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Hermann Abeln betreut Gefangene der JVA Hinter die Mauern gehen

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Betreut Gefangene der JVA: Hermann Abeln. Foto: HolthausBetreut Gefangene der JVA: Hermann Abeln. Foto: Holthaus

Meppen. Mit geübten Griffen packt Hermann Abeln Apfelsinen, Plätzchen, Tabak und andere Kleinigkeiten in weiße Stofftaschen. Es sind kleine Geschenke für die Adventsfeier, die er für die Gefangenen der JVA Meppen in der Vorweihnachtszeit organisiert.

Seit 22 Jahren engagiert sich der 73-Jährige ehrenamtlich in der Straffälligenhilfe des Sozialdienstes katholischer Männer (SKM). Er geht hinter die Mauern, in den Knast – dahin, wo gesellschaftliches Leben aufhört – und bringt den Gefangenen mit seiner Gegenwart ein bisschen Normalität in den Haftalltag. „Im Gefängnis herrscht ein typischer Umgangston“, weiß er. „Die Männer sind froh, wenn sie mit mir einfach ganz normal reden können.“

Tatkräftig

Doch nicht nur ums Reden geht es Hermann Abeln. Seit Jahren packt er tatkräftig mit an: Er koordiniert die Aktivitäten der gemeinsamen Gruppe vom SKM und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in der JVA Meppen, gestaltet alle zwei Wochen den katholischen Gottesdienst im Gefängnis mit und ist Mitglied des Anstaltsbeirates. Zu den Aktivitäten der SKM-SkF-Gruppe gehören gemeinsame Abende, die einmal im Monat dienstags stattfinden. Etwa zwölf bis 18 Häftlinge nehmen regelmäßig daran teil. Hermann Abeln arbeitet hierfür eng mit dem Anstaltsgeistlichen zusammen.

„Die Gruppenabende gestalten wir ganz unterschiedlich“, sagt er. „Manchmal spielen wir einfach etwas. Oder ich lade Referenten ein, die Vorträge halten.“ Es sei zum Beispiel schon einmal ein Anwalt für Rechtsfragen da gewesen, und auch jemand vom Landkreis, der etwas über Hartz IV erzählt und Fragen beantwortet hätte. Die Adventsfeier, für die Abeln 25 Stofftaschen mit kleinen Aufmerksamkeiten füllt, gehört ebenfalls dazu. „Es ist ein flexibles, konfessionsloses Programm“, sagt er. „Aber wir lesen auch manchmal einen Bibeltext und unterhalten uns darüber.“ Seine Arbeit im Gefängnis sieht er als Dienst am Nächsten. „Es ist das Evangelium, das mich motiviert“, meint der Meppener, der 35 Jahre lang als technischer Angestellter auf der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD 91) gearbeitet hat. Den Leitspruch des SKM „Der Mensch am Rand ist unsere Mitte“ setzt er ganz praktisch um.

Ehrenamtlich für SKM

Seitdem Abeln mit 58 Jahren in den Vorruhestand versetzt worden ist, engagiert er sich ehrenamtlich für den SKM, hat den Verein, der 1987 gegründet worden ist, mit aufgebaut, war von 1995 bis 2009 ehrenamtlicher Geschäftsführer. „Solange meine Gesundheit es zulässt, werde ich weitermachen“, verkündet er lächelnd. Obwohl seine Arbeit mit den Gefangenen von Außenstehenden oft kritisch beäugt wird, findet Abeln: „Auch mit Menschen im Gefängnis kann man ganz normal umgehen.“


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