Zu wenig Sprachförderung CDU Meppen informiert sich über SKM-Flüchtlingsarbeit

Von Georg Hiemann

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Erfolgreiche Migrationsarbeit des SKM: Jürgen Schwering, Ziedonis Stutins, Arnold Esters, Michaele Jehn, MdL Bernd-Carsten Hiebing, Juliane Große-Neugebauer, Arne Fillies und Günter Göken (v. l.). Foto: Georg HiemannErfolgreiche Migrationsarbeit des SKM: Jürgen Schwering, Ziedonis Stutins, Arnold Esters, Michaele Jehn, MdL Bernd-Carsten Hiebing, Juliane Große-Neugebauer, Arne Fillies und Günter Göken (v. l.). Foto: Georg Hiemann

Meppen. Der Vorstand des CDU-Stadtverbands Meppen hat mit dem Landtagsabgeordneten Bernd-Carsten Hiebing den Sozialdienst Katholischer Männer Emsland Mitte (SKM) besucht, um sich über die Migrations- und Integrationsarbeit zu informieren. Einig sind sich alle, dass die Sprachförderung der Flüchtlinge erheblich intensiviert werden muss, wenn Integration und der Einstieg in die Arbeitswelt gelingen sollen.

„Nach wie vor gibt es zu wenig Sprachförderklassen an den Schulen. Hier ist das Land gefordert, ausreichend Personal einzustellen“, betonte SKM-Geschäftsführer Arnold Esters. Weiterer Gesprächspartner war Ziedonis Stutins, neuer SkM-Mitarbeiter für die Flüchtlingssozialarbeit. Juliane Große-Neugebauer, die mit Jürgen Schwering, Michaele Jehn und Arne Fillies gekommen war, kritisierte: „Die Deutschkurse sind oft nicht koordiniert. Mich ärgert auch, dass nach dem Ende der A1-Kurse die Teilnehmer monatelang in der Luft hängen, weil es danach für viele nicht weitergeht“. SKM-Vorsitzender Günter Göken stellte fest: „Die Grundversorgung steht. Aber in Fragen der Integration muss noch einiges passieren. Und warum werden in Lingen erheblich mehr Sprachkurse angeboten als in Meppen?“ MdL Bernd-Carsten Hiebing: „Das Land ist aufgefordert, erheblich mehr zu tun. Die Integration in Kita und Schule muss gelingen“.

Integration in die Arbeitswelt

Auch die Notwendigkeit der Integration in die Arbeitswelt, da waren sich alle einig, müsse gelingen. In Fragen der Arbeitserlaubnis müsse die Politik endlich und schnell erhebliche Veränderungen gesetzlich regeln. Die Nachfrage bei Arbeitgebern sei da, viele Asylanten wollen arbeiten und dürfen nicht. „Die Erfahrung mit unseren Asylanten in Rühle zeigt, wie viele arbeiten möchten“, wies Große-Neugebauer auf die freiwilligen Einsätze für die Dorfgemeinschaft hin, was zu einer sehr guten Gemeinschaft mit den Rühlern geführt habe. In diesem Zusammenhang sei es notwendig, die Asylverfahren erheblich zu beschleunigen, damit auch die Asylbewerber Sicherheit darüber erhalten, ob sie eine Zukunft in Deutschland haben.

Großteil der Bevölkerung unterstützt Arbeit

Sowohl Hiebing als auch der Vorstand des CDU-Stadtverbands Meppen lobten die inzwischen 25-jährige Migrations- und Integrationsarbeit des SKM Meppen. Geschäftsführer Arnold Esters betonte, die Behörden würden nach Zustimmung der Flüchtlinge die Daten an den SKM weitergeben, sodass im Regelfall innerhalb von zwei Wochen ein Hausbesuch durchgeführt werden könne. Der SKM sei zuständig für die Ortschaften bzw. Städte von Herzlake bis Geeste und Twist. „Dafür haben extra neue Mitarbeiter eingestellt, und unsere Sozialarbeiter suchen die Flüchtlinge auf und schauen, was benötigt wird und wo geholfen werden muss“. Und natürlich gibt es vor Ort wöchentlich öffentliche Sprechstunden. Rund 200 Ehrenamtliche unterstützen den SKM bei dieser Arbeit. „Positiv ist, dass ein Großteil der Bevölkerung so aktiv unsere Arbeit unterstützt“.

Koordinierungsstelle

Neu ab dem 1. April 2016 hat der SKM deshalb auch eine Koordinierungsstelle geschaffen, um seine Arbeit noch intensiver gestalten zu können. Etwa 50 ehrenamtliche Kräfte betreuen in über 50 Schulen ca. 100 Kinder in der Sprachförderung, ergänzend zum Schulunterricht. Für dieses Projekt ist der SKM schon ausgezeichnet worden und hat damit bundesweit Anerkennung gefunden.

Zusätzliche Aufgaben

Stetig gewachsene Aufgaben und immer mehr Mitarbeiter haben dazu geführt, dass der SKM die denkmalgeschützte Immobilie Kolpingstraße 4 gekauft hat, die zurzeit aufwendig saniert wird. Ab dem 1. Juli 2016 wird dort die SKM-Geschäftsstelle in zentraler Lage sein. Für die Gesamtkosten in Höhe von 606.000 Euro geben der Landkreis Emsland und die Stadt Meppen jeweils einen Zuschuss von 60.000 Euro, 152.695 Euro kommen vom Deutschen Hilfswerk, dazu ein Eigenanteil von 175.000 Euro, der Rest wird über Kredite finanziert. Das „neue“ Domizil an der Kolpingstraße muss noch barrierefrei umgebaut werden. Außerdem soll es einen Außenlift erhalten.


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