Landkreis startet Initiative Ab Juli Carsharing im Emsland

Das Projekt Stadteilauto in Osnabrück gibt es seit 1994. Die Kleinwagen sind sehr beliebt. Ähnliche Fahrzeuge des Unternehmens sollen bald durch das Emsland rollen. Foto: StadtteilautoDas Projekt Stadteilauto in Osnabrück gibt es seit 1994. Die Kleinwagen sind sehr beliebt. Ähnliche Fahrzeuge des Unternehmens sollen bald durch das Emsland rollen. Foto: Stadtteilauto

Meppen. Wer nur gelegentlich ein Auto benötigt, kann in Zukunft auf ein neues Angebot im Emsland setzen: der Landkreis will im Juli eine Carsharing-Initiative starten.

Ein entsprechendes Konzept hat Dezernent Michael Steffens im Ausschuss für Kreisentwicklung vorgestellt. Demnach ist vorgesehen, zunächst je zwei Fahrzeuge in Meppen und Lingen sowie eines in Papenburg zur Verfügung zu stellen.

Der Landkreis sieht das Car-Sharing als ergänzendes Angebot zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Es soll Menschen dienen, die nur selten ein Auto benötigen und sich dann bei Bedarf relativ unkompliziert eines leihen können. Bundesweit liegt das im Trend: Nach Angaben des Bundesverbandes Carsharing waren am 1. Januar 2016 bundesweit 1,26 Millionen Kunden registriert, die auf 16100 Carsharing-Fahrzeuge zurückgreifen können. Tendenz: stark steigend.

Das Prinzip „Nutzen statt besitzen“ soll nun also im Emsland versuchsweise etabliert werden – dabei greift die Kreisverwaltung auf Erfahrungen des Meppener Vereins „ Carsharing Emsland “ zurück, der bislang in Meppen ein Fahrzeug betreibt. Er soll zukünftig als Pate für die Fahrzeuge und beim Marketing tätig sein.

Vorgesehen ist die Zusammenarbeit mit der Osnabrücker Initiative „ Stadtteilauto “, die seit 1994 erfolgreich am Markt agiert und 2015 etwa 1700 Kunden mit 50 Fahrzeugen in Osnabrück bediente. Stadtteilauto bietet ein Auftragscarsharing für ländliche Regionen an und soll im Emsland zunächst auf zwei Jahre befristet fünf Fahrzeuge (drei der Mini-Klasse und zwei der Kompakt-Klasse) stationieren.

In Lingen wird ein Auto am Uni-Campus stationiert, ein zweites in der Innenstadt am Kreishaus. In Meppen soll ein Auto am Bahnhof und ein weiteres am Kreishaus zur Verfügung stehen, in Papenburg wird eines an der Kreisverwaltung stehen. Die Städte stellen die Parkplätze kostenlos bereit.

Da eine Mindestauslastung garantiert werden muss, entstehen Kosten von insgesamt 33.300 Euro. Etwa 35 Prozent sollen anfänglich durch Nutzer wieder eingespielt werden. Die Kosten für die Fahrzeuge der Mini-Klasse, die in den Innenstädten stehen, teilen sich Landkreis und Standortkommune. Die an den Kreishäusern geparkten Fahrzeuge finanziert der Landkreis komplett, ersetzt damit aber je einen Dienstwagen aus dem bisherigen Fuhrpark. Auf Elektroautos soll anfänglich verzichtet werden, damit die Schwelle für Nutzer so gering wie möglich bleibt.

Der Kreisausschuss stimmte dem Vorhaben mehrheitlich zu. Während Heinz Cloppenburg (CDU), Norbert Knape (Grüne) und Hermann-Josef Abeln (UWG) den Vorstoß lobten, weil so Erfahrungen gesammelt werden könnten, war die SPD zwar grundsätzlich für das Carsharing. Carsten Primke forderte aber, die fünf Autos nicht auf das Emsland zu verteilen, sondern am Standort Lingen zu bündeln. Fanz-Josef Evers (CDU) schlug vor, noch offensiver auf Firmen zuzugehen und ein gemeinsames Projekt anzubieten, da viele Firmenwagen zwischenzeitlich ungenutzt seien. Michael Goldmann (FDP) sorgte sich um die Taxibranche und bat um Bedenkzeit und mehr Informationen.

Der Ausschuss stimmte bei einer Enthaltung (FDP) und drei Gegenstimmen (SPD) für das Konzept, das noch in den Kreistag geht.


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