Banner vom Initiativkreis „Stolpersteine“ Meppener zeigen Gesicht für Menschenrechte

Das mit insgesamt 360 Fotos ergänzte Banner – hier ein Ausschnitt daraus – wird vom Initiativkreis „Stolpersteine“ angeboten. Foto: Initiativkreis „Stolpersteine“Das mit insgesamt 360 Fotos ergänzte Banner – hier ein Ausschnitt daraus – wird vom Initiativkreis „Stolpersteine“ angeboten. Foto: Initiativkreis „Stolpersteine“

Meppen. Gut 360 Personen haben sich im Rahmen einer vom Meppener Initiativkreis „Stolpersteine“ organisierten Kundgebung unter dem Motto „MIT-Menschen in Meppen“ fotografieren lassen. Ihre Porträtfotos wurden auf ein vorbereitetes Banner geklebt. Dieses Banner soll nun Schulen, städtischen Einrichtungen, Vereinen und Verbänden zum Aufhängen angeboten werden.

Etwa 500 Menschen waren auf den Windthorstplatz in Meppen gekommen, um zu zeigen, dass sie gegen Vorurteile, Hass, Rassismus und Krieg stehen und sich für Menschenrechte, Toleranz, Respekt und Frieden einsetzen. Für viele von ihnen war es auch selbstverständlich, durch ihr Foto Gesicht zu zeigen und dieses Foto in die großen Buchstaben „ICH BIN DABEI“ auf das Banner kleben zu lassen.

„Mit dem Blick auf die Vergangenheit, auf die nicht vorstellbare Dimension der Unmenschlichkeit, mit dem Wissen, was Menschen Menschen an Gräuel antun können, wollen wir, dass das Heute besser gestaltet wird, dass jeder Mensch als Person mit seiner je eigenen Würde und Geschichte gesehen und behandelt wird“, machte der Sprecher des Initiativkreises, Holger Berentzen, das Anliegen der Kundgebung zu Beginn der Veranstaltung deutlich. (Weiterlesen: Fest der Kulturen in Meppen ein Erfolg)

Breites Spektrum

Ein breites gesellschaftliches Spektrum bildeten die Redner auf der Kundgebung ab. Zu ihnen gehörten Bürgermeister Helmut Knurbein, Leo Pott, Schulleiter des Gymnasiums Marianum, die Schülerinnen Louisa David und Lydia Klafki aus dem 12. Jahrgang des Gymnasiums, Kristin Harney vom Zentrum für Demokratische Bildung in Wolfsburg, Sigrid Kraujuttis, Sozialdezernentin des Landkreises Emsland, Nuria Nawazi, geflüchtet aus Afghanistan, Assem Aboul Monaym, geflüchtet aus Syrien, Pastor Hajo Rebers, Sprecher der Ökumenischen Pfarrkonferenz, Jan-Gerd Blanke, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin am Meppener Krankenhaus Ludmillenstift und Andreas Kremer, Vorstandssprecher des SV Meppen und Unternehmer. „Sie alle fanden klare Worte gegen Rassismus und Ausgrenzung und würdigten den Einsatz für Demokratie und Menschenrechte“, teilen die Veranstalter mit.

Ode an die Freude

Zwischen den Wortbeiträgen wurden Friedenslieder gesungen, teils begleitet am E-Piano von Regionalkantor Balthasar Baumgartner, teils begleitet von der Gitarrengruppe „Schlagsaite“. Mitglieder des Städtischen Musikvereins, des Propsteichores, des Kirchenchores der Gemeinde St. Maria zum Frieden, des Neuen Vokalensembles und des Chores der Gustav-Adolf-Gemeinde „Just for fun“ hatten unter anderem die „Ode an die Freude“ aus dem Schlusschor der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven eingeübt.

Der von Beethoven vertonte Gedichttext von Friedrich Schiller ist ein Appell, eine Sehnsucht nach Verbrüderung, nach Freude und Jubel, nach der Utopie eines Weltfriedens, nach einer Welt ohne Kriege und Zerstörung. Umrahmt wurde die Kundgebung von einer Trommelgruppe zusammen mit dem Chor „Just for fun“ unter der Leitung von Diakonin Maike R. Hofmann.

Zeichen gesetzt

„Die Musiker, Sängerinnen und Sänger trugen eindrucksvoll zum Gelingen der Veranstaltung bei“, schreiben die Veranstalter. „Zudem sorgte ein Team vom Jugendzentrum Jam um Jugendpfleger Karsten Streeck kompetent für die Tontechnik.“

Das mit der Kundgebung deutlich gesetzte Zeichen gegen Vorurteile und für Menschenrechte soll nachwirken. Zum Aushang an verschiedenen öffentlichen Orten in Meppen kann das Banner beim Initiativkreis „Stolpersteine“ angefragt werden (Holger Berentzen, E-Mail: h.berentzen@ewetel.net; Tel. 0175/7522751).


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