Neuer Masterplan 2022 Dritte Zielgruppe für den Tourismus im Emsland

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Die Natur als Zugpferd für den Tourismus. Das Foto zeigt das Hasetal bei Haselünne. Foto: Tobias BöckermannDie Natur als Zugpferd für den Tourismus. Das Foto zeigt das Hasetal bei Haselünne. Foto: Tobias Böckermann

Meppen. Der Landkreis Emsland arbeitet am Tourismuskonzept 2022. Ein Zwischenfazit lautet: Das Emsland ist im Tourismus sehr erfolgreich, muss aber noch Schwächen abstellen und eine weitere Zielgruppe ansprechen.

Deshalb hat der Landkreis Emsland durch das Büro „DWIF-Consulting“ in München die Überprüfung und Fortentwicklung des „Masterplans Tourismus Emsland 2015“ in Auftrag gegeben. Erste Ergebnisse hat deren Geschäftsführer Manfred Zeiner dem Ausschuss für Kultur und Tourismus vorgelegt.

Seine Zahlen waren beeindruckend: rund zwei Millionen Übernachtungen zählten die Beherbergungsbetriebe 2015 im Emsland, bei den beliebtesten Radregionen Deutschlands landete das Emsland mit Platz acht erneut unter den besten zehn, der Tourismus löste Umsätze in Höhe von 405 Millionen Euro aus, von denen ein großer Teil direkt in Löhne oder in sogenannte Vorleistungen flossen, also in Produkte und Dienstleistungen, die die Tourismusbranche bei anderen betrieben nachfragte.

8580 Stellen

Umgerechnet bedeute dies, dass 8580 Personen im Emsland ihr sogenanntes durchschnittliches Primäreinkommen in Höhe von 22.000 Euro pro Jahr durch den Tourismus bezögen. Eine Umfrage unter den Tourismusakteuren habe ergeben, dass die allermeisten mit dem Emsland und seinen Angeboten sehr zufrieden waren und weitgehend optimistisch in die Zukunft blickten. Bewährt habe sich das Setzen von klaren Leitthemen: „Das Emsland hat erfolgreich auf Radfahrer und Familien gesetzt und sollte das auch weiter tun“, empfahl Zeiler.

Allerdings gebe es in dieser Erhebung auch mindestens ein Aber. Denn auf der einen Seite stagniere die Zahl der Übernachtungen nach kräftigen Steigerungen zuvor seit 2012 bei etwa zwei Millionen, von denen mit 850000 das Ferienzentrum Schloss Dankern den Löwenanteil ausmache.

Richtung stimmt

Und den vielen Stärken wie der guten Erreichbarkeit per Auto, der hervorragenden Radwege-Infrastruktur oder der Qualität der Beherbergung stünden auch Defizite gegenüber. So sei die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln mühsam, das Schlechtwetterangebot ebenso zu klein wie das Angebot an Wellnesseinrichtungen. Auch das Angebot an Kunst- und Kultur werde von den Gästen zumindest außerhalb des Schlosses Dankern negativ bewertet. Im Vergleich zu übrigen ländlichen Regionen lande das Emsland bei den Sehenswürdigkeiten sogar auf dem letzten von 13 Plätzen.

Was folgt daraus? Manfred Zeiner empfahl unter anderem, die erfolgreiche Grundausrichtung beizubehalten, dabei aber das Profil zu stärken und die Leitthemen „aufzuladen“, also sie mit Zusatznutzen und Erlebnisinhalten zu versehen. Ein Teil dieser Vorhaben sei bereits im Masterplan Tourismus 2015 umgesetzt worden, es gebe aber noch Potenzial.

Zeiner empfahl nun drei statt zwei Kernthemen und zwar: „Natur & aktiv“ für Radfahrer, Camper und Entdecker. Unter „Landleben & Familie“ fasste er das Erkunden, Toben und genießen zusammen und im neuen Feld „Business & Events“ sollte es um Tagungsgäste, ums Shoppen und ums Erleben gehen.

Natur erleben

„Ganz wichtig sind dabei eine intakte und reizvolle Natur, das Erleben von Kultur und ein modernes Bild von Heimat und Tradition“, sagte Zeiner. Konkret könne man Wanderwege ausbauen und stärker durch die Orte legen, Reitangebote stärken, schöne Gärten einbinden, das moderne Landleben hervorheben oder eine zentrale Tagungs-Datenbank entwickeln.

Die Ausführungen Zeiners stießen auf große Zustimmung im Tourismusausschuss und lösten eine Welle weiterer Vorschläge aus, die von der Neustrukturierung des Kultursommers (Heinz Schwarte, SPD), die Schaffung neuer Highlights auch bei schlechtem Wetter (Hans-Michael Goldmann, FDP), mehr Angebote für Camper (Peter Kramer, SPD) bis zu Angeboten für Oldtimerfahrer (Günter Pletz, UWG) reichten. Werner Hartke (CDU) lobte den enormen Beitrag des Tourismus zur wirtschaftlichen Entwicklung.


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