Aktion auf dem Weihnachtsmarkt Meppen: Kinder vor Brandverletzungen schützen

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Sie setzten auf Prävention: Lotta Feldhues, der zufällig gerade anwesende Nikolaus, Heinz Hermes, Raphael Traube und Dr. Johann-Gerhard Blanke. Foto: Tobias BöckermannSie setzten auf Prävention: Lotta Feldhues, der zufällig gerade anwesende Nikolaus, Heinz Hermes, Raphael Traube und Dr. Johann-Gerhard Blanke. Foto: Tobias Böckermann

Meppen. Die Freiwillige Feuerwehr Meppen, das DRK und Kinderarzt Johann-Gerhard Blanke vom Ludmillenstift haben auf dem Weihnachtsmarkt Meppen auf die Verletzungsgefahr durch Feuer oder heiße Flüssigkeiten für Kinder aufmerksam gemacht.

Im Rahmen des bundesweiten Aktionstages „Verbrannt – verbrüht was tun?“ zeigten die Fachleute, was im Ernstfall an Erste-Hilfe-Maßnahmen zu tun ist und vor allem: wie man Unglücksfälle vermeiden kann.

Johann-Gerhard Blanke, Franz Hornung von der Feuerwehr sowie Raphael Traube und Heinz Hermes vom DRK-Rettungsdienst hatten sich am Montag zwischen dem Karussell und der Eisbahn auf dem Weihnachtsmarkt postiert. Aufmerksamkeit war ihnen gewiss, denn dafür sorgte die achtjährige Lotta Feldhues aus Haselünne. Sie lag auf einer Trage des DRK in eine goldfarbene Wärmefolie gebettet. Man konnte die Szenerie auf den ersten Blick für einen Notfall halten und das war auch so gewollt, um Gespräche anzustoßen.

So früh wie möglich

Kinderarzt Johann-Gerhard Blanke hat in seiner Laufbahn schon viele Kinder mit Brandverletzungen oder Verbrühungen gesehen und deshalb sind ihm Prävention und Aufklärung besonders wichtig. „Das fängt schon bei Kleinkindern an“, sagt der Mediziner und zwar nicht so wie manchmal noch angenommen werde, durch negative Erfahrungen. „Zu warten bis ein Kind sich am Herd die Finger verbrennt nach dem Motto: So lernt es am besten“, das ist nicht der richtige Weg“, sagt Blanke.

Vielmehr müsse man Kindern spielerisch so früh wie möglich klar machen, dass sie zu offenen Feuern, einer heißen Herdplatte oder heißen Getränken auf Abstand bleiben müssten. Mit brennenden Kerzen dürfe man sie niemals alleine lassen, auch und gerade jetzt in der Weihnachtszeit mit Adventskränzen und Christbaum. Auch sollte man darauf achten, dass keine Tischdecken erreichbar seien, die Kinder dann mitsamt einem abgestellten Heißgetränk vom Tisch ziehen könnten. Höchste Vorsicht gelte auch beim Umgang mit einem Gartengrill.

Prävention wirkt

Für Blanke hat sich die bisherige Präventionsarbeit in diesem Bereich ausgezahlt. So sind im Meppener Ludmillenstift in diesem Jahr bislang nur um die zehn Kinder mit Brandverletzungen behandelt worden. „Das sind immer noch zu viele, aber früher waren es deutlich mehr“, sagt er. Deutschlandweit werden pro Jahr 30000 Kinder Opfer von Brandverletzungen, 6000 müssen deshalb stationär in einer Klinik behandelt werden.

Mehr als 70 % der Kinder sind zum Unfallzeitpunkt jünger als 5 Jahre. Experten schätzen, dass ca. 60 % aller Unfälle mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen - angepasst an den sich ständig vergrößernden Radius eines heranwachsenden Kindes - vermieden werden könnten. Um diese Zahl zu senken, ist 1993 in Norderstedt der Verein „Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V.“ gegründet worden, der seitdem bundesweit tätig ist. Er berät Familien nach Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen ihrer Kinder, hilft bei Problemen in der Rehabilitationszeit und ist präventiv tätig – unter anderem mit dem Aktionstages „Verbrannt – verbrüht was tun?“.


Erste Hilfe bei Brandverletzungen

- Kühlen Sie die verletzten Stellen 10 bis 15 Minuten lang mit Wasser nicht kälter als 20 ° C

- Löschen sie brennende Kleidung des Verletzten mit Decken, durch Wälzen am Boden oder mit Wasser.

- Bei Verbrühungen nasse Kleidung sofort ausziehen, bei Verbrennungen eingebrannte Kleidung nicht entfernen.

- Geben Sie nie Hausmittelchen wie Mehl, Zahnpasta, Öl auf Brandwunden

- Rufen Sie den Notarzt: 112 oder suchen Sie bei kleineren Verletzungen den Kinderarzt auf.

- Denken Sie daran, dass Ihr Kind unter Schock steht. Lassen Sie es nicht alleine, bis der Notarzt eintrifft.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN