Dankveranstaltung des Landkreises Landrat lobt Engagement der Flüchtlingshelfer


zo/pm Meppen. Der starke und unerwartete Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland hat auch den Landkreis Ende 2015 und Anfang 2016 vor große Herausforderungen gestellt. Nur durch das gute Zusammenspiel von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Personen hat das Emsland die Herkulesaufgabe bewältigen können.

Mit einer Dankveranstaltung im Emslandsaal Kamp würdigte der Landkreis den hohen Einsatz unzähliger ehren- und hauptamtlicher Kräfte, die zum Gelingen der großen Herausforderung beigetragen haben. „Für dieses außerordentliche Engagement möchten wir Danke sagen, denn ohne die zahlreichen Helfer wäre die besondere Herausforderung der Einrichtung und Unterhaltung der Notunterkünfte in Meppen, Lingen, Sögel und zuletzt in Aschendorf nicht zu schaffen gewesen“, so Landrat Reinhard Winter. Etwa 450 Gäste, unter ihnen Vertreter der Hilfsorganisationen, Verwaltungsmitarbeiter, Dolmetscher, Integrationslotsen, Ärzte und viele andere, waren der Einladung gefolgt.

Eckpunkte des Flüchtlingszuzugs

„Ich glaube zu wissen, was wir an ihrer Arbeit haben“, lobte Winter. Ihre Wertschätzung der vielen Helfer brachten auch Landtagspräsident Bernd Busemann und Rudolf Seiters, DRK-Präsident, zum Ausdruck. In seinem Grußwort ging Winter noch einmal auf die Eckpunkte des Flüchtlingszuzugs ein. Im Oktober 2015 sei der Landkreis per Amtshilfe vom Land verpflichtet worden, zunächst 600, eine Woche später dann insgesamt 1000 Flüchtlinge kurzfristig aufzunehmen. Den ersten Ankünften am 16. Oktober in Lingen und am 18. Oktober 2015 in Meppen seien beinahe täglich weitere Flüchtlingsaufnahmen gefolgt. Am 10. November 2015 habe die bis dato letzte Aufnahme in Sögel stattgefunden.

„Es hat alles ganz toll funktioniert“

Dass dies alles innerhalb kürzester Zeit gelaufen sei, es sei kaum mehr als zwei Tage Zeit zum Beispiel in Lingen gewesen, um die erste Notunterkunft herzurichten. „Es hat alles ganz toll funktioniert“, geriet Winter regelrecht ins Schwärmen ob des Engagements in Zusammenspiel von Ehrenamt und Hauptamt. „Dafür spreche ich meine tief empfundene Anerkennung und meinen Dank aus“. Winter strich aber ganz besonders heraus, dass mit der Herrichtung der Notunterkünfte wie zuletzt in den ADO-Hallen in Aschendorf das Engagement noch lange nicht zu Ende gewesen sei. Es spräche für jeden, dass er bzw. sie nie auf die Uhr geschaut habe, wenn Registrierungen, Erstuntersuchungen und Erstversorgung gefragt gewesen seien. „Alle verantwortlichen Akteure haben sich durchweg ihre zuverlässige, freundliche, kompetente und rund um die Uhr geleistete Hilfe ausgezeichnet – obwohl ihnen einiges abverlangt wurde“, so Winter wörtlich.

Herausforderung angenommen

„Herzlichen Dank! Was Sie in den letzten Monaten hier geleistet haben, ist mit Worten nicht zu beschreiben“, betonte Landtagspräsident Busemann. „Die Flüchtlingskrise lässt sich nicht zentralistisch bewältigen, sie muss aus der Gesellschaft heraus und von jedem Einzelnen als Herausforderung angenommen werden“. Zugleich unterstrich er die Bedeutung politischer Maßnahmen, um eine „Integration auf Zeit“ zu realisieren, die im beiderseitigen Interesse eine Rückkehr in die befriedete Heimat berücksichtige. Stellvertretend für alle Hilfsorganisation skizzierte DRK-Präsident Seiters die Herausforderungen und Chancen für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit.

Große Chancen

Dabei machte er deutlich, dass insbesondere der Einsatz von Freiwilligen in der Flüchtlingsarbeit große Chancen berge für die Gesellschaft und das bürgerschaftliche Engagement insgesamt. „Ich bin zuversichtlich, dass die Zivilgesellschaft in Deutschland gestärkt aus der Flüchtlingskrise hervorgeht“. Momentan zeichne sich im Flüchtlingszuzug eine Atempause ab. „Wir dürfen aber nicht erwarten, dass sie so bleibt“.

Winter rief alle Anwesenden auf, die Veranstaltung auch „als Wertschätzung für all die zu verstehen, die an anderen Stellen in der Flüchtlingsarbeit im Einsatz“ sind.