Recht auf Wissen und Nicht-Wissen SkF berät schwangere Frauen bei Pränatalmedizin

Walburga Nürenberg, Heike Veen und Rita Gödde-Zink (v.l.) diskutieren den PND-Jahresbericht 2015. Foto: Gerd MecklenborgWalburga Nürenberg, Heike Veen und Rita Gödde-Zink (v.l.) diskutieren den PND-Jahresbericht 2015. Foto: Gerd Mecklenborg

gm Meppen. Der Sozialdienst katholischer Frauen Emsland-Mitte (SkF) berät schwangere Frauen und Paare bei allen Fragen der Pränatalmedizin. Jetzt hat er den Jahresbericht 2015 zu diesem Projekt erläutert.

Vorsitzende Walburga Nürenberg und SkF Geschäftsführerin Rita Gödde-Zink haben sich nun im Rahmen eines Informationsgespräches von Projektleiterin Heike Veen über die psychosoziale Beratung und Begleitung von schwangeren Frauen und Paaren im Kontext von Pränataldiagnostik (PND) informieren lassen.

„Ist mein Kind gesund? Diese Frage beschäftigt alle schwangeren Frauen vor der Geburt und 97 Prozent aller Neugeborenen kommen auch gesund zur Welt“, sagte Heike Veen. Die Pränatalmedizin böte eine Reihe von Möglichkeiten, Auffälligkeiten wie Fehlbildungen, Erkrankungen oder Chromsomenabweichungen feststellen zu können, erläuterte die Projektleiterin, die als Schwangerschaftsberaterin arbeitet.

„Im Rahmen der pränataldiagnostischen Untersuchungen stehen wir Frauen und Paaren zu Seite, wenn es einmal grundsätzlich darum geht diese Art der Untersuchung überhaupt in Anspruch zu nehmen und darüber aufzuklären, von welcher Art solche Untersuchungen sind und was sie ermöglichen“.

Es handele sich dabei um eine vertiefende psychosoziale Beratung in Kooperation mit Ärzten, wie es sowohl das Schwangerschaftskonfliktgesetzt, als auch das Gendiagnostikgesetzt seit 2010 bei auffälligem Befund vorschreibe, erklärte Veen. „Natürlich haben alle Eltern das Recht auf Wissen und Nicht-Wissen. Sie allein entscheiden, welche vorgeburtlichen Untersuchungen in Anspruch genommen werden“.

Belastende Erkenntnisse

Vorgeburtliche (pränatale) Diagnostik könne schwangere Frauen und Paare bei auffälligen Befunden vor sehr belastende und weitreichende Entscheidungen stellen, etwa bei festgestellten schweren Herzfehlern, Fehlbildungen oder Chromosomenstörungen. „Wir bieten -natürlich konfessionsübergreifend- für alle betroffenen Frauen und Paare umfassende Hilfe und Beratung neben der medizinischen Betreuung an. Dabei geht es primär um alle Fragen und Ängste, die über medizinische Aspekte hinausgehen“.

So seien die Beratungszahlen im Jahr 2015 erneut angestiegen, „das liegt auch an der sehr guten Kooperation mit den Medizinern. Insgesamt konnten wir 117 Frauen und Paare aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim beraten“, ergänzte Rita Gödde-Zink. Immer mehr Frauen und Paare nähmen eine längerfristige, intensive Beratung und Begleitung bei Entscheidungen über ein mögliches Leben mit einem Kind, das krank oder behindert sein wird, in Anspruch, dass bezeuge auch der Jahresbericht, hieß es im Informationsgespräch.

Der SkF bietet an jedem Dienstag von 9-11 Uhr -neben der weitergehenden Beratung in der Schwangerschaftsberatungsstelle- eine offene Sprechstunde an. In Haren wird zur gleichen Zeit eine Außensprechstunde im Haus der sozialen Dienste durchgeführt.


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