Geduld und Ausdauer gefragt Bildhauer Manevic leitet Meppener Sommerakademie

Von Iris Kroehnert

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MEPPEN. Roman Manevic dürfte kunstinteressierten Menschen aus Meppen vermutlich bereits ein bekannter Name sein. In diesem Jahr leitet der Bildhauer, der gebürtig aus Alma-Ata in Kasachstan stammt und seit nunmehr 22 Jahren in Hannover lebt, zum sechsten Mal die Bildhauerwerkstatt am Meppener Kulturzentrum Koppelschleuse.

Eigentlich sollte die Bildhauer-Sommerakademie , die am 12. August endet, von Torsten Sieber geleitet werden. Doch aus Krankheitsgründen musste Sieber kurzfristig absagen, so dass Organisatorin Christel Wilms vom Meppener Kunstkreis ausgesprochen froh war, das Manevic kurzfristig einspringen konnte.

Fünfjähriger Aufenthalt

In seiner Heimat studierte er nach einem fünfjährigen Aufenthalt einer Grundkunstschule an der Kunstakademie Surikov in Moskau. Seine Arbeiten stehen heute in öffentlichen Museen und Privatsammlungen in Russland, Kanada, Brasilien, China sowie in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Manevic arbeitet mit unterschiedlichen Materialien wie Keramik, Stein, Bronze oder Holz und gestaltet sowohl gegenständlich-traditionell als auch abstrakt. Statt des weicheren Bentheimer Sandsteins bevorzugt der 75-jährige Künstler für seine eigenen Arbeiten den härteren Ibbenbürener Stein.

Er ist viel in der Welt herumgekommen. Gearbeitet hat Manevic als Bildhauer in China und Brasilien.

Tolle Atmosphäre

Ins Emsland kommt er immer wieder gern. Ihm gefällt die Atmosphäre an der Koppelschleuse und am Kunstkreis. Als Stipendiat ist er 1999 zum ersten Mal in die emsländische Kreisstadt gekommen. In seinem aktuellen Kurs möchte er seinen 28 Schülern Tipps und Anregungen zur Steinbearbeitung geben.

Christel Wilms berichtet, dass die Bildhauerwerkstatt auch wochenweise gebucht werden kann. „Nicht jeder kann am Stück so viel Zeit erübrigen, um während der gesamten vier Seminarwochen dabei zu sein“, sagt sie. Daher würde man den Teilnehmern jetzt auch die Möglichkeit geben, zeitlich flexibel daran teilzunehmen. Die Mindestteilnahmezeit beträgt eine Woche. Für auswärtige Teilnehmer besteht die Möglichkeit der Übernachtung im Jugend- und Kulturgästehaus.

Mit Hammer und Meißel

Gearbeitet wird klassisch mit Hammer und Meißel. Geduld und Ausdauer sowie räumliches Denken stellen eine gute Voraussetzung beim Steinbildhauen dar. Da die Teilnehmer bei der Umsetzung ihrer Ideen in technischer und künstlerischer Hinsicht vom Roman Manevic unterstützt werden, ist die Bildhauerwerkstatt auch für Anfänger geeignet.

Dies bestätigt Teilnehmerin Margret Schmitz aus Meppen. Sie arbeitet zum ersten Mal mit Stein und möchte auf Wunsch ihrer Tochter den Kopf eines Steinbocks darstellen. „Bei den Hörnern habe ich mir die künstlerische Freiheit genommen und ihnen eine runde statt einer spitzen Form gegeben“, zeigt sie und schmunzelt dabei. „Nun ähnelt der Kopf eher dem einer Heidschnucke“, findet die Hobby-Künstlerin, die in ihrer Freizeit gerne malt.

Erstlingswerk

Gegenüber von Schmitz bearbeitet Helmut Fischer aus Mettmann einen Kalksandstein. Der gebürtige Meppener kam in früheren Jahren bei seinen Besuchen in seiner Heimatstadt bei Spaziergängen immer wieder an der Koppelschleuse vorbei und beobachtete die dort arbeitenden Bildhauer. „Ich bin jetzt Rentner“, berichtet er, „und habe mir den Kurs als Entspannung gegönnt.“ Für sein Erstlingswerk hat er bewusst einen weichen Stein gewählt. Er möchte aus diesem eine Mutter mit Kind entstehen lassen. „Wenn die Figuren fertig sind, stelle ich sie auf eine Grundplatte“, hat er sich vorgenommen. Er lobt den Dozenten: „Roman Manevic gibt gute Anregungen.“


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