarer Motorsport“

Am nächsten Morgen um 9 Uhr folgte der Start. Unter anderem trat die bis dahin amtierende Deutsche Meisterin Jutta Karls an. Seit 16 Jahren ist die Württembergerin als Turnierfahrerin unterwegs und schätzt diesen „bezahlbaren Motorsport“. Trotz jahrelanger Erfahrung konnte sie sich von etwas Nervosität vor dem Start nicht freisprechen: „Es herrscht schon Anspannung, weil man die besten Leistungen erbringen will“, meinte sie und fügte augenzwinkernd hinzu: „Man muss ja der Konkurrenz zeigen, dass sie es nicht leicht hat.“ Der Konkurrenzgedanke sei dabei gesunder, freundschaftlicher Natur: „Klar möchte ich gewinnen, aber ich gönne es den anderen auch.“ Am Ende stand fest: Ihren Titel konnte Jutta Karls nicht verteidigen, fürs Treppchen reichte es mit Platz 3 in der Frauenwertung aber dennoch. Weiterlesen: 2016 kein internationales Rennen im Funpark Meppen

Durchmischtes Teilnehmerfeld

Altersmäßig war das Teilnehmerfeld gut durchmischt – vom 20-Jährigen bis zum Senior. Ältester Teilnehmer war der 77-jährige Burkhart Jordan. Wie lange er schon im Motorsport aktiv ist? „Das will ich gar nicht sagen“, meinte er lachend. In dem Moment verriet es der Moderator durch die Lautsprecher: seit 1960. Runde um Runde drehten die Fahrer, durch den Schweizer Slalom, das Wendefeld und die schmale Fahrgasse – stets unter den strengen Blicken der Bewerter. Als Gewinner der Herren konnte sich Peter Löbach vom ADAC Hessen-Thüringen durchsetzen, gefolgt von Rolf Oswald (Württemberg) und Dawid Wieder (Westfalen). Bei den Frauen ging Kornelia Günther-Sahr (Südbaden) als Siegerin hervor, über Platz zwei und drei konnten sich Andrea Lemberg vom ADAC Westfalen und Jutta Karls freuen. In der Mannschaftswertung setzte sich der ADAC Westfalen an die Spitze, der Gastgeber Weser-Ems landete auf Platz vier von zwölf Teams. Die besten Fahrer aus Weser-Ems sind Axel Scheile (Platz 14) und Annika Scheile (Platz 9), jeweils vom MSC Osnabrücker Land.



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