Henry Jung ist enttäuscht Brite in Meppen hält Brexit für desaströs

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Als besorgniserregend bezeichnet der in Meppen lebende Brite Henry Jung das Brexit seiner Landsleute. Symbolfoto: dpaAls besorgniserregend bezeichnet der in Meppen lebende Brite Henry Jung das Brexit seiner Landsleute. Symbolfoto: dpa

Meppen. Henry Jung ist enttäuscht. Der in Meppen lebende Brite bezeichnet die Folgen des von seinen Landsleuten erreichten Brexits als „besorgniserregend und desaströs.“

Die Entscheidung der britischen Wähler hat er am Freitagmorgen im englischen Fernsehen beim Frühstück verfolgt. „Vielleicht werden einige Brexit -Wähler sich der Konsequenzen ihrer Entscheidung bewusst, wenn sie in den nächsten Tagen und Wochen die Nachrichten verfolgen“, sagt der 68-Jährige auf Anfrage unserer Redaktion. Den Ausgang des Volksentscheids hält der gebürtige Newporter, der seit den 1960er Jahren in Deutschland lebt, für desaströs.

Folgen nicht vorhersagbar

Die Folgen der Entscheidung seien noch nicht im Einzelnen vorhersagbar, aber die Reaktionen auf dem Londoner Finanzmarkt, der als ein Barometer für zu erwartende wirtschaftliche Entwicklungen gilt, deuteten auf „nachteilige wirtschaftliche Auswirkungen für Großbritannien.“ Es herrsche jetzt eine „Phase der Unsicherheit bis zum endgültigen Austritt“. Viele Ungewissheiten würden Planungen in der nahen und mittelbaren Zukunft hemmen. „Dieser Zustand ist für Investoren Gift“, beklagt der pensionierte Lehrer.

Besorgniserregend

Die politischen Folgen des Brexits hält er für nicht minder besorgniserregend: Premierminister David Cameron trete demnächst zurück, die Unabhängigkeitsbestrebungen der Schotten (die deutlich für ein Verbleib in der EU stimmten) würden zunehmen, eine bewachte Grenze werde zwischen Nordirland und der Irischen Republik errichtet werden müssen.

Hinweis auf Austritt Grönlands

Zudem müssten sämtliche Verträge mit der EU, die in den letzten 41 Jahren unterschrieben wurden, aufgelöst oder neuverhandelt werden. Das werde dauern. Jung verweist in dem Zusammenhang auf Grönland. Er war das erste und bisher einzige Land, das die EU verließ. Seine Verträge mit der EU beträfen hauptsächlich Fischfangbestimmungen. „Aber die Abwicklung des Ausstiegs dauerte ganze zwei Jahre.“


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