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Erde mit Blei belastet Meppen: Püntkers Patt wird ausgekoffert


Meppen. Das besonders mit Blei und chlorierten Kohlenwasserstoffen verseuchte Erdreich an Püntkers Patt in der Meppener Innenstadt soll von September bis November komplett ausgekoffert werden. Dabei handelt es sich um rund 10000 Kubikmeter. Das entspricht etwa 400 Lastwagenladungen.

In der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses Meppen am Montagabend stellte Sachverständiger Karl-Heinz Lüpkes die Planungen vor. Nach seinen Ausführungen basieren die Kontaminationen des Bodens auf den früheren Betrieb des Elektrizitätswerkes sowie der Feuerwache an diesem Ort. Zudem nutzte nach der Stilllegung des Kraftwerkes eine chemische Reinigung die Hallen. Die Fläche an der Flussmündung von Ems und Hase wird heute als Parkplatz genutzt. „Das Areal ist zwar unbebaut, aber im Boden finden wir nicht nur verunreinigten Boden sondern auch Fundamente“, sagte der Umweltexperte.

Lüpkes schlug vor, den Boden auszukoffern und vor Ort die nicht belasteten Fundamente vom kontaminierten Sand zu trennen. Hierfür benötige man die komplette Parkplatzfläche. Das Erdreich soll über ein Förderband per Schiff abtransportiert werden. Der neue Füllsand (10000 Kubikmeter) würde anschließend per Lastwagen angekarrt.

Der Sachverständige geht davon aus, dass die Bäume auf dem Wall durch die Arbeiten nicht beschädigt werden. Gleichwohl müsste der Rad- und Fußweg entlang der Wasserlinie an Püntkers Patt während der Sanierungsarbeiten im Herbst gesperrt werden. Unklar sei noch, ob die fünf Bäume auf dem Parkplatz (unter anderem eine große Kastanie) gefällt werden müssen. „Das Erdreich ist teilweise bis zu 3,50 Meter tief verunreinigt“, sagte der Fachmann. So hätten Bodenproben unter einer Kastanie Teeröle zutage gebracht. Nach Angaben von Jürgen Giese von der Stadt betragen die Kosten für die Altlastensanierung „unter eine Million Euro“. Die NBank fördert 50 Prozent.

Klaus Steinl (CDU) sagte, dass „wir den Platz jetzt vernünftig herrichten müssen“, damit er für Investoren interessant werde. Richard Dickmann (UWG) trieb zur Eile, damit die Fläche pünktlich zur Adventszeit wieder als Parkplatz parat stehe, und Bernd Kaiser (SPD) forderte, bei der Neugestaltung auf rote Asche wie an den Wallohren unbedingt zu verzichten. Bürgermeister Jan Erik Bohlin versprach, dass hier für den Parkplatz ein Untergrund aufgetragen werde, der „nicht schmiert“.


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