Einbruchserie in Meppen und Lingen Lange Haftstrafe für 28-Jährigen aus Meppen

Von Horst Troiza

Wegen einer Serie von Einbrüchen ist ein 28-jähriger zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Symbolfoto: Andreas Gebert/dpaWegen einer Serie von Einbrüchen ist ein 28-jähriger zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Symbolfoto: Andreas Gebert/dpa

Osnabrück. Mit sieben Jahren und neun Monaten Haft endete vor dem Landgericht Osnabrück das Verfahren gegen den 28-jährigen, mutmaßlichen Drahtzieher einer Einbruchsserie, die in der zweiten Jahreshälfte 2014 in Meppen und Lingen verübt worden war. Unter anderem war den Tätern in einem Privathaus Beute in Höhe von 370000 Euro in die Hände gefallen.

Mit dem Urteil endete am Donnerstag ein Verfahren, das bereits im August vergangenen Jahres begonnen und mehr als ein Dutzend Verhandlungstage gezählt hatte. Dem heute 28-Jährigen war vorgeworfen worden, der führende Kopf einer Gruppe von drei jungen Männern gewesen zu sein, die gemeinsam in Meppen und Lingen insgesamt sieben Einbrüche verübt haben soll.

Der spektakulärste war am 13. November geschehen, als in einem Privathaus an der Hannoveranerstraße in Lingen Uhren und Manschettenknöpfe im Wert von 370000 Euro aus dem Tresor entwendet wurden.

Auch Geschäftsstelle des SV Meppen betroffen

Weitere Schauplätze von Einbrüchen war ein Firmengebäude an der Riedemannstraße in Meppen, wo 6000 Euro Beute gemacht wurde, die Geschäftsstelle des SV Meppen, Beute 400 Euro, die Büroräume der Meppener Eisengießerei, aus denen 2800 Euro gestohlen wurden. Ebenfalls Opfer von Einbrüchen wurden ein Juwelier in Meppen, bei dem den Tätern 5000 Euro in die Hände fielen sowie die DRK-Geschäftsstelle in der Dalumer Straße, wo 2800 Euro erbeutet wurden.

Den Einbruch in einen Spielsalon hatten die Täter abbrechen müssen, weil Nachbarn von ihrem Treiben Wind bekommen hatten. An allen Tatorten war zudem beträchtlicher Sachschaden entstanden.

Von Videokamera aufgezeichnet

Der Angeklagte war ins Visier der Ermittler geraten, als er mit einem weiteren der Beteiligten von der Videokamera eines in Münster ansässigen Juweliers aufgezeichnet wurde, als er dort einen der wertvollen Manschettenknöpfe schätzen ließ. Im Zuge der Aufklärung der Einbruchsserie war die Polizei auf die beiden Mittäter gestoßen, von denen einer später zu einer Arreststrafe und der andere zu einer Jugendstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt ist, verurteilt wurden.

Der 28-Jährige ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen einschlägiger Taten. An keinem der Schauplätze waren Fingerabdrücke oder sonstige Spuren vorgefunden worden, die ihm zugeordnet werden konnten. Für seinen Verteidiger war dies wie auch die Aussage eines der bereits verurteilten Mitglieder des Trios, der den Angeklagten entlastet hatte, Grund genug, den Freispruch seines Mandanten zu fordern.

Staatsanwalt fort acht Jahre

Demgegenüber sah der Staatsanwalt im Verfahren dessen Schuld als eindeutig erwiesen an. Er hatte ein Strafmaß von acht Jahren gefordert, dem sich das Gericht dann auch nahezu anschloss. Die entlastende Aussage seines Ex-Kumpanen sei nicht glaubwürdig, auch die Aussage seiner damaligen Lebensgefährtin nicht stichhaltig genug gewesen, seine Unschuld zu beweisen, befanden die Richter. „In der Gesamtschau aller Fakten und Indizien ist die Kammer davon überzeugt, dass der Angeklagte für alle ihm zur Last gelegten Taten verantwortlich ist“, erklärte der Vorsitzende der 15. großen Strafkammer nach einstündiger Beratung.

In das Urteil von sieben Jahren und neun Monaten Haft floss eine dreimonatige Gefängnisstrafe ein, die aus einem anderen Verfahren noch offen ist. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


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