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Fanprojekt wird fortgesetzt Ultras des SV Meppen wollen autonom bleiben

Die SV Meppen Fans feuern ihr Team im DFB-Pokal gegen den 1 FC Köln euphorisch an.  Foto: Caroline Seidel/dpaDie SV Meppen Fans feuern ihr Team im DFB-Pokal gegen den 1 FC Köln euphorisch an. Foto: Caroline Seidel/dpa

Meppen. Die Stadt Meppen will das Fanprojekt langfristig fortsetzen. Nach einer zweijährigen Erprobungsphase würde es im April 2016 auslaufen. Der Ausschuss für Soziales, Jugend, Sport und Senioren sprach sich einstimmig dafür aus, weitere Gelder bereit zu stellen.

Die jährlichen Kosten für Personal aber auch Sachmittel wie Auswärtsfahrten und Wohnungsmieten belaufen sich auf 120000 Euro. Die Stadt Meppen soll jetzt bei den anderen Finanzgebern die Gelder erneut beantragen. Die Kosten teilen sich bislang Koordinierungsstelle Fanprojekte DFB/DFL 60000 Euro, Land Niedersachsen 30000 Euro, Landkreis Emsland 15000 Euro sowie Stadt Meppen 15000 Euro.

200 Ultras des SV Meppen

Amtsleiter Christian Golkowski sagte, dass es beim SV Meppen etwa „150 bis 200 feste Ultras“ gebe. Bei bedeutenden Spielen wie im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln kämen weitere hinzu. Das Fanprojekt selbst werde von den beiden Sozialarbeitern Stefan Bartling und Lisa Schwarz betreut.

„Die Kontaktaufnahme mit den Ultras gestalte sich sehr schwierig. Hier müssen wir langfristig denken“, sagte Golkowski. Ziel sei die direkte Kontaktaufnahme zur Fanszene bei allen Spielen des SV Meppen .

Dabei haben die Sozialarbeiter mehrere Vorhaben angestoßen. Sehr gut angenommen würden die Busfahrten zu den Auswärtsspielen des SV Meppen für Jugendliche (U-18 Fahrten). Zudem würden unter der Regie des Fanprojektes immer dienstags Jugendliche und Flüchtlinge gemeinsam Fußball spielen. Weiter beteiligte man sich am Kleinstadtfest und der Ferienpassaktion der Stadt. Unter der Organisation der Ultras wurde der Stadionbereich optisch verschönert.

Zudem gibt es seit diesem Jahr eine feste Bleibe für das Fanprojekt. Hierfür mietete die Stadt eine Erdgeschosswohnung in der Herzog-Arenberg-Straße in Stadionnähe an.

Wenig Ärger mit den Fans

SPD-Ratsherr Bernd Kaiser, zugleich Sicherheitsbeauftragter des SV Meppen, lobte das Fanprojekt als „gute Sache“. Auch der SV Meppen suche den Kontakt zu den Sozialarbeitern, z.B. vor den großen Heimspielen. Der SV Meppen sei einer der ganz wenigen Clubs in der Regionalliga in Deutschland, der vom DFB finanziell gefördert werde. Der unrühmliche Grund hierfür sei in der Vergangenheit der Fanszene zu suchen. Gleichwohl sagte Kaiser auch: „In den vergangenen zwei Jahren hatten wir wenig Ärger mit den Fans.“ Ein Verein wie der SV Meppen dürfe auch ruhig eine Ultra-Szene haben, „so lange alles im Rahmen bleibt“.

Auch für den CDU-Ratsherrn Holger Niehoff ist das Fanprojekt „absolut sinnvoll“. Christian Golkowski ergänzte: „Wie haben uns mit drei führenden Köpfen der Ultra-Szene bereits zusammengesetzt. Sie begrüßen das Fanprojekt, wollen aber autonom bleiben.“


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