Ein Zeichen für die Eingliederung Fest der Kulturen in Meppen ein voller Erfolg

Von Heiner Harnack

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Meppen. Am Wochenende sind deutschlandweit viele Tausend Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen rechte Gewalt und die Ausgrenzung von Flüchtlingen und Menschen aus anderen Nationen ein deutliches Zeichen zu setzen. In Meppen versammelten sich rund 1000 Bürger beim Fest der Kulturen, um ihre Solidarität mit denen zu bekunden, die oft nur noch das besitzen, was sie am Körper tragen, wenn sie nach Deutschland kommen.

Die Integrationsbeauftragte der Stadt Meppen, Elisabeth Mecklenburg, konnte es kaum fassen, als sich der Windthorstplatz am Sonntagnachmittag so sehr mit Menschen gefüllt hatte, dass ein Durchkommen fast nicht mehr möglich war. Unzählige ehrenamtliche Mitarbeiter – darunter Moderator Christian Hüser vom Freiwilligenzentrum, die Propsteigemeinde St. Vitus sowie viele Vereine und karitative Verbände – hatten eine kulturelle und kulinarische Reise durch die halbe Welt für die zahllosen Gäste vorbereitet.

Zunächst einmal stellten sich 20 Menschen aus verschiedenen Nationen vor, darunter viele, die schon seit vielen Jahren in der Region Meppen leben. Darunter waren zum Beispiel Zugezogene, die aus den USA, den Niederlanden, Italien oder Russland in die Kreisstadt gekommen sind. Im Unterhaltungsprogramm hielten die Zuschauer beim philippinischen Stocktanz den Atem an, als die wagemutigen Tänzer zwischen zwei immer wieder zusammengeschlagenen Bambusstöcken hin und her sprangen.

Inna Schulze aus Burjatien, einer sibirischen Republik im Grenzgebiet zur Mongolei, zeigte einen typischen Tanz aus ihrer alten Heimat. Jonas Egbers, am Vorabend noch beim Kleinstadtfest auf der Bühne und Schwarm vieler jüngerer, weiblicher Fans, gab einige Kostproben seines sängerischen Könnens, während die Line-Dance-Gruppe Silverlining musikalische Einlagen für alle Westernfans parat hatte. Zwischendurch konnten die Besucher von einem Stand zum anderen flanieren und die Köstlichkeiten, die typisch für einzelne Länder oder ganze Regionen waren, probieren.

Stellung beziehen

Bürgermeister Helmut Knurbein sagte zwischendurch, dass es der ganzen Stadt eine Herzensangelegenheit sei, hier rechtzeitig Stellung zu beziehen: Meppen hege eine große Willkommenskultur. Knurbein machte im Gespräch mit unserer Redaktion auch deutlich, dass man plane, die erfolgreiche Arbeit mit der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen fortzusetzen.

Zwischendurch konnte man viele kleine Kinder dabei beobachten, dass beim Spielen garantiert keine Grenzen bestehen – egal, ob man die Sprache des anderen versteht oder nicht. Besonders deutlich wurde dies am Stand der Freiwilligen Feuerwehr Meppen, an dem Kinder aus unterschiedlichsten Kulturen sich gemeinsam daran machten, die Wasserspritze zu bedienen.

Am Ende der Veranstaltung sangen George Gambier, Katharina Bueren und Ulla Kleinlosen mit den Menschen auf dem bis in die frühen Abendstunden gefüllten Windthorstplatz das 1985 von Michael Jackson und Lionel Richie geschriebene Erfolgsstück „We are the world, we are the children“. Seinerzeit wollte man mit dem Song Gelder gegen die Hungersnot in Afrika sammeln. In der heutigen Zeit dürfte wohl kaum ein anderes Lied passender sein.


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