Schäferhund-WM Ukrainischer WUSV-Teilnehmer in Meppen eingetroffen

2000 Kilometer Anfahrtsweg: (v. li.) Oleksandr Koshelev und Roman Kopchylow sind mit Schäferhund Judge aus dem ukrainischen Bila Tserkva zur WUSV-WM gereist. Foto: Markus Pöhlking2000 Kilometer Anfahrtsweg: (v. li.) Oleksandr Koshelev und Roman Kopchylow sind mit Schäferhund Judge aus dem ukrainischen Bila Tserkva zur WUSV-WM gereist. Foto: Markus Pöhlking

Meppen. Am Mittwoch, 5. Oktober 2016, beginnt die Weltmeisterschaft der Weltunion der Schäferhundevereine (WUSV) in Meppen. 136 Teilnehmer aus 42 Nationen werden dazu erwartet. Oleksandr Koshelev und Roman Kopchylow haben einen knapp 2000 Kilometer langen Anreiseweg hinter sich: Gemeinsam mit Schäferhund Judge gehen sie für die Ukraine an den Start.

Koshelev und Kopchylow sowie Judge, der Schäferhund, stammen aus Bila Tserkva, einer Stadt rund 80 Kilometer südlich von Kiew. Während Kopchylow als Betreuer und Trainer angereist ist, wird Koshelev als Hundeführer mit Judge bei dem Turnier an den Start gehen – nicht zum ersten Mal. „Ich nehme seit 2003 an Weltmeisterschaften teil“, berichtet er. Und zählt eine ganze Reihe von Ländern auf, die er seitdem in Sachen Hundesport bereist hat: Österreich, die Schweiz, Dänemark oder die Slowakei etwa.

Schäferhunde in der Ukraine beliebt

Gemeinsam mit drei anderen Ukrainern wird Koshelev beim diesjährigen Spitzentreffen der Schäferhundhalter sein Heimatland vertreten. Eine allzu große Siegchance sieht er im Vorfeld nicht: „Natürlich könnte man jetzt viel über Wünsche fabulieren“, sagt er. Man müsse aber festhalten: „Andere Länder sind uns deutlich voraus, was Erfahrung und Wissen um diesen Sport angeht. Daher sind wir sicherlich keine Favoriten.“

Generell erfreuten sich Schäferhunde in der Ukraine großer Beliebtheit – allerdings nicht unbedingt im Zusammenhang mit Fährtenarbeit oder Schutzdienst auf Wettkampfniveau: „International konkurrenzfähige Hundeführer haben wir vielleicht zwanzig im Land“, schätzt Koshelev. In der Oblast Kiew – so die Bezeichnung der Verwaltungseinheit, in der seine Heimatstadt liegt – ist er Vorsitzender des dortigen Schäferhundeklubs: „Wir haben ungefähr 250 Mitglieder.“ Angesichts der Gesamtbevölkerung sei das nicht unbedingt viel – „allerdings gibt es bei uns auch kein so ausgeprägtes Vereinsleben wie beispielsweise in Deutschland.“ Weiterlesen: Beachtlicher Erfolg für Meller Schäferhund

Lange Beziehung zu Schäferhunden

In seiner Heimatstadt arbeitet der 43-jährige als Tierarzt. Die besondere Vorliebe für Schäferhunde begann im Jahr 1987. Seitdem hielt Koshelev immer mindestens ein Exemplar – sehr zur Freude seiner Familie: „Meine Frau und meine Töchter lieben die Hunde. Ich glaube, würde ich irgendwann mal keinen mehr haben wollen, würden meine Pläne an ihrem Protest scheitern.“

Judge, der sechseinhalb Jahre alte Schäferhund, sei dementsprechend auch von der ganzen Familie erzogen und trainiert worden. Bei der ersten Ortsbegehung in der Hänsch-Arena zeigt er sich bisweilen ungestüm und sehr lebendig, aber stets folgsam. Etwa 300 Euro müsse man in der Ukraine für ein reinrassiges Schäferhundewelpen bezahlen, schätzt Koshelev. Verglichen mit dem deutschen Markt „eher kein hoher Preis, aber bei uns ist das ziemlich viel Geld.“

48 Stunden Anreiseweg

Insgesamt 48 Stunden sind Koshelev, Kopchylow und Judge von Bila Tserkva nach Meppen gereist, haben dabei 2000 Kilometer zurückgelegt. Untergebracht sind sie in einem Hotel in Emmen. „Wir haben relativ spät gebucht, in und um Meppen war da schon alles ausverkauft.“ Die Reise sei insgesamt problemlos verlaufen – vor allem auch der Grenzübertritt von der Ukraine nach Polen in die Europäische Union. „Die Beamten auf beiden Seiten waren sehr zuvorkommend, als sie von unserem Reisegrund erfahren haben.“

Für die Organisation im Vorfeld des Turniers findet Koshelev nur lobende Worte: „Wir sind hier von Anfang an super betreut worden. Man hat alles dafür getan, dass unser Hund sich an die neue Umgebung gewöhnen konnte.“ Abzuwarten bleibt jetzt nur noch, wie Koshelev und Judge im Wettbewerb abschneiden werden: „Ich fühle mich eigentlich gut vorbereitet. Aber ich bin ja nur 50 Prozent“, sagt Koshelev und tätschelt den Hals seines Hundes. „Wir sind ein Tandem, da müssen beide Seiten eine gute Leistung abliefern. In jedem Fall ist die Teilnahme auf so einem Niveau ja schon als Erfolg zu sehen.“


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