Stadt verweist auf Sicherheitssystem Umwelt-Anschlag wie im Tatort in Meppen möglich?

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Mit radikalen Umweltaktivisten hatten es die Ermittler im Bremer Tatort „Der hunderste Affe“ zu tun. Sie ahnten nicht, welche Ausmaße dieser Fall annehmen wird. Foto: Radio Bremen/ARD Degeto/Svenja von SchultzendorffMit radikalen Umweltaktivisten hatten es die Ermittler im Bremer Tatort „Der hunderste Affe“ zu tun. Sie ahnten nicht, welche Ausmaße dieser Fall annehmen wird. Foto: Radio Bremen/ARD Degeto/Svenja von Schultzendorff

Meppen. Der Tatort „Der hundertste Affe“ aus Bremen war ungewöhnlich. Skrupellose Umweltaktivisten bedrohten das Trinkwassersystem. Unsere Redaktion wollte deshalb von der Stadt Meppen wissen: War der Fernsehstoff reine Fiktion, oder ist so etwas bei uns vorstellbar?

Der Bremer Tatort „Der hundertste Affe“ hatte es in sich. Skrupellose Umweltaktivisten lieferten sich mit den Kommissaren Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) einen Wettlauf gegen die Zeit: Es drohte eine Umweltkatastrophe durch die Einleitung von Pflanzengift in das Trinkwassersystem.

Reine Fiktion? Realitätsfern? Bei uns undenkbar? Unsere Redaktion hat bei der Stadt Meppen nachgefragt. Wir wollten wissen: Wie sicher ist unser Trinkwassersystem, welche Mechanismen schützen es vor Angriffen wie im Bremer Tatort?

Hohes Sicherheitsniveau

Die Stadt Meppen verweist auf das hohe Sicherheitsniveau, auf dem die Wasserwirtschaft in Deutschland arbeite. „Zum Schutz des Lebensmittels Trinkwasser vor Eingriffen werden physische und technische Maßnahmen ergriffen.

Gebäudeüberwachung

Diese umfassten Überwachungsmaßnahmen seitens der Behörden und Wasserversorger „den Schutz der Anlagen (Brunnen, Leitungen) sowie die Kontrollen des Roh- und Trinkwassers , von der Gewinnung bis zur Trinkwasserverteilung zum Verbraucher“, so Stadt-Pressesprechein Petra Augustin. Die Wasserwerke seien mit Schutzvorkehrungen, zum Beispiel Gebäudeüberwachung, versehen.

Trinkwasser wird regelmäßig untersucht

Um eine Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung speziell durch Pflanzenschutzmittel zu vermeiden, untersuchten die Stadtwerke in Meppen regelmäßig das Trinkwasser auf verschiedene Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe. Auch repräsentative Stellen in Verteilnetzen und repräsentative Hausinstallationen würden kontrolliert und öffentliche Gebäude in Meppen regelmäßig von den Gesundheitsämtern untersucht.

Appell an Verbraucher

Trotz dieser umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen sei jeder Verbraucher aufgerufen, aufmerksam besondere Entwicklungen zu beobachten. Hersteller von Chemikalien wurden angewiesen, „Hamsterkäufe“ gefährlicher Chemikalien durch Einzelpersonen zu melden. „Auf diese Weise konnten in der Vergangenheit bereits im Vorfeld rechtzeitig verdächtige Gefährdungen ermittelt und vermieden werden“, betont Augustin.

Direkter Zugriff schwierig

Ein Anschlag, wie er im ARD-Tatort gezeigt wurde, wäre „so ohne Weiteres nicht durchführbar“. Die Trinkwasserleitungen verlaufen unterirdisch. Ein direkter Zugriff sei somit nur mit großem technischen Aufwand möglich. Bei einer wie im Film gezeigten fiktiven Verunreinigung mit Pestiziden müsse zudem beachtet werden, dass sehr große Mengen von Chemikalien ins Trinkwasser eingebracht werden müssten, um die Gefährdung auszulösen. „Ungesehen“ und ohne technischen Aufwand gehe das nicht.

Stoffliche Zusammensetzung

Zudem ständen die Trinkwasserleitungen immer unter einem erheblichen Druck (5 bar). Zusätzlich würden in den Wasserversorgungssystemen Online-Messungen, beispielsweise der Leitfähigkeit des Trinkwassers, durchgeführt. Konkret: Die stoffliche Zusammensetzung des Trinkwassers werde rund um die Uhr registriert.

Der dort angezeigte Wert ändere sich in der Regel kaum. Ein erheblicher Eingriff in die Trinkwasserversorgung würde den Messwert deutlich verändern. Dies wäre ein sicheres Zeichen dafür, dass sich die Qualität des Trinkwassers deutlich verändert habe. Die Wasserversorgung in Meppen würde dann unverzüglich mit Nachforschungen beginnen.


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