Großflächenplakate aufgestellt Landwirte starten Echt Grün-Kampagne im Emsland

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Sie stehen für Offenheit in der Landwirtschaft (von links)Hermann Wester, Sebastian Bartels, Daniela Knoll und Lambert Hurink. Foto: Tobias BöckermannSie stehen für Offenheit in der Landwirtschaft (von links)Hermann Wester, Sebastian Bartels, Daniela Knoll und Lambert Hurink. Foto: Tobias Böckermann

Meppen. „Ohne uns werden Sie nicht satt“ – mit diesem Slogan werben die Landwirte im gesamten Nordwesten derzeit für ihren Berufsstand. Die Kampagne kostet rund eine Million Euro – und kommt gut an.

Die Erfahrung haben jedenfalls der Präsident des emsländischen Landvolkes (VEL), Hermann Wester, VEL-Geschäftsführer Lambert Hurink, Daniela Knoll (VEL-Öffentlichkeitsarbeit) und Sebastian Bartels gemacht. Bartels ist 25 Jahre alt, Landwirt aus Leidenschaft und überzeugt davon, dass das Image seines Berufsstandes zu Unrecht viel schlechter ist als die Wirklichkeit.

Deshalb ist der Milchviehhalter gerne zur Präsentation eines der sechs in Meppen präsentierten Großflächenplakate gekommen, sechs weitere mit unterschiedlichen Motiven stehen in Lingen, fünf in Nordhorn und vier in Papenburg. Allen gemeinsam ist der Tenor „Echt Grün – Eure Landwirte“ und zu sehen sind sie nicht nur im Emsland, sondern auch in Osnabrück, Oldenburg oder Wilhelmshaven. Zu sehen sind die Motive auf 200 Großwerbeflächen und so genannten Mega-Lights, an zentralen Bahnhöfen sowie auf Bussen im Stadt- und Regionalverkehr.

25.000 Landiwrte

Ausgehend vom Weser-Ems-Gebiet mit dem Emsland haben sich sechs niedersächsische Kreislandvolkverbände in der Initiative zusammengetan. Sie repräsentieren mehr als 25.000 Landwirte, die per Umlage auch die rund eine Million Euro zusammengetragen haben, die die Aktion kostet. Eingebunden sind die Kreislandvolkverbände Friesland, Wesermarsch, Oldenburg, Cloppenburg, die Vereinigung des Emsländischen Landvolks und der Hauptverband des Osnabrücker Landvolks.

Mit drei prägnanten Bild-Motiven informieren die Landwirte über ihre Arbeit und deren Bedeutung für die gesamte Gesellschaft. Die zentrale Aussage „Ohne uns werden Sie nicht satt“ wird konkret aufgelöst: „Ein Landwirt ernährt 145 Menschen pro Jahr.“

Besseres Verständnis schaffen

Ziel der Kampagne ist es, ein besseres gesellschaftliches Verständnis für eine moderne und tierfreundliche Landwirtschaft zu wecken, gemeinsame Diskussionsgrundlagen zu schaffen und das Image und Ansehen der Landwirtschaft zu stärken.

Und genau hier sieht Junglandwirt Sebastian Bartels erhebliche Defizite und zwar zu Unrecht. „Wir Landwirte lieben unseren Beruf und stellen jeden Tag Produkte her, auf die wir stolz sein können. Wir sind so viel besser geworden in den letzten 15 Jahren, beim Tierschutz, beim Umweltschutz, bei der Qualität. Das wollen wir zeigen und sagen: Wer uns nicht glaubt, ist eingeladen, zu uns auf die Höfe zu kommen.“

Höfe öffnen

Dem stimmt Lambert Hurink zu: „Der erste Schritt ist, auf uns und unsere Produkte aufmerksam zu machen. Der zweite muss sein, die Höfe zu öffnen und für Transparenz zu sorgen.“ Und Hermann Wester ergänzt: „Für diesen offenen Weg begeistern sich vor allem unsere jungen Landwirte. Und unter jungen Leuten hat Landwirtschaft durchaus einen guten Ruf: Die Ausbildungszahlen sind konstant hoch, inzwischen kommen 35 bis 40 Prozent der Lehrlinge sogar aus anderen Bereichen als der Landwirtschaft.“

Dennoch haben die Landvolkvertreter auch Wünsche an die Politik: „Es geht inzwischen nicht mehr nur darum, noch größer zu werden. Immer häufiger wollen die Bauern Ställe im Sinne des Tierwohls umbauen und erhalten dafür aber ebenso wenig eine Genehmigung wie für Neubauten. Hier muss sich noch einiges ändern.“

Anzeigenkampagne

„Wichtigstes Ziel für uns Landwirte ist es, deutlich zu machen, was in der modernen Landwirtschaft geleistet wird. Darüber möchten wir mit den Verbrauchern ins Gespräch kommen“, sagte Wester. Dazu diene auch eine weitere Anzeigenkampagne, die das Landvolk Emsland in hiesigen Zeitungen schaltet. „Vielleicht hätten wir das schon ein paar Jahre früher machen sollen“, meinte Wester.

Mehr Informationen unter www.eure-landwirte.de.


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