Vier Monate auf Station Meppener Krankenhaus hilft Mädchen aus Ghana

Von Ann-Christin Fischer

Elisabeth aus Ghana war vier Monate im Krankenhaus Ludmillenstift untergebracht. Hier verabschiedet sie sich von den behandelnden Ärzten, Familie Hackmann und dem Orthopädiezentrum Kramer. Foto: Ann-Christin FischerElisabeth aus Ghana war vier Monate im Krankenhaus Ludmillenstift untergebracht. Hier verabschiedet sie sich von den behandelnden Ärzten, Familie Hackmann und dem Orthopädiezentrum Kramer. Foto: Ann-Christin Fischer

Meppen. Die Kinderstation des Meppener Krankenhauses war für vier Monate ihr zweites Zuhause. Jetzt ist die zwölfjährige Elizabeth wieder im knapp 7000 Kilometer entfernten Ghana.

Ihr ganzes bisheriges Leben konnte sie nicht richtig gehen, bewegte sich krabbelnd fort. Eine offene Wunde am Fuß wollte einfach nicht verheilen. Im Moment lernt sie, mithilfe speziell angefertigter Schuhe wieder allein zu laufen. „Vor sechs Jahren brachte ihr Großvater Elizabeth in das Nazareth Home for God’s Children, ein Kinderheim im Norden Ghanas“, weiß Ingrid Hackmann aus Meppen, die das Mädchen während seiner Zeit in Deutschland betreute.

Sie kennt auch den Grund, warum Elizabeth damals nicht weiter in ihrem Geburtsort Yendi aufwachsen konnte. „Kinder mit angeborenen Behinderungen werden dort als Spirit Children bezeichnet. Ihr traditioneller Glaube sagt ihnen, dass in diesen Kindern der Teufel steckt, und das sei ein schlechtes Omen für die Familie und die Dorfgemeinschaft.“

Kind sollte für Tod verantwortlich sein

Elizabeths geistige Behinderung und die offene und nicht heilende Wunde am Fuß wurden als „Zeichen“ gesehen. Ihre Eltern starben kurz nach der Geburt, dafür wurde das Kind verantwortlich gemacht. Nachdem ihr Großvater sie in Sicherheit brachte, kümmerte sich eine Ordensschwester namens Stan um die Kleine. (Weiterlesen: Junge aus Jemen eineinhalb Jahre Patient im Ludmillenstift)

Doch Anfang 2016 verschlechterte sich die Verletzung an Elisabeths Fuß. „Es drohte eine Amputation des Unterschenkels“ sagte der behandelnde Arzt Dr. Kai Günsche. Hackmann und Günsche kennen sich, stellten den ersten Kontakt zwischen Deutschland und Ghana her. Er habe laut Hackmann gesagt: „Bringt sie her, wir schaffen das.“

Sie konnte nur krabbeln

Am Anfang krabbelte Elisabeth nur. Heute kann sie, wenn auch noch sehr wackelig auf den Beinen, laufen. Auch dank dem Papenburger Orthopädiemeister Kramer, der die Fertigung der 4000 Euro teuren Schuhe übernommen hat. „Sämtliche Behandlungen hat das Krankenhaus Ludmillenstift übernommen“, so Hackmann.

Nicht nur diese Entwicklung stimmt die Emsländerin froh. „Aus einem anfangs schüchternen und zurückhaltenden Mädchen ist ein lebhaftes und fröhliches Kind geworden. Es war eine wunderbare Erfahrung für uns alle und wir werden sie sehr vermissen.“ In Ghana wird Elizabeth eine Schule besuchen. „Sie macht viele kleine Schritte, ich hoffe, dass es ihr in Ghana gut gehen wird.“


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