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Tiertherapeutin Christiane Laun hilft Hunden und Pferden mit Stahl und Strahl Die mit der Nadel pikst

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Meppen. „Theo“ ist ein absolut fröhlicher Bursche. Schwanzwedelnd rennt er auf mich zu, begrüßt mich stürmisch. Kaum vorstellbar, dass dem Münsterländer, der da flott auf seinen vier Beinen durch den ein bisschen an eine Mischung aus Praxis und Mini-Sportstudio erinnernden Raum läuft, vor ein paar Monaten noch jeder Schritt schwerfiel. Lebensqualität hatte der siebenjährige Rüde kaum.

„Er war medizinisch eine Großbaustelle, ein einziges Bündel an Problemen“, sagt seine Besitzerin Heike Niekamp und tätschelt ihm über den Kopf. Ihr dankbarer Blick fällt auf Christiane Laun, als die Nordhornerin von der langen Leidensgeschichte ihres Hundes erzählt. Die 27-Jährige hat es mit nur einer osteopathischen Behandlung geschafft, dass „Theo“ wieder fit ist. Eine durch eine Zecke ausgelöste Borreliose, Spondylose, Arthrose, Wassereinlagerungen im Körper, Verdauungsprobleme, teilweise völlig abgeschmissenes Fell – die Leiden und Probleme des Vierbeiners nahmen kein Ende.

„Am schlimmsten waren seine Knochenprobleme. Wenn er über einen Graben sprang, ist er richtig zusammengesackt und darin gelandet. Spaziergänge waren höchstens noch zehn Minuten am Stück möglich. Irgendwann hab ich sogar gedacht, ich müsste ihn einschläfern lassen“, erzählt seine Besitzerin, die den Rüden aus sehr schlechten Verhältnissen bekommen hat.

Durch eine Freundin, die hier ihre Pferde behandeln lässt, wurde die Nordhornerin auf die Therapiepraxis von Christiane Laun in Klein Fullen aufmerksam. Die erinnert sich noch gut an die erste Begegnung mit dem Hund: „Er war steif und staksig, hatte große Probleme beim Ablegen, zog die Lendenpartie hoch.“ Eine gründliche Anamnese folgte mit Ganganalyse und dem Aufspüren von Blockaden.

Anhand eines Beckenmodells erläutert Laun eine ihrer Diagnosen: „Theos“ linker Hüftbereich war verdreht, stand höher und ein wenig zurück. Als Folge davon waren seine Knie und damit sein Wirbelsäulengang beeinträchtigt. Mehr noch. Ein Check der in der chinesischen Medizin betrachteten fünf Funktionskreise des Körpers ergab, dass „Theos“ epileptischen Anfälle zum Beispiel durch seine Milzschwäche ausgelöst wurden, eine Nierenschwäche die Knochenprobleme verstärkt haben.

Ein aussichtsloser Fall? Für Christiane Laun niemals. Die gebürtige Heilbronnerin vertraut in die Möglichkeiten der osteopathischen Hunde- und Pferdetherapie voll und ganz. Schon als kleines Mädchen wollte sie „immer etwas mit Tieren machen“. Sie absolvierte ein Praktikum bei einem Veterinärmediziner. Mit dem Einschläfern von Tieren kam sie allerdings „überhaupt nicht klar“. Der Weg der seit 2003 im Emsland Lebenden machte einen Schlenker. Sie wurde Floristin, arbeitete in ihrem Beruf, bis sie 2004 erfuhr, dass eine Ausbildung zur osteopathischen Pferde- und Hundetherapeutin nun auch als Nichtmediziner möglich war.

Drei Jahre lang ließ sie sich in der Lüneburger Heide und im Kölner Raum schulen, jobbte nebenbei. Ihr Unternehmen gründete sie im Jahr 2007, war zunächst jedoch erst einmal nur in Sachen Pferd mobil unterwegs. 2009 wurde dann schließlich der große Traum vom eigenen Pferdetherapiehof mit Praxis und Aufnahmemöglichkeit von Rehapatienten wahr. Auf dem Restbauernhof in Klein Fullen, auf dem sie mit ihren Eltern, fünf Pferden, Hunden und Katzen lebt, eröffnete die 27-Jährige, inzwischen auch Cranio-Sacral-Therapeutin & Akupunkteurin, ihre Praxis.

An die 200 vierbeinige Patienten hat sie. Zwei Drittel davon sind Pferde, darunter der Wallach „Flim Flam“. Das sechsjährige Springpferd litt unter unklarer Lahmheit, war taktunrein. Ein Tierarzt hatte eine Schulterentzündung festgestellt. Woher die wiederum rührte, fand Laun heraus: Von einer Blockade der rechten Hüfte, die Probleme an Schulter, Hals- und Wirbelsäule und am linken Vorderbein zur Folge hatte. Ob Hund oder Pferd, die ersten Schritte einer Behandlung sind nach Diagnosestellung ähnlich: Blockadenauflösung und Aufbau der geschwächten Funktionskreise durch Akupunktur, um Ursachen einer Erkrankung aus dem Weg zu räumen.

Strahl oder Stahl sind dabei die Mittel der Wahl. Während Laun bei Pferden Nadeln setzt, arbeitet sie bei Hunden ausschließlich mit Laserakupunktur. Warum der Unterschied? „Nadeln müssen zwischen 15 und 30 Minuten stecken bleiben, dafür halten Hunde oft nicht lange genug still, sie könnten sich Nadeln herausziehen und verschlucken. Der punktuelle Reiz ist aber bei beiden Verfahren gleich“, erklärt die Wahlemsländerin, die eine Zusammenarbeit und Absprache mit Tierärzten „super wichtig und absolut notwendig“ findet und in den beiden Berufen „alles andere als Konkurrenz zueinander sieht.

„Theo“ setzte sie zwölf dieser Laserpunkte – jeweils knapp eine Minute, verteilt über den ganzen Körper. „Die Behandlung schlug nach nur einer Sitzung ein wie eine Bombe“, ist Heike Niekamp einfach nur begeistert von dem Therapieerfolg. Endlich kann ihr „Theo“ wieder seinem Alter entsprechend toben, das Hundeleben genießen und die Menschen freundlich und stürmisch begrüßen.

Informationen : www.laun.name/


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