Marina Jansen beim Weltjugendtag Meppenerin ganz nah dran an Papst Franziskus

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Krakau/Meppen. Marina Jansen wird die abgelaufene Woche so schnell nicht vergessen, vermutlich wird sie sie sogar für immer in guter Erinnerung behalten. Denn die Meppenerin war eine von zwei Deutschen, die beim Weltjugendtag im polnischen Krakau Papst Franziskus näher kommen durften als fast alle anderen.

Ein Foto mit dem Pontifex war für die 28-Jährige zwar nicht möglich. Dafür aber ein Aufenthalt in der sogenannten „Zone 0“ und dort in Reihe vier. Was bedeutet: Beim Gottesdienst am Donnerstag mussten die allermeisten der bis zu 600000 Jugendlichen aus aller Welt auf den auf den Blonia-Wiesen in Krakau stehen, den Papst sahen sie wenn überhaupt nur auf einer Leinwand. Marina Jansen aber saß in der abgeriegelten Zone nur ein paar Meter von ihm entfernt und bekam die feierliche Stimmung dieser ganz besonderen Heiligen Messe hautnah mit.

Und das kam so: Marina Jansen arbeitet im Meppener Krankenhaus Ludmillenstift als OP-Schwester. In ihrer Freizeit engagiert sie sich aber seit vielen Jahren in der Kirchengemeinde Fullen-Versen, die mit Meppen-Esterfeld und Rühle eine Pfarreiengemeinschaft bildet. Zum Weltjugendtag in Krakau ist sie auch nicht als normale Teilnehmerin, sondern als Teamerin mitgefahren, sie kümmert sich also als Betreuerin um einen Teil der 140 Jugendlichen, die aus dem Bistum Osnabrück nach Polen gefahren sind.

„Das Bistum hat einige Ehrenamtliche für die Verlosung von zwei Plätzen in direkter Nähe zum Papst angemeldet“, berichtet Jansen. Zwei deutsche Teilnehmer sollten dazu die Chance erhalten, Dutzende, wenn nicht Hunderte waren im Lostopf. Auch Martina Jansen.

Losglück

Und dann erhielt sie die Nachricht, dass tatsächlich sie ausgelost wurde – zusammen mit einem jungen Mann aus Süddeutschland, den sie allerdings nun beim Gottesdienst zwischen Hunderten Menschen nicht antraf. Das tat dem Erlebnis aber keinen Abbruch: „Ich habe mich mit Menschen aus Thailand oder Brasilien unterhalten“, sagt Marina Jansen.

Ohnehin steht für sie die Begegnung im Mittelpunkt. Nachdem sie bereits den ersten Weltjugendtag in Köln (2005) in allerbester Erinnerung behalten hatte, war sie danach auch in Spanien und Brasilien dabei. Nun also Polen – und für die Emsländerin ist das bisher der gastfreundlichste Weltjugendtag, den sie erleben durfte. „Wir waren eine Zeitlang in einer Gastfamilie untergebracht“, berichtet sie und die Gastfreundlichkeit nicht nur dieser Familie, sondern auch die der übrigen Polen, hat sie tief beeindruckt.

Unter anderem hätten Nachbarn einer Gemeinschaftsunterkunft in Krakau erkrankten Weltjugendtagsfahrern Hühnersuppe gekocht oder, weil einigen nur eine Außendusche zur Verfügung stand, einfach schnell einen Pavillon aufgebaut.

Jugend soll rebellisch sein

Die Mischung aus gelebtem Glauben, Begegnung und internationalem Fest sei sicher ein Erfolgsgeheimnis des Weltjugendtages, sagt die Meppenerin. Und das lasse sich die große Gemeinschaft auch von der Terrorgefahr nicht nehmen. „Wir haben natürlich die Sicherheitsvorkehrungen der Behörden bemerkt“, sagt Jansen. Polizisten mit Maschinenpistolen gehörten zum Straßenbild und ihr Zugang in „Zone 0“ habe wegen der sehr intensiven Sicherheitsprüfungen sehr lange gedauert. „Aber das hat die Stimmung nicht gestört. Im Gegenteil: Alle wollen so frei weiterleben wie bisher. Auch beim Weltjugendtag.“

Und dazu passte sicherlich auch der Aufruf des 79-jährigen Papstes an die Jugend, „ rebellisch und barmherzig“ zu sein und die Gesellschaft zu verändern. Betrübt äußerte er sich über Jugendliche, die „das Handtuch geworfen haben, bevor sie zum Wettkampf angetreten sind“.

Am Montag kehrt die Gruppe mit den Jugendlichen aus dem Bistum aus Polen zurück. Im Gepäck haben sie eine ganze Reihe von herrlichen und intensiven Erinnerungen.


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