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Flüchtlingsfamilie betroffen Feuer in Mehrfamilienhaus in Meppen war Brandstiftung


matt/cw/mf Meppen. Bei einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus in Meppen sind in der Nacht zum Mittwoch zehn Menschen verletzt worden. Wie bei dem Brand im selben Haus zwei Tage zuvor hat die Polizei wiederum Anzeichen für Brandstiftung gefunden. In dem Haus lebte unter anderem eine Flüchtlingsfamilie.

Um 0.22 Uhr wurde die Feuerwehr Meppen zu einem Brand in einem Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen an der Straße „In den Kämpen“ gerufen. „Bereits auf der Anfahrt kamen weitere Notrufe, dass mehrere Bewohner um Hilfe schrien“, berichtet ein Feuerwehrmann. Daher wurde bereits auf der Anfahrt der Einsatzkräfte Vollalarm für die gesamte Feuerwehr Meppen ausgelöst. Das gesamte Haus war stark verqualmt.

Über eine Drehleiter im vorderen Bereich und Steckleitern im Hinterhof wurden sieben Personen durch die Feuerwehr gerettet, darunter zwei Kleinkinder. Drei Personen konnten das Haus aus eigener Kraft verlassen. Mehrere Feuerwehrtrupps mit schwerem Atemschutz gingen in das Gebäude, um nach weiteren Personen zu suchen.

Brandstiftung wahrscheinlich

Das Feuer, das im Kellergeschoss ausgebrochen war, konnte schnell gelöscht werden. Die zehn Hausbewohner mussten wegen der Folgen der starken Rauchentwicklung medizinisch versorgt werden. Ein Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr unterstützte den Rettungsdienst, der mit drei Rettungswagen und einem Notarzt vor Ort war, beim Transport mehrerer Verletzter ins Krankenhaus. Zwei Bewohner erlitten Rauchgasvergiftungen und werden noch stationär im Krankenhaus behandelt. Die Polizei hat noch in der Nacht Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Die Wahrscheinlichkeit einer Brandstiftung ist sehr hoch. Bereits vor zwei Tagen war es in dem selben Mehrfamilienhaus zu einem Brand im Kellergeschoss gekommen.

Flüchtlingsfamilie aus Albanien

In dem Haus lebte seit sechs Wochen eine Flüchtlingsfamilie aus Albanien mit einem vierjährigen Kleinkind und einem Säugling. Der Vater, der mit seiner Familie seit etwa einem Jahr in Meppen lebt, berichtete im Gespräch mit unserer Redaktion am Morgen nach dem Feuer, dass nachts die Brandmelder in seiner Wohnung über dem brennenden Kellerraum die Gefahr angezeigt haben. Weil Rauch durch die Ritzen zwischen Türrahmen und Eingangstür eindrang, war deutlich, dass eine Flucht durch das Treppenhaus zu gefährlich war. Daher flüchtete er mit Frau und Kindern auf den Balkon, von wo die Feuerwehr sie mit Leitern in Sicherheit brachte. Er ist der Stadt Meppen dankbar, die noch in den frühen Morgenstunden für eine Ersatzunterkunft sorgte. Vorläufig ist das Mehrfamilienhaus wegen der Brandschäden unbewohnbar.

Schaden etwa 10.000 Euro

Die Sachschadenshöhe wird von der Polizei auf etwa 10:000 Euro geschätzt. Neben der Polizei und 40 Feuerwehrleuten waren drei Rettungswagen und ein Notarzt vor Ort im Einsatz. Aktuell liegen in Bezug auf beide Brandstiftungen keine Täterhinweise vor.

Bürgermeister betroffen

Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein zeigte sich von dem Brand betroffen. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte er, der Ausbruch eines Feuers in einem Wohnhaus sei „immer eine schlimme Erfahrung“. Er sei froh,“ dass es bei dem jüngsten Brand in einem Mehrfamilienhaus in den Kämpen nicht zu schwerwiegenderen Verletzungen oder Schlimmerem gekommen ist.“ Einmal mehr hätten die Meppener Einsatzkräfte alles getan, um die negativen Folgen für die Bewohner so gering wie möglich zu halten. Sein besonderer Dank gilt der Feuerwehr und allen am Einsatz Beteiligten.

Zeugen gesucht

Zeugen des Feuers werden gebeten, sich bei der Polizei Meppen, Tel.: 05931/9490, zu melden. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.


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