So nah und doch so fern? Austausch des Marianum Meppen mit Emmener College

Die deutschen und niederländischen Teilnehmer des Schüleraustauschs. Foto: Gymnasium Marianum MeppenDie deutschen und niederländischen Teilnehmer des Schüleraustauschs. Foto: Gymnasium Marianum Meppen

Meppen. Zum 13. Mal haben das Gymnasium Marianum Meppen und das Hondsrug-College Emmen ihre Austauschwoche für Schüler des Jahrgangs 9 veranstaltet.

Wie in jedem Jahr lebten die Schüler und Lehrer von Montag bis Mittwoch in den niederländischen und von Mittwoch bis Freitag in den deutschen Familien. So konnten sie den Alltag und die Gewohnheiten im Nachbarland erleben.

Nur ca. 20 Kilometer beträgt der Abstand beider Schulen. Trotzdem sind sie so verschieden: Auf der niederländischen Seite arbeiten alle Schüler seit fünf Jahren mit eigenen Tablet-Computern im Unterricht, auf der anderen Seite der Grenze gibt es kaum eine Schule, die Tablets einsetzt.

Den Blick für Anderes öffnen

Auf der einen Seite erhalten die Schüler keine mündlichen Noten, auf der anderen Seite machen diese zum Teil zwei Drittel der Gesamtnote aus. Besonders das Erleben des Alltags in der Partnerfamilie schafft die Basis dafür, mögliche eigene Selbstverständlichkeiten kritisch zu hinterfragen und den Blick für Anderes zu öffnen.

Begonnen hatte die Woche mit dem Kunstprojekt „Holzpuzzle“ in Emmen. Im Vorfeld hatten die Schüler aus Meppen ein Puzzleteil zum Thema „typisch deutsch“ und die Schüler aus Emmen ein Puzzleteil mit typisch niederländischem Inhalt vorbereitet. In Emmen bestand die Aufgabe darin, aus zwei zueinander gehörenden Puzzleteilen ein gemeinsames Kunstwerk entstehen zu lassen. So wurde das Zusammenwachsen beider Nationen sinnbildlich vollzogen. Die Kunstwerke sind jetzt im Foyer des Gymnasiums Marianum ausgestellt.

Unterschiede als Bereicherung

Neben dem gemeinsamen Unterricht sowie einer Fahrradtour in die Umgebung Emmens bedeutete eine Kanufahrt von Klein-Hesepe nach Meppen den Höhepunkt der Woche. „Während des Austauschs spürten die Teilnehmer, wie gewisse anfängliche Bedenken schnell gegenstandslos wurden“, schreibt das Gymnasium Marianum in einer Pressemitteilung. „Die Jugendlichen haben sich selbstverständlich als gegenseitige Partner verstanden und die Unterschiede der Umgangsformen als Bereicherung erlebt. Denn der Blick über die Grenze lohnt sich – auch für Lehrer und Eltern!“

Die Woche wurde im Rahmen des Interreg-Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und von den Provinzen Drenthe, Friesland und Groningen sowie dem Land Niedersachsen kofinanziert.


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