Kameraauto unterwegs Kartendienst Here macht Aufnahmen von Meppen

Bitte lächeln: Ein Kameraauto wurde in der vergangenen Woche in Meppen entdeckt. Es macht Aufnahmen für den Kartendienstleiter Here. Foto: Niklas GrafBitte lächeln: Ein Kameraauto wurde in der vergangenen Woche in Meppen entdeckt. Es macht Aufnahmen für den Kartendienstleiter Here. Foto: Niklas Graf

Meppen. Macht Google gerade Fotos von Meppen? In der vergangenen Woche wurde ein Kameraauto gesichtet, das die Straßen der Kreisstadt abfährt. Von dem amerikanischen Internetkonzern kommt es aber nicht.

Ein blauer Kombi mit einer seltsamen Konstruktion auf dem Dach: In der vorherigen Woche ist ein Kameraauto durch die Meppener Innenstadt gefahren. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass es dabei um die bereits bekannten Google-Autos handelt, die für Google Maps oder Street View Aufnahmen machen. Doch dieses Mal handelt es sich um einen Konkurrenten. (Weiterlesen: Auch in Osnabrück war Here schon unterwegs)

Here, ein Kartendienstleister der deutschen Automobilunternehmen Audi, BMW und Daimler, ist aktuell im Emsland unterwegs, bestätigt Sebastian Kurme auf Nachfrage unserer Redaktion. Das Auto fahre Straßen ab, um Daten zur Erstellung digitaler Karten aufzunehmen. Wie lange die Fahrten in einer einzelnen Stadt oder Region jeweils dauern, könne man jedoch nicht sagen. Die Dauer ist zum einen von der Größe der Stadt und von äußeren Faktoren wie dem Wetter abhängig. Bei Regen sind nämlich keine Fahrten möglich.

Vier von fünf Autos haben Karten von Here

Viele Autofahrer dürften bereits mit den Produkten des Unternehmens in Berührung gekommen sein. Karten von Here befinden sich in vier von fünf Autos mit fest eingebauten Navigationssystemen in Nordamerika und Europa.

Insgesamt beruhe die Erstellung der Karten auf Tausenden von unterschiedlichen Quellen. „Mit Autos Straßen zur Erfassung abzufahren, spielt eine ganz wichtige Rolle“, sagt der Pressesprecher weiter. So verfahre man schon seit längerer Zeit, mittlerweile habe sich die Technik aber weiter entwickelt. „Die neueste Generation unserer Autos nutzt unter anderem LiDAR, eine laserverwandte Methode zur optischen Abstandsmessung“, so Kurme. Pro Sekunde werden damit 700.000 3D-Datenpunkte erfasst, sodass auf diese Weise präzise Aufnahmen entstehen, auf deren Basis ein 3D-Modell der Welt entsteht. „Solche Karten sind unter anderem eine Voraussetzung, um autonomes Fahren Realität werden zu lassen“, erklärt Kurme.

Nummernschilder und Gesichter werden verpixelt

Eine Veröffentlichung der aufgenommen Bilder erfolgt frühestens sechs Monate nach deren Aufnahme. „Nummernschilder wie auch Gesichter werden auf den Aufnahmen automatisch verpixelt“, verspricht der Pressesprecher. Da das Unternehmen Unterzeichner des Kodex für Geodatendienste ist, haben auch Hauseigentümer die unbefristete Möglichkeit, ihre Immobilie ganz oder teilweise unkenntlich machen. Dafür genügt eine E-Mail an privacy@here.com.


Das Unternehmen Here

Here ist Entwickler und Anbieter von cloudbasierten Kartendiensten. Es ermöglicht vielseitige Echtzeitanwendungen und -lösungen für Endkunden, Fahrzeuge, Unternehmen und Städte. Hinter dem Unternehmen steht ein Konsortium führender Automobilhersteller, bestehend aus der AUDI AG, der BMW Group und der Daimler AG. Auf Basis seiner digitalen Karten und Technologie bietet Here Produkte und Lösungen in den Geschäftsfeldern Automotive und Internet of Things an. Zu den Kunden gehören unter anderen Amazon, Bosch, Continental, FedEx, Garmin, Microsoft, Porsche und Samsung.

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