zuletzt aktualisiert vor

Tierärztin Ricarda Schröder berichtet Mysteriöser Katzenschwund in Meppen-Apeldorn

Zwei der vielen Samtpfoten, die Ricarda Schröder bei sich aufgepäppelt hat und die auf Vermittlung warten. Foto: Ricarda SchröderZwei der vielen Samtpfoten, die Ricarda Schröder bei sich aufgepäppelt hat und die auf Vermittlung warten. Foto: Ricarda Schröder

Meppen. Mary, Würmchen, Greta, Romeo, Silberfee – mehr als 20 Katzen sind seit 2009 in Meppen-Apeldorn verschwunden und nicht wieder aufgetaucht, hat Ricarda Schröder gezählt. „Seit 2009 habe ich die Klappe gehalten. Jetzt reicht es mir“, sagt die Tierärztin und wendet sich an die Öffentlichkeit.

Über ihre berufliche Tätigkeit hinaus ist die Apeldornerin auch rein privat große Katzenliebhaberin. Seit Jahren engagiert sie sich, nimmt auf ihrem kleinen Hof auf eigene Kosten verletzte oder verwaiste Samtpfoten auf. Meistens sind es ihren Angaben nach hungernde und durstende Jungtiere, manchmal auch Katzen mit Schussverletzungen. Sie pflegt die Patienten, bis sie wieder gesund sind und am Ende an Tierliebhaber abgegeben werden können.

Doch immer häufiger kommt es gar nicht mehr so weit. Viele ihrer Pflegekinder verschwinden noch vor der Vermittlung. „Da steckt so viel Herzblut drin. Die werden von mir geimpft, kastriert und entwurmt. Kaum können sie dann mal wieder nach draußen, sind sie auch schon weg“, beklagt Schröder.

Lebendfalle im Wald gefunden

Seit ein paar Tagen vermissen auch Nadine und René Uphagen aus Apeldorn eine Katze. Ihre geliebte Casy ist nach einem Streifzug durch die Natur nicht nach Hause gekommen und ist jetzt der aktuellste Fall eines vermissten Tieres im Ort. Die Uphagens sind mit Ricarda Schröder befreundet und wollen das Schicksal von Casy nicht einfach so hinnehmen. Alle drei haben so ihre Vermutungen, was passiert sein könnte, aber: „Wir wollen niemanden anklagen. Wir stellen nur die Frage: Wo sind diese Tiere geblieben“, sagt die Tierärztin.

Weiterlesen: Auch Niedersachsens Jäger schießen Katzen und Hunde

Vor Kurzem erst hat sie eine Lebendfalle im Wald gefunden. „Es gibt überall Katzenhasser auf der Welt“, sagt Schröder. Daher will sie auch in Apeldorn keine Suchplakate aufhängen. „Damit würde ich den Katzenhassern zeigen, dass sie mir weh tun können, wenn sie Tiere verschwinden lassen.“ Bei der Tierschutzorganisation „Tasso“ hat sie Fahndungsaufrufe nach den abtrünnigen Vierbeiner aufgegeben, doch sind blieben diese bisher ohne Erfolg.

Keine toten Tiere aufgefunden

Merkwürdig an der ganzen Geschichte ist aus Schröders Sicht auch, dass weder sie noch andere Besitzer tote oder verletzte Tiere finden. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn Katzen von Autos oder anderen Fahrzeugen angefahren werden. „Im eher ländlichen Apeldorn ist das unwahrscheinlich“, weiß die Tierärztin, die hier seit 2002 wohnt. Und auch ein anderer Grund scheidet aus. Im Bereich Herzlake sei es ihrer Meinung schon vorgekommen, dass Tierfänger unterwegs gewesen, aber in Apeldorn bisher noch nicht.

Vor kurzem habe ihr jemand auf einem Fest im Ort gesagt, dass es nur „die Jäger“ Schuld daran sein können. Diese dürfen streunende Katzen abschießen, wenn sie mindestens 300 Meter von einem Haus entfernt sind. Die Tierärztin sagt zu dem Thema nur: „Jäger sind durchaus in der Lage zu unterscheiden, ob es sich um eine verwilderte Katze handelt oder nicht.“ Sie habe auch schon öfters angeschossene Tiere in ihrer Praxis gehabt, in deren Körper noch ein Projektil steckte.

Doch auch anhand der Munition könne man keine Rückschlüsse daraus ziehen, dass diese von Jägern kommt. Das will Ricarda Schröder auch gar nicht, denn „wir wollen niemandem etwas Böses unterstellen. Wir wollen nur auf das Problem aufmerksam machen“.


2 Kommentare