Themenreihe: Sprache von 0-6 Logopädie in Meppen für Kinder mit Sprecherkrankungen

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Spezielle logopädische Spiele können in die Therapiesitzungen eingebaut werden. Der vierjährige Friedrich besiegt hier Logopädin Kathrin Keuter bei einem Brettspiel. Foto: Lorena DreusickeSpezielle logopädische Spiele können in die Therapiesitzungen eingebaut werden. Der vierjährige Friedrich besiegt hier Logopädin Kathrin Keuter bei einem Brettspiel. Foto: Lorena Dreusicke

Meppen. Bei der Sprachtherapie untersucht und behandelt der Logopäde Faktoren, die von einer Krankheit herrühren und die Kommunikation des Kindes stören. Die Ursachen dafür können vielfältig sein.

Gelingende Kommunikation sowohl grammatikalisch, als auch in der Aussprache und im Wortschatz, ist das Ziel von Sprachtherapie. Im Gegensatz zur Sprachförderung für Kinder mit verzögerter Sprachentwicklung, richtet sich Sprachtherapie an Kinder und Erwachsene mit krankheitsbedingten Sprachproblemen. „Die Logopädie ist ein Teil der medizinischen Grundversorgung“, betont Ina Eckardt. Sie leitet die Praxis für Logopädie und Sprachtherapie im Vitus-Ambulanzzentrum in Meppen. Laut Eckardt behandeln sie und ihr Team dort überwiegend Kinder von null bis sechs Jahren.

Vielfältige Krankheitsbilder

Es gebe diverse Erkrankungen, die die Sprachentwicklung stören, berichtet die Logopädin. „Das kann organische Gründe haben, etwa Knötchen auf den Stimmbändern oder eine Behinderung, sodass die Aussprache, die Stimme und das Schlucken beeinträchtigt sind.“ Auch Fehlbildungen von Gaumensegel und Lippen können Probleme mit dem Sprechen verursachen. Zudem kann es laut Eckardt funktionelle und koordinatorische Probleme geben. „Manche sprechen zu laut, weil sie nicht richtig hören, oder sie haben Angst davor zu sprechen.“

Sprechangst, Stottern und Lispeln

Es können Redeflussstörungen entstehen, dann stottert die Person. Oder bestimmte Laute werden nicht richtig ausgesprochen, etwa beim Lispeln. „Wobei das mittlerweile hoffähig ist, es wird aber trotzdem behandelt“, so Eckardt. „Den Laut ‚sch‘ muss das Kind mit drei Jahren nicht können, aber mit fünf sollte es das“, nennt sie ein weiteres Beispiel.

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Die Ursachen sind demnach genetisch oder von der Umgebung ausgelöst. „Der Therapeut schaut, wo hakt es in der Entwicklung, ist das Kind beispielsweise motorisch gut entwickelt?“. Stellen Eltern lauttechnische, oder sprachliche Auffälligkeiten fest, sollten sie sich an den Arzt des Kindes wenden, rät Eckardt. Das Vitus-Therapiezentrum habe für eine Logopädie-Beratung im Gegensatz zur Frühförderungsberatung ohne ärztliche Anweisung kein Budget, betont sie. „Nicht Kindergärten oder der Landkreis sind zuständig, sondern der Arzt hat die Vollmacht Sprachtherapie zu verordnen.“ Da diese in den Gesundheitsbereich fällt, sei die Wartezeit für die Genehmigung kurz, berichtet sie. Zudem bestehe eine freie Therapeutenwahl.

Entwicklungsfortschritte verfolgen

Bei Vitus untersucht und behandelt der Logopäde das Kind dann hauptsächlich ambulant, in der Praxis. Therapiert wird aber auch teilstationär, im Kindergarten, oder bei Hausbesuchen. Teil der Beratung und Therapie ist es auch, gezielte Hinweise zu geben, etwa zum selbstständigen Lernen. Der Experte steht laut Eckardt dafür im engen Kontakt zu den Eltern.

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Beteiligt an der Therapie sind neben staatlich zertifizierten Logopäden auch Linguisten, Sprachheilpädagogen und Gesangspädagogen. Sie spielen in den Sitzungen spezielle logopädische Spiele, die auf die Bedürfnisse des Kindes angepasst sind. „Es gibt kein Schema F, die Übungen sind individuell, etwa Pustespiele und Übungen des Mundprogramms“, sagt Eckardt. Allerdings ist keine Dauertherapie vorgesehen, sondern ein festgelegter Zeitraum mit Pausen und Sitzungen ein bis zwei Mal pro Woche.


Weg zur Fördermaßnahme:

Manchmal bemerken Erzieher im Kindergarten eine Sprachauffälligkeit beim Kind. Wenn die Sprachförderung dort nicht ausreicht, sollten Eltern das Kind vom Arzt untersuchen lassen, rät Vitus. Stellt er Beschwerden fest, die die Kommunikation stören, kann er eine logopädische Behandlung verordnen. Logopädie-Einrichtungen wie die von Vitus in Meppen beraten dann über die Therapiemöglichkeiten. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Therapiert wird in Einzel-, oder Gruppensitzungen. Über die Fortschritte sollten sich Erzieher und Eltern regelmäßig austauschen.

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