Mehr Beratungsfälle verzeichnet SkF Meppen wählt Marlies Albers in den Vorstand

Neu im Vorstand des SkF: Marlies Albers (links) mit Vorsitzender Walburga Nürenberg. Foto: Heiner HarnackNeu im Vorstand des SkF: Marlies Albers (links) mit Vorsitzender Walburga Nürenberg. Foto: Heiner Harnack

Meppen. Die Fachbereiche des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) reichen von der Jugendhilfe über Schwangerschaftsberatung bis hin zu häuslicher Gewalt. Mit einem Referat, das den Weg von der Fürsorge zur sozialpädagogischen Familienhilfe nachzeichnete, wurde die Mitgliederversammlung der Organisation im Gemeindehaus St. Vitus eingeleitet.

Die Rednerin Jacqueline Kauermann-Walter vom Fachreferat Kinder- und Jugendhilfe des SkF in Dortmund erzählte von einer 18-Jährigen, die eine Tochter zur Welt brachte und nach Angaben des Jugendamtes das Kind nicht hätte großziehen können, da sie alkoholabhängig war. Daraufhin sei der jungen Frau die Idee gekommen, sich an die Familienhilfe zu wenden. „Ich habe Angst gehabt, dass sie mir sonst mein Kind wegnehmen“, zitierte Kauermann-Walter die junge Dortmunderin. Die Frau hätte die Helfer zunächst nicht in ihre Wohnung gelassen, da sie vor einer Rundum-Überwachung Angst hatte.

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„Als sie merkte, dass sie respektiert und nicht bevormundet werden sollte, konnte die Familienhelferin bei den Finanzen, der Wohnungssuche, dem Verhältnis zum Alkohol und der Versorgung des Neugeborenen behilflich sein“, berichtete die Referentin. Der Weg der jungen Frau war in Zusammenarbeit mit dem SkF ein erfolgreicher: „Ich traue mich jetzt, mein Kind alleine groß zu ziehen“, lautete das Fazit der Betroffenen.

Es müsse immer um Fürsorge gehen, die dem anderen die Verantwortung und Kontrolle für das eigene Leben lasse, betonte Kauermann-Walter. Die Geschäftsführerin des SkF, Rita Gödde-Zink, vermeldete vor der Versammlung einen rekordverdächtigen Etat von rund einer Million Euro. Dabei fallen gut 83 Prozent der Gesamtkosten für das Personalwesen an.

Zuwachs ambulanter Betreuung

Der SkF verfügt derzeit über 89 ehrenamtliche Mitarbeiter und 27 hauptamtlich Beschäftigte. Leider seien, so die Vorsitzende des SkF, Walburga Nürenberg, unter anderem die Beratungsfälle im Bereich des Frauen- und Kinderschutzhauses inklusive ambulanter Betreuung auf 1405 im vergangenen Jahr angestiegen. Dazu käme eine erhöhte durchschnittliche Verweildauer in der Einrichtung von 40 Tagen, zu der 38 Frauen mit 45 Kindern Zuflucht gesucht hätten, sagte Nürenberg. Die ambulante Beratung hätten 140 Frauen mit 188 Kindern in Anspruch genommen.

Nürenberg und Gödde-Zink hoben das große Engagement der Ehrenamtlichen hervor, von denen allein 16 im Bereich des Frauen- und Kinderschutzhauses aktiv seien, und dankten für die unermüdliche Arbeit. Für die geplant ausscheidende Christel Demberger wurde Marlies Albers, die zuvor im Jobcenter des Landkreises Emsland gearbeitet hatte, in den Vorstand des SkF gewählt.


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