Kultband gibt Jubiläumskonzert Publikum feiert Outsiders aus Meppen

Von Hermann Eckholt

Die Outsiders bei ihrem Jubiläumskonzert im Kossehof Meppen. Foto: Hermann EckholtDie Outsiders bei ihrem Jubiläumskonzert im Kossehof Meppen. Foto: Hermann Eckholt

Meppen. Freunde und Fans der Outsiders haben im Meppener Kossehof mit der Rockband ihrer Jugend deren 50-jähriges Bestehen gefeiert.

An den Autokennzeichen auf dem Parkplatz konnte man gut erkennen, woher die Musikfreunde angereist waren: von Berlin bis zum Bodensee. Wenn eine Kultband zu so einem Ereignis einlädt, wundert es nicht, dass der Konzertsaal aus allen Nähten platzt und restlos ausverkauft ist.

Unter den Gästen eine Stimmung wie bei einem großen Familientreffen. Das fortgeschrittene Alter der Konzertbesucher deutete darauf hin, in welcher Zeit die Outsiders besonders aktiv waren. In den 60er und 70er Jahren entwickelte sich diese Band zu einer der beliebtesten Coverbands weit über das Emsland hinaus. Nun spielte sie ihr erstes Konzert nach fast zehnjähriger Pause – und viele ihrer Fans feierten es gebührend.

Volle Tanzfläche

Die Band gab von Anfang an Vollgas. Von „Hang On Sloopy“ über „Gimme Some Lovin“ und „Get Back“ bis hin zum ersten musikalischen Höhepunkt, Jethro Tulls „Locomotive Breath“, kam alles auch klanglich, dank Andreas Migura am Mischpult, richtig gut rüber. Kein Wunder, dass dann auch die Tanzfläche in Beschlag genommen wurde. Beim Sommerhit aus den 80ern, „Down Under“, wurde auch im Publikum mitgegroovt.

Nicht nur die sehr gut gespielte Musik, sondern auch der immer noch souveräne Gesang der Helmkamp-Brüder fällt positiv auf. Optisch geht die volle Punktzahl ganz klar an Gitarrist und Sänger Hans Helmkamp. Er strahlte so eine Frische und Coolness aus, dass er auch neben Keith Richards bei den Rolling Stones ein gutes Bild abgeben würde.

Guter Groove

Hinter dem im weißen Hemd elegant wirkenden Reiner Scheibel (Gitarre und Gesang) sitzt Arnold Bölle an den Keyboards. Cool mit Sonnenbrille, sorgt er spielerisch für einen angenehmen Sound neben den zahlreichen Gitarren. Ohne Arnold und Reiners Initiative hätten die zahlreichen Gäste diesen Abend wahrscheinlich nicht erlebt (wir berichteten).

Dann Fritz Helmkamp an den Drums. Mit einem zusätzlichen Bühnenpodest hätten die Zuschauer vielleicht mehr von ihm gesehen, aber früher war sein Schlagzeug noch größer, da konnte man ihn auch schlecht sehen. Kraftvoll wie eh und je, hält er mit gutem Groove die Truppe zusammen.

Kraft- und gefühlvoll

In der Bühnenmitte ist Jochen Helmkamps Platz. Da singt er und bedient hin und wieder Percussion-Instrumente. Beeindruckend, wie kraft- und gefühlvoll er gesanglich alles gibt. Auf der rechten Bühnenhälfte die beiden Brüder Jens und Olaf Markfeld. Das Outfit dieser beiden Musiker fiel etwas aus dem Rahmen, da wäre weniger vielleicht mehr gewesen und hätte besser zu den älteren Kollegen gepasst.

Deutlich jünger als die Gründer der Outsiders, machte gerade Olaf an der Leadgitarre einen sehr guten Job. Der Sound seines seltenen weißen Marshall Combo ging sofort ins Ohr. Sein Bruder Jens stach durch seinen harten Anschlag auf dem E-Bass bei ruhigeren Titeln etwas aus dem Klangbild heraus. Früher wechselten sich bei den Outsiders noch Jochen und Reiner am Bass ab. Die Band spielte zusammen, als hätte es die zehnjährige Pause nicht gegeben. (Weiterlesen: Outsiders geben Comeback in Meppen)

Das zweite Set begann schwungvoll mit „Unchain My Heart“ von Joe Cocker. „All Right Now“, der Klassiker von Free, sowie „Honky Tonk Woman“ und „Jumping Jack Flash“ von den Rolling Stones durften nicht fehlen. Zwischendurch gab es auch einige ruhigere Nummern wie „Horse With No Name“, „You Are So Beautiful“oder „A Whiter Shade Of Pale“ im dritten Set.

Drei Gitarristen

Ein großer Vorteil der Outsiders sind die drei Gitarristen, die den gesamten Abend über für einen kraftvollen Sound sorgen. Das kommt natürlich bei „Sultans Of Swing“von den Dire Straits, „You Really Got Me“ von den Kinks sowie Status Quos „ Rocking All Over The World“ fantastisch rüber. Am Ende des vierten Sets wurde noch einmal richtig Gas gegeben um die glücklichen Gäste mit „Knockin On Heaven’s Door“, „Smoke On The Water“ und „With A Little Help From My Friends“ auf den Heimweg zu schicken.

Aber das Publikum hatte selbst nach vier prallvoll mit Songklassikern gefüllten Sets noch nicht genug und es musste im Zugabenblock mit „Born To Be Wild“ noch ein Kracher nachgelegt werden, um dann mit „Hymn“ diesen wirklich tollen Konzertabend zu beenden. Während des andauernden Applauses am Schluss versprach Jochen Helmkamp dem Publikum: „Wenn ihr im nächsten Jahr alle wiederkommt, dann spielen wir noch einmal für euch!“ Die Gäste wollen ihre Outsiders gerne wieder öfter sehen.