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Bingo fördert Mehrzweckbau Meppener planen neues Hilfsprojekt im Kongo

Von Tobias Böckermann


Meppen. Hilfe zur Selbsthilfe – unter diesem Motto hat der Meppener Verein „aqua creactive“ 2006 damit begonnen, Menschen im Kongo zu besserem Trinkwasser zu verhelfen. Jetzt startet er ein weiteres Vorhaben: den Bau eines Mehrzweckgebäudes für 79.000 Euro.

Geplant ist die Errichtung des Gebäudes in der Demokratischen Republik Kongo. In Kilueka im Westen des Landes ist der Meppener Verein seit 2011 mit Hilfsprojekten beschäftigt. „Wir wollen die Menschen dort in die Lage versetzen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und ein Einkommen zu erzielen“, sagt der erste Vorsitzende, Pastor i.R., Helmut Pante.

Deshalb habe „aqua creactive“ zunächst 22 Quellen so eingefasst und ertüchtigt, dass das daraus abfließende Wasser sauber und genießbar bleibe. Das Wasser diene vielen der rund 25.000 Menschen in Kilueka und werde auch in der Landwirtschaft genutzt.

Als die Wasserversorgung gesichert war, hat aqua creactive die Menschen vor Ort davon überzeugt, statt des nährstoffarmen, aber weit verbreiteten Maniok lieber die „Wunderpflanze“ Moringa anzubauen, die viel mehr Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß enthält. „Inzwischen wachsen auf drei Hektar Fläche mehr als 700 Moringabäume“, sagt Pante.

Mehr als 180 Bienenvölker

Den dritten Bestandteil der Vereinsstrategie bildet die Imkerei, die aqua creactive gemeinsam mit dem Projektleiter vor Ort, Augustin Konda, und dem dortigen Selbsthilfeverein „Songa Nzila IFD“ umsetzen konnte. Mehr als 180 Bienenvölker liefern inzwischen einen sehr reinen Honig, der bis in das 150 Kilometer entfernte Kinshasa exportiert wird. „Die Menschen in Kilueka können noch viel mehr Honig verarbeiten und kaufen deshalb pro Jahr bis zu 4000 Liter Honig von lokalen Imkern zu“, weiß Helmut Pante. Von den Erlösen werden unter anderem Prämien an Waldbesitzer gezahlt, die dann ihren Wald nicht mehr wie bisher aus blanker Not abholzen müssen.

Um all die Erzeugnisse der Dorfgemeinschaft noch effizienter vermarkten zu können, soll nun ein neues Gebäude errichtet werden. „Dort werden Samen und Blätter der Moringa-Bäume getrocknet, gelagert und verarbeitet“, sagt Pante. Außerdem gebe es dort Platz für eine Ölpresse und man plane die Herstellung und Lagerung von Bienenwachskerzen sowie Verkaufsräume.

Arbeiten verrichten die Einheimischen selbst

„Wir glauben, dass wir mit auch mit diesem Gebäude das Motto Hilfe zur Selbsthilfe gut umsetzen können“, sagt Pante. Denn die Backsteine für das Haus stammen aus der eigenen Ziegelei, die Arbeiten verrichten die Einheimischen selbst. 15 Arbeitsplätze entstehen in dem neuen Gebäude.

Die Baukosten liegen bei 79.000 Euro – nicht wenig für einen Verein, der im Emsland nur etwas mehr als 30 Mitglieder hat. „Deshalb waren wir sehr froh, dass die Bingo-Umweltstiftung uns wie beantragt 49.000 Euro zur Verfügung stellt“, sagt der Vorsitzende. Die Eigenleistung vor Ort entspreche einem Gegenwert von 12.000 Euro und die restlichen 18.000 Euro könne der Verein aus Spenden aufbringen.

„Dieses Projekt dient sowohl der Ernährung und dem Erhalt natürlicher Ressourcen als auch der Verbesserung des Lebensstandards in ländlichen Gebieten“, lobt Bingo.

Schon ein neues Ziel im Visier

Aqua creactive nimmt derweil schon neue Ziele ins Visier: „Wir werden vermutlich ein Bildungsprojekt starten“, sagt Helmut Pante.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördert Umwelt- und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege. Die Stiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie.