Renaturierung in Meppen abgeschlossen Mehr Platz für den Teglinger Bach

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Meppen. Wer der Natur mehr Raum verschaffen will benötigt Platz: das ist die wichtigste Erkenntnis eines groß angelegten Renaturierungsprojektes in Meppen-Teglingen. Wo eben erst Bagger buddelten, brüten heute bereits Kiebitze.

Im Sommer 2014 waren die ersten Baugeräte am Teglinger Bach und am benachbarten Harpener Schloot angerückt – beide Gewässer waren bis dahin nicht besonders wertvoll. Sie sorgten lediglich für die Entwässerung von Ackerflächen – als Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen taugten sie kaum.

Weil der Besitzer einer etwa elf Hektar großen Ackerfläche bereit war, sein Land an die Naturschutzstiftung des Landkreises zu verkaufen und weil die Stadt Meppen zwei eigene Hektar Land einbrachte, konnte das Projekt auf einer Fläche von 13 Hektar starten. Die gesamte einstige Bachaue wurde umgestaltet, Tümpel, Blänken und Sohlgleiten angelegt.

Zwei Jahre später haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Natur auf Kreisebene angesehen, was die Natur aus diesem unerwarteten Angebot zur Rückeroberung einstigen Lebensraumes gemacht hat. „Wir haben 60000 Kubikmeter Erde bewegt“, berichtete der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, Ludger Pott. Der Bachlauf sei verlängert und in Schleifen gelegt worden – einen großen Teil seines Bachbettes soll er sich aber selbst suchen dürfen.

Von zwei Aussichtspunkten aus konnte der Ausschuss das Werk besichtigen und befand es durchweg für gelungen. In dem kommenden Jahren werde sich der Charakter des Gebietes durch Baumbewuchs ändern, sagte Pott und diese Entwicklung sei gewollt.

Wie teuer die Maßnahme am Ende war, wird derzeit noch abgerechnet. Ursprünglich war man von etwa 270000 Euro ausgegangen. Später entstanden aber wegen der schwierigen Bodenverhältnisse weitere Kosten, die dann wiederum zum Teil durch den Rückkauf des Geländes durch den ursprünglichen Besitzer wieder eingespielt wurden.

Dass das Gelände ausschließlich der Natur diene, sei dabei sichergestellt, sagte Pott. Gemeinsam mit Kreisbaurat Dirk Kopmeyer betonte er, ein wichtiger Schlüssel für derartigen Naturschutz sei der Zugriff auf Flächen.

Der Teglinger Bach verläuft weiter durch die Gemeinde Geeste bis in die Stadt Lingen. An verschiedenen Stellen haben Angelvereine ökologische Verbesserungsmaßnahmen im bestehenden Bachbett durchgeführt. Eine so grundlegende Umgestaltung wie in Meppen-Teglingen gibt es aber sonst nirgends.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN