Weihnachtspäckchen von Round-Table Meppener begleitet Hilfskonvoi in die Ukraine

Von Daniel Gonzalez-Tepper


Meppen. Eine aufwühlende Reise in die Ukraine liegt hinter Waldemar Nuss. Als einziger Vertreter aus dem Emsland hat der Meppener einen Hilfskonvoi von Round Table Deutschland nach Odessa (Ukraine) am Schwarzen Meer begleitet.

Waldemar Nuss war einer von 38 Tablern aus ganz Deutschland, die den Konvoi begleitet haben. Die fünf Fahrzeuge, vier 40-Tonnen-Lkw und ein großer Reisebus, waren vollgepackt mit rund 15.000 Päckchen, die an hilfsbedürftigen Kinder in der ukrainischen Stadt und umliegenden Dörfern verteilt wurden. Rund 800 stammen aus dem Emsland , die hiesigen Serviceclubs RT 142 Lingen-Meppen, RT 166 Emsland-Süd, RT 102 Grafschaft-Bentheim sowie der Ladies Circle haben sich an der Aktion beteiligt.

In Meppen waren unter anderem die Astrid-Lindgren-Schule Rühle, der Hermann-Josef-Kindergarten Rühlerfeld, das Mütterzentrum Meppen und die Hasebrinkschule aktiv und sammelten Päckchen.

56 Einrichtungen besucht

Zweieinhalb Tage dauerte die Hinfahrt nach Odessa. „Vor Ort haben wir das Team in vier Gruppen geografisch aufgeteilt. Im Norden, Süden, Osten und Westen von Odessa wurden insgesamt 56 Einrichtungen, sogenannten Internatsschulen, besucht“, berichtet der 39-Jährige, der als gebürtiger Russe perfekt seine Sprachkenntnisse einbringen konnte. Gemeinsam mit acht weiteren Personen bekamen sie die Region Odessa-Süd zugeteilt, in der sie zehn Schulen aufsuchten.

Ausgewählt wurden diejenigen, die es am schwersten haben. „Fast überall ist die Infrastruktur in einem katastrophalen Zustand. So haben wir zum Beispiel für 40 Kilometer zwischen den Orten Ismajil und Kilija rund fünfeinhalb Stunden gebraucht“, erzählt Nuss, der in Rühle als selbstständiger Zimmerer tätig ist und sich seit 2010 beim Round Table Meppen-Lingen engagiert.

Wenig Kontakt zu den Eltern

Insgesamt sei es für alle Teilnehmer der Fahrt eine sehr emotionale Zeit vor Ort gewesen. „Fast alle Kinder haben in der Internatsschule überhaupt keinen Kontakt zu den Eltern, andere werden einmal im Monat für ein Wochenende abgeholt. Oder sie sind Waisen“, berichtet Waldemar Nuss. Weil die Abschlusszeugnisse solcher Schulen als minderwertig angesehen werden, seien auch die Aussichten auf eine Berufsausbildung eher schlecht. Obendrein droht vielen Schulen die Schließung, weil es dem Land wegen der Konflikte im Osten des Landes wirtschaftlich schlecht geht.

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Dennoch lassen sich die Kinder und deren Betreuer von den eher bescheidenen Gegebenheiten und der schlechten Perspektive nicht die Stimmung vermiesen.„Trotz all der Schwierigkeiten war auffallend, wie gut die Kinder miteinander umgehen und wie sehr sich die Erzieher und Kinder um Sauberkeit bemühen“, berichtet Nuss.

Benefizkonzert am 16. Januar

Nach zweieinhalb Tagen war die Verteilung beendet und der Konvoi trat seine Rückfahrt nach Deutschland an. „Es hat uns allen viel Freude gemacht, die Weihnachtspäckchen an Kinder in Ukraine überreichen zu dürfen. Das war Hilfe, die wirklich ankommt“, meint der Tabler.

Nun freuen sich alle Tabler erst einmal über das große Benefizkonzert in der Lingener Emslandarena am 16. Januar 2016. Der Erlös kommt dem Kinderschutzbund in Meppen und Lingen zugute. Waldemar Nuss und seine Mitstreiter hoffen wieder auf rund 300 Besucher. Karten gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen, unter www.rt142.de sowie natürlich bei jedem Tabler.


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