Nur 25 Jugendliche unversorgt 888 offene Ausbildungsplätze im Emsland

Viele frei Ausbildungsplätze gibt es im Handwerk. Foto: dpaViele frei Ausbildungsplätze gibt es im Handwerk. Foto: dpa

Meppen. Manchmal sagen Zahlen mehr als Tausend Worte. So war es auch bei der Sitzung der Berufsausbildungskommission des Landkreises am Freitag. Im September gibt es im Emsland noch 25 unversorgte Ausbildungsplatzbewerber, denen 888 offene Lehrstellen gegenüberstehen.

Erster Kreisrat Martin Gerenkamp sprach vor Vertretern von Politik, Wirtschaft und Berufsbildenden Schulen von einer „komfortablen Situation“ für die jungen Menschen. Berufsberater Dieter Onnen von der Agentur für Arbeit nannte es sogar „paradiesische Verhältnisse“.

Die wenigen noch suchenden Jugendlichen verteilen sich recht unterschiedlich auf den Landkreis. Im nördlichen Kreisgebiet sind es zwölf, im mittleren zehn und im südlichen nur drei unversorgte Heranwachsende. Gerenkamp wagte die Prognose, dass auch diese Jugendlichen „noch versorgt werden können“, zumal 16 von ihnen über einen Realschulabschluss verfügen.

Auch als Folge der zurückgehenden Schülerzahlen einerseits und der boomenden Wirtschaft andererseits steigt die Zahl der offenen Stellen rapide an. Blieben 2010 noch 283 Ausbildungsplätze unbesetzt, waren es 2012 bereits 436 und im vergangenen Jahr sogar 642. Von den jetzt 888 freien Lehrstellen entfällt der Löwenanteil mit 451 Ausbildungsplätzen auf den gewerblich-technischen Sektor.

Trend ungebrochen

Für den Esten Kreisrat bedeute dies aber auch: „Der Trend ist ungebrochen und stellt die Betriebe vor immer größere Betriebe“. Gerade vonseiten der Wirtschaft wurde angeregt, „möglichst die Flüchtlinge schnell über Sprachkurse zu integrieren.“

Syrer gut qualifiziert

Kreishandwerksmeister Ansgar Kuiter aus Lengerich wollte selbst einen „jungen gutqualifizierten Syrer“ einen Ausbildungsplatz vorgehalten. Dieser nehme jetzt jedoch vorab an einem Sprachkurs teil. Hauptgeschäftsführer Horst Hagemann berichtet von einer engen Kooperation mit dem Sozialdienst katholischer Männer in Lingen. Auf diesem Weg sollen bis zu zwölf junge Männer Praktikumsplätze erhalten. Zugleich monierte die emsländischen Vertreter die „politischen Hürden“: CDU-Kreistagsabgeordneter Heiner Bojer sagte: „Nur 31 Prozent der Asylbewerber im Emsland besitzen ein Bleiberecht.“ Die Kommunen vor Ort könnten durch schnellere Asylverfahren und Entscheidungen entscheidend entlastet werden.

Die Berufsbildenden Schulen in Papenburg und Lingen stellen sich inzwischen mit speziellen Sprachkursen der Flüchtlingsproblematik.