Aqua Creactive informiert Meppener Hilfe für Menschen im Kongo

Von Heiner Harnack


Meppen. Der Verein Aqua Creactive Meppen kümmert sich seit knapp zehn Jahren um die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sowie die Verbesserung des Gesundheitssystems und das Bekämpfen von Ernährungsmängeln in Afrika. Um das aktuelle Projekt in Kilueka, im Westen der Demokratischen Republik Kongo gelegen, näher vorzustellen, hatten die Verantwortlichen zu einer Infoveranstaltung eingeladen.

Der Vorsitzende Helmut Pante blickte in viele neugierige Gesichter, als er den Gästen vom aktuellen Projekt des Vereins erzählte. Zwischen den einzelnen Programmpunkten hatten die Köche des gastgebenden Restaurants typisch afrikanische Küche kredenzt, so unter anderem eine Lauch-Erdnuss-Suppe zu Beginn des Abends.

Pante stellte die Frage, ob aufgrund der Flüchtlingssituation eine Hilfe für Projekte in Afrika noch angebracht sei. Er findet: ja. Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch Papst Franziskus und Bundeskanzlerin Angela Merkel hätten deutlich gemacht, dass man an der Wurzel des Übels vor Ort packen müsse, um die Probleme wirklich in den Griff zu bekommen. „Das Leben vor Ort muss verbessert werden , damit sie nicht wegen der Armut fliehen müssen“, so Pante.

Widrige Straßenverhältnisse

Die Region sei zwar nur 150 Kilometer von der Hauptstadt Kinshasa entfernt, aber aufgrund der widrigen Straßenverhältnisse nur sehr beschwerlich zu erreichen. Erstaunlicherweise, so Pante weiter, gebe es genug Wasser, aufgeteilt auf viele Bäche, die durch die Region flössen. Aber alles sei so verschmutzt, dass es nicht zu gebrauchen sei, da Abwässer und Fäkalien ungehindert eingeleitet würden. Um die Situation optisch zu verdeutlichen, zeigte Pante ein Foto, auf dem zu sehen war, wie eine Frau versucht, einen Kochtopf in einer solchen Jauche zu waschen.

Infolge der Verunreinigungen sei die Kindersterblichkeit hoch gewesen. „Es verging kaum ein Tag, an dem nicht ein Kindersarg durch das Dorf getragen wurde“, berichtete der ehemalige Geistliche. Dank zollte der Redner unter anderem dem Trink- und Abwasserverband Bourtanger Moor , der es ermöglicht hatte, dass man mit Messstäbchen vor Ort die Wasserqualität einfach überprüfen konnte, da hoch komplizierte Technik zu aufwendig gewesen wäre.

Aufforstung

Ein weiteres Thema vor Ort sei die Aufforstung, die notwendig sei, da ganze Wälder abgeholzt wurden, weil die Bauern das Holz an Hersteller von Holzkohle verkaufen mussten, um ihren Familien das Überleben zu sichern. Der Energiebedarf der Millionenstadt Kinshasa werde immer noch zu 80 Prozent mit Holzkohle beglichen. Um die Menschen weiter auf ihre eigenen wirtschaftlichen Füße stellen zu können, müsse man Ersatz beschaffen. Deshalb habe man eine Imkerei, die bis zu 5000 Liter Honig verarbeiten könne. „Wir haben mit unserem Verein in den Wäldern 183 Bienenvölker angesiedelt, die eine Ernte von rund 1200 Litern ermöglichen“, so Pante.

Geld benötigt

Für ein neues technisches Gebäude benötige man 90000 Euro. Etwa 60000 Euro davon kämen über die niedersächsische Bingo-Umwelt-Stiftung zusammenkämen. Für die restlichen 30000 Euro müsse man die Werbetrommel kräftig rühren und um Spenden bitten. Damit könne man Hilfe zur Selbsthilfe schaffen, damit es den Menschen im Kongo gelänge, wirtschaftlich unabhängiger zu werden.