Serie zur Diakonie im Emsland Haus Landrien in Meppen Neuanfang für Suchtabhängige

Die Mitarbeiter von Haus Landrien helfen den suchtmittelabhängigen Bewohnern. Foto: Ulrich HirndorfDie Mitarbeiter von Haus Landrien helfen den suchtmittelabhängigen Bewohnern. Foto: Ulrich Hirndorf

Meppen. Auf den ersten Blick verrät nichts, dass dieses idyllisch gelegene landwirtschaftliche Anwesen in Apeldorn bei Meppen eine Einrichtung der Diakonie ist.

Auf dem Hof gibt es eine Reitanlage mit Stallungen für 30 Pferde. Es gibt Schweine, Schottische Highlandrinder, Enten und anderes Kleinvieh. Zugleich bietet das sozialtherapeutische Wohnheim Haus Landrien aber Platz für 21 suchtmittelabhängige Männer und Frauen. Zusätzlich bietet die Diakonie des evangelischen Kirchenkreises sieben Plätze in zwei Wohngruppen im Rahmen des ambulant betreuten Wohnens an.

21 Suchtmittelabhängige

Das sozialtherapeutische Konzept, so Heimleiter Wolfgang Hasekamp, biete den Bewohnern verschiedene Beschäftigungs- und Projektarbeiten. So gibt es auf dem Hof eine Holz- und Fahrradwerkstatt sowie einen Kreativraum.Tagesstrukturierende Maßnahmen vermitteln den Bewohnern Struktur und Stabilität. „Die Tiere sind jedoch nicht nur für die Beschäftigung des Einzelnen wertvoll, sondern auch für das „Seelenheil“ der Bewohner.

Pferde verleihen Ruhe

Verantwortungsbewusstsein, Eigenständigkeit und Sozialverhalten werden gefördert und von dem Einzelnen gefordert“, so der gelernte Landwirt und Reitlehrer Hasekamp, der seit 2006 die Einrichtung leitet. „Die Pferde bringen mich immer wieder zur Ruhe“, sagt einer der Bewohner, dessen Name nicht genannt werden soll. Es scheint, dass das ganzheitliche Konzept positiv auf die Bewohner wirkt. Was das Besondere der Bewohner ausmacht, das skizziert die langjährige Sozialarbeiterin Inge Uchtmann: „Unsere Bewohner sind durch jahrelangen und massiven Suchmittelmissbrauch gezeichnet. Unser stationärer Rahmen stellt für sie einen Schutzraum dar, der ihnen die Möglichkeit verschafft, sich von ihren Suchterkrankungen zu erholen und ein Leben in zufriedener Abstinenz zu leben. Im Vordergrund steht die Förderung der Eigenverantwortung und des Selbstwertgefühls. „Aller Anfang ist schwer“, Immer wieder in den Sattel steigen, Wir nehmen jede Hürde“, all diese Sprichwörter gelten ganz besonders für die Bewohner im Haus Landrien.“

Zügel selbst in die Hand nehmen

„Jeder Einzelne bringt eine langjährige Suchtvergangenheit mit. Es ist nicht leicht, die Sucht in den Griff zu bekommen, aber es ist möglich, wenn der Betroffene selbst es schafft, in seinem Leben wieder die Zügel in die Hand zu nehmen“, ergänzt Kollegin Eva Holterhaus.

Erster Kontakt

Der erste Schritt um Hilfe im Haus Landrien zu erhalten ist es, sich zu melden. Im Rahmen eines Vorstellungsgespräches wird ein erster Kontakt aufgebaut und die Einrichtung vorgestellt. Besteht von beiden Seiten das Interesse für eine Aufnahme, kann der Betroffene auf die Warteliste. Parallel dazu muss eine Kostenanerkenntnis bei dem zuständigen Sozialamt beantragt werden.

Rückfall möglich

Dank der Kommunen im Emsland und in der Grafschaft ist es den Betroffenen möglich, über einen längeren Zeitraum den Schutz der Einrichtung zu nutzen. Im Rahmen von sozialtherapeutischen Gesprächen heißt es für jeden Einzelnen, an sich zu arbeiten. „Nicht nur die Gespräche mit den sieben Mitarbeitern, sondern auch die Gespräche untereinander prägen und helfen“, erklärt Holterhaus. „Jeder Tag der Abstinenz bringt mehr Sicherheit für den Einzelnen. Natürlich kommt es vor, dass jemand einen Rückfall erleidet, aber auch dann heißt es für uns weiter machen und am Ball bleiben. Ich denke, die Betroffenen wissen dies zu schätzen und nutzen ihre Chance im Haus Landrien.“