Aktionsstand in Fußgängerzone Caritas Meppen informiert über zunehmende Glücksspielsucht

Mit einem Infostand zum Aktionstag gegen Glücksspielsucht will der Caritasverband Meppen auf das Thema aufmerksam machen und Angebote für Betroffene und Angehörige vorstellen. Foto: Caritas MeppenMit einem Infostand zum Aktionstag gegen Glücksspielsucht will der Caritasverband Meppen auf das Thema aufmerksam machen und Angebote für Betroffene und Angehörige vorstellen. Foto: Caritas Meppen

Meppen. Mit einem Aktionsstand in der Meppener Fußgängerzone will die Caritas Meppen auf die Glücksspielsucht aufmerksam machen und informiert, wo Betroffene und deren Angehörige Hilfe finden. Ihre Therapiesitzungen in Meppen seien voll besetzt mit Spielsüchtigen.

Staatliche Gewinnspiele, wie Lotto, Spielbanken mit Roulette und Poker sowie die Geldspielautomaten in Kneipen verführen viele zum Zocken. Die Caritas Meppen warnt vor den Folgen des Glücksspiels, denn seit einigen Jahren gilt Glücksspielsucht als anerkannte Krankheit. Am bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht, am Mittwoch, 23. Oktober, beteiligt sich der Caritasverband Meppen mit einem Infostand in der Fußgängerzone. Von 14 bis 16.30 Uhr informieren Fachleute vor der Caritas-Fachambulanz über die Gefahr der Spielsucht und wo Abhängige und deren Angehörige Hilfe finden.

Was zählt zum Glücksspiel?

„Zum Glücksspiel zählen Spiele mit einem Einsatz, bei dem der Gewinn nicht von den eigenen Fähigkeiten abhängt“, sagte Kathrin Vorjans vom Caritasverband Meppen. In der Kreisstadt sei das Glücksspielangebot besonders groß. Eine Analyse des deutschen Arbeitskreises gegen Spielsucht errechnete für das Vorjahr, dass in Meppen 147 Einwohner auf ein Daddelgerät kommen, berichtete sie. Insgesamt seien es 230 Geräte. Niedersachsenweit bedeute das den dritten Platz.

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Auch die Caritas-Beratungsstellen würden die stetig wachsende Zahl Betroffener in Meppen bemerken. Die Therapiesitzungen seien voll. „Betroffen sind zunehmend junge Erwachsene, oder Migranten, die ohnehin wenig Geld haben“, sagte Vorjans. Die jungen Leute träfen sich vor Partys in Spielhallen. „Das sind nette Orte, dort gibt es für Spieler kostenlose Angebote zum Essen und Trinken.“

Spieler, die sich ihrer Sucht stellen wollen, melden sich telefonisch oder über das Onlineberatungsportal bei der Caritas. Dann werden sie gemeinsam mit der Diakonie ambulant behandelt. „Bei Suchtkranken sind Gruppengespräche erforderlich“, sagte Vorjans, „die Spielergruppe trifft sich mit einem Therapeuten zu Sitzungen, in denen jeder über seine Erfahrungen mit der Abstinenz sprechen kann.“ Einige würden stationär in der Suchtklinik Hase- Ems in Haselünne behandelt.

Spielhallensperre für Betroffene

Um Spielsüchtige bei ihrer Rehabilitation zu unterstützen, seien politische Maßnahmen nötig. „Für das Land Niedersachsen wäre eine Spielhallensperre denkbar, wie es sie für Spielbanken gibt, sodass Betroffene keinen Zugang mehr bekommen“, sagte Vorjans. Dabei gebe es bei der Kontrolle in Spielbanken auch noch Nachholbedarf, betonte sie mit einem Beispiel. Demnach sei ein Betroffener rückfällig geworden und war wieder in die Spielbank gekommen, da er nicht kontrolliert worden war.

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„In Hessen gibt es seit 2014 diese freiwillige Sperre. Landesweit haben sich 7500 Spieler sperren lassen und der Umsatz der Spielhallen ist daraufhin um 26 Prozent gesunken“, führte sie aus. Demnach sei ein Viertel des Glücksspiel-Umsatzes auf bekennende Spielsüchtige zurückzuführen. „Ein großes gesellschaftliches Problem“, betonte die Sozialarbeiterin.

Zudem begrüße sie es, wenn die Gemeinde die Spielgerätesteuer erhöht, und dass es wünschenswert wäre, wenn deren Einnahmen an die Kontrolle und Präventionsarbeit gingen. „ Wir informieren in Schulen , in Betrieben und in Vereinen“, sagte sie über die Aufklärungsarbeit der Caritas. Auch mit dem Infostand am Aktionstag trage der Sozialverband einen Teil zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit zum Thema Spielsucht bei.


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