Heinz Wessels und sein Ehrenamt Meppener ist gute Seele des Sozialen Kaufhauses

Von Ann-Christin Fischer

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Heinz Wessels im Sozialen Kaufhaus in Meppen, Hier bekommt man fast alles. Foto: Ann-Christin FischerHeinz Wessels im Sozialen Kaufhaus in Meppen, Hier bekommt man fast alles. Foto: Ann-Christin Fischer

Meppen. „Ein soziales Kaufhaus in Meppen ¬ ohne Heinz? Das würde es so nicht geben, er ist einfach immer da und einer, der anpackt“, sagt Arnold Esters bestimmt. Esters, Geschäftsführer des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM) Emsland Mitte, kennt Heinz Wessels schon seit Jahren. Und während Esters aus dem Loben gar nicht mehr herauskommt, grinst Heinz Wessels nur und sagt: „Jetzt hör auf, so viel mache ich auch nicht.“

Das widerlegen wir mal kurz: Seit 2002 ist der Familienvater beim SKM tätig und hat nach kurzer Zeit die ehrenamtliche Betreuung dreier hilfsbedürftiger Personen übernommen. Heißt: Er hilft ihnen in allen Lebenslagen. Sei es Einkaufen, mit der Rentenversicherung sprechen, den Ärger mit der ehemaligen GEZ klären, Krankenhausaufenthalte organisieren, über den Weihnachtsmarkt schlendern, essen gehen und und und.

Eine Sache vergisst Heinz Wessels dabei nie: „Diese Menschen vertrauen mir. Ein halbes Jahr braucht es mindestens, bis wir ganz eng miteinander sind. Niemals würde ich deren Vertrauen missbrauchen, das ist sehr wichtig.“

Immer zu erreichen

Tag und Nacht kann das Telefon klingen ¬ und er ist da. Wessels: „Sie haben ja meine Handynummer, ich bin immer zu erreichen.“

Aber nicht nur für seine drei Schützlinge ist er eine Bezugsperson, auch für die rund 50 Ehrenamtlichen im Sozialen Kaufhaus in Meppen. Tag für Tag ist er dort und begrüßt jeden Mitarbeiter mit einem Handschlag und einer anschließenden Umarmung. Für die Frauen gibt es noch ein Bussi auf die Wange.

Vor neun Jahren kam die Idee im Vorstand, dass man doch mal ein Soziales Kaufhaus in Meppen aufbauen könnte. Gesagt, getan, Heinz Wessels war und ist Feuer und Flamme für die soziale Einrichtung. Mindestens 30 Stunden in der Woche engagiert er sich dort in allen Bereichen: Aufbau, Warenabholung, Organisation.

Kaffee als Universallösung

Selbst wenn es in einigen Situationen stressig wird, oder manche sich nicht einig sind, hat er eine Lösung: Kaffee. „Sie glauben gar nicht, was ein Kaffee alles bewirken kann“, erzählt er und fügt hinzu: „Wir sind dort eine große Familie. Es ist mir eine Herzensangelegenheit.“

Ebenfalls bringt der 70-Jährige sich in die Straffälligenhilfe ein und organisiert zum Beispiel das jährliche Skatturnier in der JVA Meppen. Was ihm diese ganzen ehrenamtlichen Tätigkeiten bringen? „Ich war schon immer sozial eingestellt, auch in meiner Jugend. Und als ich Altersteilzeit beantragt habe, wollte ich nicht auf dem Sofa sitzen. Und dann kam alles ins Rollen. Jetzt möchte ich nichts anderes mehr machen.“ Sicher ist, dem SKM würde ohne Heinz Wessels einiges fehlen.


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