WM 2016 in der Hänsch-Arena Schaulaufen der Deutschen Schäferhunde in Meppen

Von Ann-Christin Fischer


Meppen. Lasset die Spiele beginnen! In der Meppener Hänsch-Arena sind am Mittwochmorgen die Wettkämpfe zur 29. Schäferhunde-Weltmeisterschaft gestartet. Sie dauern noch bis Sonntag, 9. Oktober 2016.

Christian Wieck (31) steht mitten in der Hänsch-Arena. Obwohl sich Hunderte Zuschauer im Stadion befinden, ist es mucksmäuschenstill. Dann laute Schreie und plötzlich kommt ein großer Schäferhund auf ihn zu gerannt, beißt in seinen mit einem Schutz ummantelten Arm, beide drehen sich im Kreis, während Christian Wiek den Hund mit einem Stock „bearbeitet“. Doch keine Sorge, niemand wird verletzt, Christian Wiek nicht gebissen und der Hund nicht geschlagen. Es ist eine Übung im Rahmen der Weltmeisterschaft, genauer gesagt, des Schutzdienstes.

Hohe Anforderungen

„Der Schutzdienst stellt hohe Anforderungen im Rahmen der Ausbildung, da die Übungsteile sicher und energisch, jedoch immer mit größtmöglicher Führigkeit absolviert werden müssen“, sagt Roswitha Dannenberg, Pressesprecherin des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV). Im Schutzdienst lerne der Hund, seinen Hundeführer zu beschützen und zu verteidigen und gleichzeitig die Hörzeichen zu befolgen. 100 Punkte gibt es in dieser Disziplin zu holen, genau wie in den anderen beiden. „Aber ich weiß nicht, ob jemals ein Team die 300 Punkte bekommen hat“, meint Dannenberg schmunzelnd.

Mutterland der Rasse

Keine andere Hunderasse ist in der Bundesrepublik so stark verbreitet wie der Deutsche Schäferhund. Knapp 250.000 Tiere leben zwischen Flensburg und München. „Die Tiere sind sehr aufmerksam, lernfähig und belastbar“, weiß Dannenberg. Und über 100 der eleganten Hunde befinden sich in den nächsten Tagen in der Arena, in der sonst die Männer des SV Meppen um den Sieg kämpfen. Veranstalter der WM ist die Weltunion der Vereine für Deutsche Schäferhunde (WUSV) , der weltweit fast eine halbe Million Liebhaber der Rasse angehören. Teilnehmer aus 42 Nationen treten in den Bereichen Nasenarbeit (Fährte), Unterordnung (Gehorsam) und Schutzdienst gegeneinander an. Insgesamt 129 Starter.

Ein besonderes Highlight

Einer von ihnen ist Peter Rohde (50), er gehört zu den besten Hundesportlern in ganz Deutschland. Mit seinem Kompagnon Patrick Wittje (26) übernachtet er in Lingen. Die Stadt und das Umland sind seit Tagen von den vielen Gästen aus aller Welt bevölkert . Campingplätze werden von Wohnmobilen belagert, die Parkplätze genau von Ordnern kontrolliert und Parkvorgaben vorgegeben. Rohde ist mit zwei Hunden angereist, seinem Champion Vucan (4) und dessen Vollbruder Dayko (1).

14 Mal bei Meisterschaften

Dass der Ältere viel Potenzial hat, wusste Rohde schon sehr früh. „Er ist ein unglaublicher Hund. Ich habe ihn selbst ausgebildet und wusste, dass er in die Fußstapfen seiner Mutter Moana treten wird.“ Rohde und seine Hunde gehören als Team zu den besten im Gebrauchshundesport. 14 Mal machte er bei den deutschen Meisterschaften mit, mit Moana stand er zwei Mal im WM-Team. Nun ist Rüde Vucan auf Erfolgskurs. Welche Chancen er sich ausrechnet? „Das kann man nie sagen, aber wir sind beide in Topform.“


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