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01.05.2016, 12:02 Uhr KOMMENTAR ZU ALT-KATHOLISCHER KIRCHE

Eine Chance verdient

Kommentar von Reinhard Fanslau

Die alt-katholische Kirche hat ohne Vorbehalte eine Chance verdient, im Emsland Fuß zu fassen.  Symbolfoto: dpaDie alt-katholische Kirche hat ohne Vorbehalte eine Chance verdient, im Emsland Fuß zu fassen. Symbolfoto: dpa

Meppen. Die alt-katholische Kirche hat ohne Vorbehalte eine Chance verdient, im Emsland Fuß zu fassen. Ein Kommentar.

Viele neue Alt-Katholiken beantragen beim Finanzamt ganz formlos, dass sie unter „Religionszugehörigkeit“ statt wie bisher mit „rk“ ab sofort als „ak“ geführt werden. Das eine bedeutet „römisch-katholisch“, das andere „alt-katholisch“. Die Kirchensteuer fließt nach dem Wechsel automatisch der Alt-Katholischen Kirche zu.

Nicht ganz so einfach wie dieser Wechsel ist es für Alt-Katholiken, in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Schließlich lehnen sie den Papst ab, lassen Frauen auf die Kanzel, erlauben Pfarrern zu heiraten und Geschiedenen, sich ein zweites Mal kirchlich trauen zu lassen.

Das ist für so manchen konservativen katholischen Christen schwer zu verdauen. Zweifler sollten sich aber bewusst machen, dass sowohl in „rk“ als auch „ak“ das Wort „katholisch“ steckt. Das heißt so viel wie „allumfassend“. Daraus folgt wiederum, dass in der katholischen Kirche niemand ausgeschlossen werden soll. Und in der Bibel heißt es eben auch „Nehmt einander an“.

Also hat auch die alt-katholische Kirche ohne Vorbehalte eine Chance verdient, im Emsland Fuß zu fassen, zumal sie niemanden abwerben will. Der Staat hat die Alt-Katholiken längst anerkannt. Denn sonst würden sie keine Kirchensteuer bekommen.


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